SC Freiburg: Kein neues Stadion außerhalb der Stadt

David Weigend

Nun liegt dem SC Freiburg die Machbarkeitsstudie vor, die Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile eines Neubaus aufzeigen soll. Ein erstes, daraus resultierendes Ergebnis wurde heute bekannt. Und ja, Derby ist ja auch noch. Die Spieler des SCF sind hungrig.



Neues zur Stadiondebatte

Zumindest eine interessante Information ließ SC-Sprecher Rudi Raschke in der heutigen Pressekonferenz verlauten: Einen Stadionneubau außerhalb der Freiburger Stadtgrenze wird es nicht geben. Diese Diskussion sei vom Tisch. Gestern berieten OB Dieter Salomon, der Führungskreis des SC Freiburg sowie die beauftragten Gutachter im Rathaus über die nun vorliegende Machbarkeitsstudie zum Thema Stadionneubau. "Was die baurechtliche Prüfung möglicher Standorte für einen Neubau anbelangt, liegt der Ball nun bei der Stadt", so Raschke.

Laut einem Bericht der Badischen Zeitung kämen nur zwei Standorte eines zirka 60 Millionen teuren Neubaus in Frage: bei der Messe oder auf dem Rhodia-Areal im Westen.

Bei der Mitgliederversammlung des Sportclubs am 27. September 2010 werde das Thema auf der Agenda stehen. Bis dahin werde man darüber in Ruhe im kleinen Kreis diskutieren. Die Nachricht des SWR, dass ein Stadionneubau nach Einschätzung der Machbarkeitsstudie unrealistisch sei, bezeichnete Raschke als "Falschmeldung".

Der Pressesprecher schloss jedoch auch den möglichen Ausbau des Dreisamstadions nicht aus. "Es geht um eine qualitative Verbesserung der vorhandenen Verhältnisse. Quantitativ ist die Kapazität des Stadions mit 25.000 Plätzen vom Verwaltungsgericht vorgegeben." Ein Ausbau der Südtribüne sei ausgeschlossen.

Raschke wies darauf hin, dass der Verein schon seit Jahren bei der DFL jede Saison eine Ausnahmegenehmigung beantragen müsse, da der Platz zu kurz sei. Die Situation werde sich noch verschärfen, da in Zukunft mit einer Verdopplung der Kameras zu rechnen sei, um den wachsenden medientechnischen Anforderungen (zum Beispiel 3D Fernsehen etc) gerecht zu werden.

Das Derby

Der SC Freiburg empfängt am Samstag um 15.30 Uhr mit dem VfB Stuttgart den Tabellenletzten. Die Schwaben verloren bisher beide Spiele der Saison gegen Mainz und Dortmund. Gleichwohl gewann der VfB beide Derbys der vergangenen Spielzeit gegen den SCF. Dementsprechend wachsam sieht Dutt diesem Gegner entgegen. "Es liegt auf der Hand, dass die Stuttgarter nicht das dritte Spiel in Folge verlieren wollen. Sie werden Selbstbewusstsein zeigen", so der Trainer, dessen Familie immer noch in einem Stuttgarter Vorort wohnt. Ein besonderes Spiel für den Ex-Kickers-Trainer?

"Nein, im Grunde spielt das keine Rolle. Meine Frau, mein Sohn, die Eltern und der engere Freundeskreis haben inzwischen das Fanlager gewechselt, vom VfB zum SC. Aber bei einigen Hardlinern ist nichts zu machen."

Die Stuttgarter hätten durch Khediras Abgang einen wichtigen Spieler verloren, genauso aber der Sportclub mit dem Wechsel Idrissous. Zwar schätzt Dutt das "hohe taktische Verständnis von Neuzugang Mauro Camoranesi", jedoch findet der Trainer: "Ich glaube, dass wir in der Entwicklung seit Saisonbeginn schon weiter sind als der VfB."

Zur Aufstellung wollte Dutt wie immer nichts preisgeben. Dutt bescheinigt seinen Spielern immerhin, hervorragend trainiert und Fitness-Rückstände aufgeholt zu haben. Ein Einsatz des neuen japanischen Stürmers Kisho Yano ist möglich. "Er hat sich in den 14 Tagen, in denen er nun bei uns ist, gut eingelebt und zeigt ein sehr gutes taktisches Verständnis", so Dutt. Er und der andere Newcomer Anton Putsila (nicht Putsilo!) belebten den Konkurrenzkampf im Training.

Besonders in der Besetzung der Mittelfeldpositionen hat Dutt nun einigen Spielraum. "Auf diese Situation habe ich lange gewartet", so Dutt. Jan Rosenthal, der verletzungsbedingt in Nürnberg gefehlt hatte, sei wieder fit, Banovic könne immer eine Chance bekommen und Max Nicu zeige in den vergangenen Wochen eine sehr gute Entwicklung, "wir werden noch sehr viel Freude an ihm haben."

Ob er das standardmäßige 4-1-4-1 mit Papiss Cissé als einziger Spitze spielen lasse oder doch das 4-4-2, das in Nürnberg zum Erfolg führte, ließ er offen. "Das würde Christian Gross sicherlich auch interessieren", meinte Dutt süffisant. "Wir wollen den VfB auf jeden Fall unter Druck setzen."

Für das Sicherheitsspiel (kein Hochrisikospiel) sind noch Sitzplatzkarten für die Haupt-, die Ost- und die Südtribüne erhältlich. Am Sonntag um 21.45 Uhr werden Robin Dutt und VfB-Trainer Christian Gross bei "Sport im Dritten" zu Gast sein.

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