SC vs. Fürth: Fragmente eines Aufstiegsabends

Clemens Geißler

Wen interessiert ein Spiel, das 0-0 ausgeht? Wen interessiert‘s, dass dem ein oder anderen Spieler hin und wieder der Alkohol ins Knie schießt? Wen, dass auch ein erneut miserabler Schiedsrichter Gagelmann diese langersehnte Feier nicht versauen kann? Abseits von wellenschlagenden Zuschauern und selten schöner Stimmung wird unser Blick immer wieder auf kleine Besonderheiten gelenkt: In Fragen gekleidete Fragmente eines Aufstiegsabends:

 



Wieso positionieren sich vor der Gegengerade rund 50 Ordner, um die Fans am Betreten des Rasens hindern, aber vor der Nordtribüne nur etwa 15? Warum brechen während des gesamten Abends exakt zwei Gewitter los – eines in der Halbzeit und eines nach dem Spiel?




Warum stehen fünf abgestandene Pilsbecher auf der Motorhaube von Banovics Audi?



Weswegen kommt Banovic nur mit Mühe aus der Fantraube? Und wie schafft es Ömer Toprak, Heerscharen von Edding entgegenstreckenden Rothaar-Muttis und einer Einladung zu einer Grillparty elegant zu entgehen?



Warum braucht die Crew von Greuther Fürth zusätzlich zum Mannschaftsbus einen geleasten Begleittransporter mit Hamburger Zulassung?



Und warum verschenken die Gäste ihre Vereinswimpel an Sportclub-Fans mit Retro-Trikots?



Was machen Kurt, 63 und Afred, 58, beide aktiv beim Senioren-Golfclub Breisgau Tutschfelden, bei strömendem Regen am Rothaus-Stand? Und weshalb sind sie der Ansicht, dass Jörg Berger „der wahre Wegbereiter des Aufstiegs“ ist, und „nicht seller Finke, seller Dubel“?



Aus welchem Grund glaubt der 21-Jährige Jerome, selbst aktiver Fußballer, dass der Aufstieg des Sportclub „total verdient“ war und wie erklärt er sich, dass nicht immer so viele Zuschauer da waren?



Wir haben viele Fragen. Vielleicht hilft uns die Antwort von Ivica Banovic, der sich nach dem Spiel schultergeklopft und abgeklatscht durch die Massen zu seinem Auto kämpft: „Unser Aufstieg ist Euer Aufstieg!“



Der heutige Abend ist wie die Saison: Viele Fragen – viele Gesichter – und ein Ziel: Das wurde endlich erreicht und heute zuhause gefeiert: Bundesliga!





Mehr dazu: