SCF: Banovic und Reisinger kommentieren die Nullnummer

David Weigend

Keintorböcke gegen Zahnlosfüchsle: Das 0:0 des SC Freiburg gegen den 1. FC Köln war so spannend wie 90 Minuten Warten im Amt für öffentliche Ordnung. Iviva Banovic und Stefan Reisinger versuchen uns zu erklären, woran das lag.



1. Ivica Banovic

"Wir wussten schon vor dem Spiel, dass die Kölner nur sehr wenige Chancen zulassen. Auch wir haben uns heute schwer getan in der Chancenauswertung. Gerade gegen so eine Mannschaft haben wir zu Hause Schwierigkeiten. Wir müssen uns mehr Torchancen erarbeiten.

Nach der 0:6-Niederlage gegen Bremen hatte Priorität, dass wir hinten kompakter stehen. Das war heute okay. Es ist für uns offenbar schwer, eine Mitte zu finden zwischen sicherem Defensivverhalten und auf Risiko nach vorn zu spielen. Nach vorne raus hat's heute gefehlt. Wenn wr die richtige Mischung finden, dann gelingt uns hoffentlich auch mal ein Heimsieg.

Bei Auswärtsspielen haben wir, so scheint es mir, meist mehr Raum. Mannschaften wir Bochum und Nürnberg tun sich schwer, wenn sie zu Hause das Spiel machen müssen. Deshalb konnten wir bei diesen Spielen unsere Schnelligkeit ausnutzen.

In der 90. Minute hatten wir noch eine gute Torgelegenheit durch einen Freistoß direkt am Sechzehner. Ich habe gleich gesagt: ,Heiko, du schießt!" Aber Novakovic ist eben ein Zweimetermann, der konnte den Ball wegköpfen.

Es tut mir vor allem wegen unserer Fans leid, dass uns heute kein Heimsieg gelang. Denn sie standen das ganze Jahr über wie eine Wand hinter uns. Daran haben auch die krassen Heimniederlagen nichts geändert. Wir wollten heute den Sieg unbedingt. Aber, ja, scheiße.

In Dortmund sind für uns drei Punkte drin. Wenn wir dort so auftreten wie bei den vergangenen Auswärtsspielen bin ich zuversichtlich, dass wir da was mitnehmen. Aber jetzt muss ich dieses Match erstmal verdauen. Denn ich war wirklich fest davon überzeugt, dass wir heute gewinnen würden."



2. Stefan Reisinger

"Wir haben das gesamte Spiel über viel versucht, hohe Laufbereitschaft gezeigt. Aber der letzte, entscheidende Pass kam nicht zustande. Der eine oder andere Ball ist zwar mal durchgeflutscht, aber es kam nie ein richter Abpraller, eine Situation, auf die man als Stürmer immer lauert.

Dazu kamen viele Fehlpässe und unkonzentrierte Aktionen. Die Zuspiele waren oft ungenau. Aber es war gut, dass wir die Null gehalten haben. Wir sind immerhin nicht ins offene Messer gelaufen, haben uns nicht auskontern lassen. Die Kölner standen hinten sehr kompakt. Leider konnten wir heute den Fans keinen Heimsieg präsentieren. Aber ich bin überzeugt, dass wir nächstes Jahr daheim wieder punkten werden.

Es hilft alles nichts, man muss dieses Spiel jetzt abhaken. Ich schaue zuversichtlich aufs Dortmundspiel. Wir haben ja schon einige starke Gegner auswärts ärgern können. In Dortmund haben wir nichts zu verlieren. Das ist eine super Kulisse, da ist jeder von uns total motiviert. Wir werden unsere Taktik umstellen müssen, aber vielleicht kommt uns das ja entgegen."

[Fotos: dpa]