SC-Spielerin Sara Däbritz fährt zur U 20-WM nach Kanada: "Wenn wir die Gruppenphase überstehen ist alles möglich!"

Tamara Keller

Sara Däbritz ist Oberstufenschülerin, Mittelfeldspielerin beim SC Freiburg und im Kader der DFB U 20-Elf, die in der kommenden Woche bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada antreten. Wie die 19-Jährige Schule, Spitzensport und Freunde koordiniert, warum sie gerne in Freiburg lebt und was sie sich von der WM erhofft:



Wie hast du deine Liebe zum Fußball entdeckt?

Sara Däbritz: Als ich noch ganz jung war, so mit fünf, hab ich immer mit meinen Kumpels auf der Straße Fußball gespielt. Dann wurde ich eben Mal von einem mitgenommen zum Training. Das hat mir gleich von Anfang an Spaß gemacht. Ab da bin ich dann immer regelmäßig ins Training und hab dann beim SpVgg Ebermannsdorf angefangen zu spielen. Nur die Ziele waren da aber noch etwas anders: Es war alles noch nicht so ernsthaft.

Wann war der Zeitpunkt an dem du gemerkt hast: Jetzt wird es ernst?

Das kann ich so genau nicht sagen. Das ist halt einfach mit der Zeit gekommen, wo sich dann meine Ziele und Träume verwirklicht haben, die ich schon von kleinauf erzählt habe. Wie eben 'Ich will mal in der Nationalmannschaft spielen' oder 'Ich will in der Bundesliga spielen'. Ich hab mir meine Ziele formuliert und dann daran gearbeitet.

Seit 2012 spielst du beim SC. Wie war es für dich, mit 16 in eine fremde Stadt zu ziehe?

Ich war noch ziemlich jung und bin ein sehr familienbezogener Mensch. Dementsprechend haben meine Eltern, meine Familie, meine Freunde mir schon arg gefehlt. Ich vermisse sie auch jetzt immer noch. Aber Freiburg ist einfach ein Ort, wo man sich schnell sehr wohl fühlt. Ich habe schnell Freunde gefunden und es ist einfach auch alles sehr familiär hier. Wenn's einem gut geht, dann vermisst man das Zuhause auch weniger. So bin ich jetzt glücklich und mir gefällt alles in Freiburg. Es passt alles!

Du spielst beim SC und mittlerweile sogar in der A-Mannschaft des DFB- Um so hoch Fußball zu spielen muss man auch viel Zeit investieren: Wie bekommst Du Schule, Freizeit, Freunde und Familie in einen Zeitplan?

Das stimmt. Wir trainieren ungefähr sieben Mal in der Woche, davon auch zweimal morgens. Da fehl' ich dann zum Beispiel in der Schule. Das ist dann aber alles so organisiert, dass das kein Problem ist. Ich bekomme dann Hilfe, kann das mit Nachhilfelehrern alles nachholen. Nächstes Jahr schreibe ich dann das Abitur am BSZ in Waldkirch. Für die Freunde bleibt zwar nicht allzuviel Zeit, aber man bekommt das alles schon unter einen Hut.

Leidet die Schule unter dem Spitzensport?

Nein, auf keinen Fall. Wenn ich zum Beispiel wieder eine Zeit lang mit dem DFB unterwegs war und dann zuviel verpasst hab. kann ich einfach sagen, wenn ich das Gefühl habe, dass ich einfach nicht mehr mitkomme. Dann kann ich ein paar Nachhilfestunden nehmen und das alles nochmal nachholen, damit ich da auch wieder relativ schnell anknüpfen kann. Ich arbeite dann halt alles nach. Das ist echt alles sehr gut koordiniert. Die Lehrer zeigen auch immer sehr großes Verständnis, wenn ich fehle. Sie sind da sehr hilfsbereit und helfen mir dann auch wenn es irgendetwas nachzuholen gibt.

Bist du die Einzigste in deiner Klasse, die Spitzensport macht?

Ja, in Waldkirch schon. Bevor ich in Waldkirch war, bin ich auf die Max-Weber-Schule in Freiburg gegangen. Da hab ich das Fachabitur gemacht und das ist eine Eliteschule des Sports. Da waren dann auch ganz viele andere Sportler aus verschiedenen Sportarten und zum Beispiel auch andere Mädels und auch Jungs vom SC.  

Woher kam der Entschluss, nach dem Fachabi die allgemeine Hochschulreife dranzuhängen?

Zuerst wollte ich ein Studium anfangen, aber mit dem Fachabitur hat sich nichts angeboten, was ich gerne machen würde. Mit dem Abi stehen mir dann alle Möglichkeiten offen. Deswegen mach ich das jetzt und danach werde ich dann studieren. Ich weiß nur noch nicht genau in welche Richtung. Da hab ich ja noch ein Jahr Zeit, um das zu entscheiden.

Dein schönster Freiburg-Fußball-Moment bisher?

Oh das ist eine schwere Frage! Wir waren ja jetzt mit Freiburg zweimal im Pokal-Halbfinale. Vom Viertelfinale ins Halbfinale einzuziehen - das waren schon echt tolle Momente. Da haben wir uns dann zurecht erhofft, dass wir das ins Finale packen. Leider haben wir aber dann das Halbfinale verloren. Diese Momente waren zwar eher enttäuschend, aber vom Viertelfinale ins Halbfinale zu rücken und dem Finale immer ein Stück näher zu kommen - das war schon echt ein toller Moment!

Bald startet die U 20-Weltmeisterschaft in Kanada. Zwei Europameistertitel hast du ja schon gewonnen - ein WM-Titel fehlt aber noch in der Liste. Deine Erwartungen?

Zuerst mal muss man sagen, dass wir eine schwere Gruppe erwischt haben. Mit den USA, Brasilien und China. Das wird auf keinen Fall ein Selbstläufer. Wir müssen auf jeden Fall vom ersten Spiel an konzentriert sein. Das Wichtigste ist, dass wir mit dem ersten Spiel gegen die USA gut ins Tunier starten und uns eine gute Ausgangslage verschaffen. Wenn wir die Gruppenphase überstehen - von da an ist dann alles möglich! Wir können weit kommen. Wir haben eine Mannschaft mit hohem Potential und wir müssen das jetzt einfach abrocken und mal schauen wie weit wir kommen.



Zur Person


Sara Däbritz
, 19, stammt ursprünglich aus dem bairischen Ebermannsdorf und steht seit über zwei Jahren beim SC Freiburg unter Vertrag. Am 25. März 2012 gab sie dort ihr Bundesligadebüt. Ebenfalls erfolgreich spielt sie seit 2010 für die Nachwuchsauswahl des DFB.

Im Jahr 2012 wurde sie als Kapitänin mit der U 17 Nationalmannschaft Europameisterin und holte den gleichen Titel nochmals im darauffolgenden Jahr mit der A-Nationalmannschaft in Schweden unter der National-Trainerin Silvia Neid. Ab dem 5. August tritt Däbritz mit der U 20 Nationalmannschaf bei der U20-Frauen-WM in Kanada an.

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[Foto 1: Privat; Foto 2: dpa]