SC Freiburg vs. VFB Stuttgart: Spiel gegen rote Wand

Till Neumann

Am Sonntag ist wieder Derby-Time: Der SC Freiburg tritt an zum Auswärtsspiel beim Erzrivalen VFB Stuttgart. Während die Verletzungssorgen beim Sportclub kleiner werden, läuft in Stuttgart eine enorme Rettungsaktion. Vor dem Derby werden 40.000 Fanschals mit dem Slogan niemals 2. Liga! verteilt. Der SC Freiburg wird gegen eine rote Wand spielen. Robin Dutt positioniert sich zudem klar für ein neues Stadion.



Verkehrte Welt. Der kleine SC Freiburg steht mit 30 Punkten auf Platz 7, der große VFB Stuttgart kämpft ums nackte Überleben. Die Schwaben stehen auf dem vorletzten Platz, nur magere 16 Punkte konnten sie in den 19 Spielen der Saison ergattern. Um den drohenden Abstieg zu verhindern, hat der VFB eine enorme Rettungsaktion gestartet. Vor dem Spiel am Sonntag werden 40.000 Schals an die VFB-Fans verteilt. Auf den Schals ist die Backsteinwand der legendären Canstatter Fankurve abgebildet, die gerade umgebaut wird. Außerdem der Spruch Niemals 2. Liga!


Doch Robin Dutt gibt sich gelassen: „Wir haben keine Angst vor der roten Wand.“ Die Rollenverteilung sei zwar ungewohnt, aber „lieber so als andersrum“ meint der Cheftrainer. Seine Personallage ist zumindest im Vergleich zum letzten Spiel besser. Stefan Reisinger hat nach seinem Kieferbruch in der Winterpause die ganze Woche mittrainiert. Der Stürmer, der nach dem Cissé-Ausfall dringend gebraucht wird, ist in Stuttgart wahrscheinlich dabei. Außerdem kann Dutt auch auf die genesenen Mittelfeldspieler Maximilian Nicu und Yacine Abdessadki zurückgreifen.

Doch der Trainer warnt vor den Stuttgartern, die im letzten Spiel immerhin einen Punkt beim Tabellenführer Dortmund geholt haben. „Stuttgart ist nach dem Trainerwechsel besser geworden. Sie arbeiten gut gegen den Ball, stehen kompakter und treten geschlossener auf.“ Und zumindest die Zahlen zeigen, dass es ein schweres Spiel wird. Die Freiburger haben beim VFB nur einmal gewonnen. Und das vor langer Zeit. 1994 besiegten sie den VFB auswärts mit 4:0. Und natürlich fehlt auch Top-Stürmer Cissé, der schon im letzten Spiel gegen Nürnberg schmerzlich vermisst wurde. Neuverpflichtung Erik Jendrisek konnte die Lücke im Sturm nicht schließen. Ihm fehlte gegen Nürnberg noch deutlich die Bindung zur Mannschaft. Das könnte am Sonntag aber besser werden. „Er hat die Woche gut trainiert. Unser Gefühl hat sich bestätigt, Erik passt charakterlich gut zum SC“, sagt Dutt.

Das Auswärtsspiel beim VFB, der gerade sein Stadion umbaut, war auch Anlass um über die Zukunft der Freiburger Spielstätte zu reden. Robin Dutt, der sich schon mehrmals für den Bau eines neuen Stadions ausgesprochen hat, fand klare Worte. „Die Stimmung im SC Stadion ist super, aber der Service ist eine Zumutung.“ Die Zustände während des Spiels auf den Toiletten seien katastrophal, das Stadion im Winter zu kalt und der Weg zu den Plätzen zu schwierig. Vor allem für ältere Zuschauer. Von der Stadt fehle ihm jegliche Unterstützung. „Mit diesem Stadion spielen wir in zehn Jahren nicht mal mehr in der zweiten Liga“, sagt Dutt.

Doch am Sonntag geht’s erst mal nach Stuttgart. Wenn seine Mannschaft das Spiel gegen die rote Wand gewinnt, ist man dem Saisonziel Klassenerhalt ein großes Stück näher gekommen. Zumindest für dieses Jahr.

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