SC Freiburg: Hallo, wir sind die Neuen!

Charlotte Janz & Frank Zimmermann

Sechs junge Kicker verstärken in der kommenden Saison den SC Freiburg. Der Älteste ist 24 – der Jüngste gerade einmal 19. Woher sie kommen und welche Ziele sie haben:



Vegar Eggen Hedenstad

Geburtsort: Elverum (Norwegen)
Geburtsdatum: 26.6.1991
Position: Rechter Verteidiger
Bisherige Vereine: Elerum Fotball, Stabaek IF

Wo sind Sie groß geworden?

Ich bin in Elverum groß geworden, einer kleiner Stadt mit 20.000 Einwohnern zwei Autostunden nördlich von Oslo. Jeder kennt da jeden, man kümmert sich umeinander, die Atmosphäre ist gut. Es gibt viel Natur, sie sieht fast aus wie hier – viele Wälder und Berge. Als Kind bin ich viel mit meinem Vater und meiner Familie oft im Wald gewesen; meine Familie lebt heute noch dort. Mit 16 bin ich in die Nähe von Oslo gezogen, um dort zur Schule zu gehen und bei Stabaek IF zu spielen.

Gibt es etwas, das Sie von daheim mit nach Freiburg gebracht haben?

(Überlegt.) … Nein, nicht wirklich, nur Kleider und so ein paar Sachen, sonst nur mich, keine Freundin, noch nicht (lacht). Ich habe darüber nachgedacht, braunen Ziegenkäse mitzubringen, vielleicht bringt meine Mutter mir welchen mit; meine Familie will mich bald mal besuchen.

Wann haben Sie mit dem Kicken angefangen?

Mit fünf oder sechs in Elverum. Mit Freunden macht man ja immer Sachen, die einem Spaß machen, bei uns war das ganz klar der Fußball. Ich habe zwar auch Handball und Eishockey gespielt und bin Mountainbike gefahren, aber Fußball habe ich schon immer am meisten geliebt.

Wollten Sie damals schon Profi werden?

Natürlich träumt man als Junge davon, aber man denkt nicht wirklich darüber nach. Man will in erster Linie Spaß haben. Mit 14 oder 15 habe ich dann erstmals ernsthafter darüber nachgedacht – da habe ich gemerkt, dass ich recht gut im Fußballspielen bin, wenn ich hart trainiere.

Haben Sie da auch schon mit einer Karriere im Ausland geliebäugelt?

Ja, natürlich. Die norwegische Liga ist zwar gut, aber nicht vergleichbar mit der deutschen Bundesliga. In Norwegen verfolgen viele Menschen die Bundesliga. Mein Landsmann Mohammed Abdellaoue spielt ja auch schon länger in der Bundesliga bei Hannover 96, das ist ein sehr guter Spieler. Ich kenne ihn aber nicht persönlich.

Was war für Sie als Kind der Club Ihres Herzens?

Als Kind war ich Newcastle-United-Fan, Alan Shearer war damals dort der Star. Newcastle ist auch heute noch mein Lieblingsclub … und natürlich Freiburg (lacht).

Hatten Sie irgendeine Vorstellung von Freiburg, bevor Sie hierher kamen?

Ich wusste nicht viel, aber was ich gehört habe, war gut. Alan Junior Ollé Ollé [ehemaliger SC-Spieler, der 2011 zu Hegenstads damaligem Club Stabaek IF gewechselt ist, die Red.] hatte mir von Freiburg erzählt - dass die Leute nett, der Club sehr gut und die Natur schön ist.

Was ist Ihr Eindruck nach den ersten Wochen hier?

Ich mag Freiburg schon sehr. Die Leute sind in der Tat sehr nett, das Wetter ist gerade auch perfekt und die Natur wunderschön. Und ich mag das Essen hier, ich war zum Beispiel schon essen im Coucou und bei Giovanni.

Wenn Sie nicht Fußball spielen, was machen Sie?

Ich habe sehr gerne eine gute Zeit mit Freunden, lese gerne, am liebsten Krimis, zum Beispiel die von Dan Brown, und gehe gerne raus in die Natur.

Was wollen Sie mit dem SC erreichen?

Mein Ziel ist es natürlich, zu spielen. Aber das Niveau ist hier ein anderes als in Norwegen, das ist ein großer Schritt. Ich denke, ich brauche noch etwas Zeit, um die Spieler, den Club und das Spielsystem richtig kennenzulernen.

Ezequiel Calvente




Geburtsort:
Melilla (spanische Enklave in Nordafrika)
Geburtsdatum: 12.01.1991
Position: Mittelfeld / Linksaußen
Bisherige Vereine: Atl. Granada, Betis Sevilla, (zwischenzeitlich) CE Sabadell

Wo sind Sie groß geworden?

Ich bin in Melilla geboren, einer spanischen Enklave in Nordafrika. Als ich nur ein paar Monate alt war, ist meine Familie nach Granada gezogen, in die viertgrößte Stadt Andalusiens mit 240 000 Einwohnern. Das ist meine Heimat: Dort bin ich groß geworden, dort habe ich immer gelebt, dort ist meine Familie, und dort habe ich Freunde, die ich schon kenne, seit ich ganz klein bin.

Gibt es etwas Wichtiges, das Sie von daheim mit nach Freiburg gebracht haben?

Ja. Einen Rosenkranz, den mir mein Vater geschenkt hat. Wo ich auch hingehe, den nehme ich immer mit.

Wie und in welchem Alter sind Sie zum Kicken gekommen?

Ich habe es schon immer geliebt, Fußball zu spielen. Als Kind habe ich jede freie Minute mit Freunden auf der Straße verbracht und gekickt. Mit elf Jahren wurde ich bei einer Meisterschaft in Sevilla entdeckt. Damals spielte ich für Granada. Antonia Barrera, der jetzt mein Berater ist, hat mich dort gesehen und mich angesprochen. Er hat mich zu Betis Sevilla geholt. Und jetzt bin ich hier.

Haben Sie schon als Kind davon geträumt, Profi zu werden?

Immer, wenn die Lehrerin uns Kinder früher gefragt hat, was wir einmal werden wollen, habe ich gesagt "Fußballer". Das war die einzige Option für mich. Diesen Traum habe ich mir erfüllt.

Haben Sie einen Lieblingsverein - Clubbettwäsche, in der Sie als Kind geschlafen haben?

Barça war meine Lieblingsmannschaft, aber ich habe auch Real Madrid gerne spielen sehen. Ronaldinho war eines meiner Vorbilder.

Was wussten Sie vor Ihrer Ankunft über Freiburg?

Nichts. Ich hatte von Stuttgart gehört, München war mir ein Begriff. Aber Freiburg? In der spanischen Fußballerszene ist das nicht so bekannt. Als feststand, dass ich nach Freiburg wechseln würde, hat mein Berater angefangen, mir Sachen über die Stadt zu erzählen: dass Freiburg ein warmes Klima hat, dass es die sonnigste Stadt Deutschlands ist. Das hat mir sehr gut gefallen.

Was sind Ihre ersten Eindrücke von Freiburg?

Freiburg erscheint mir klein, ruhig und schön. Komplett anders als Granada, aber nett. Das Münster habe ich gesehen. Ansonsten hatte ich noch keine Zeit, mir die Stadt näher anzugucken. Den Besitzer des Restaurants "La Playa" habe ich kennengelernt. Im Restaurant "Casa espanola" habe ich schon gegessen. Das war"s bisher.

Wenn Sie nicht Fußball spielen…

…gehe ich gerne ins Kino oder verbringe Zeit mit meiner Freundin. Wir erwarten im Oktober unser erstes Kind. Zuhause bin ich auch gerne mit meinen Freunden ausgegangen. In Granada kriegt man eine Tapas gratis, wenn man etwas trinkt. Das vermisse ich schon. Zurzeit lerne ich in meiner Freizeit Deutsch.

Ihr Ziel mit dem SC:

Ich will dem Team so viel helfen, wie ich kann. Ich werde mein Bestes geben. Ich will, dass der SC mit mir zusammen sein Ziel erreicht.

Sie sind der erste spanische Spieler beim SC Freiburg, aber nicht in Deutschland. Was halten Sie davon, dass plötzlich mehr Spanier in der deutschen Bundesliga spielen?

Die Bundesliga ist sehr stark, in Europa ist sie eine der besten Fußballligen. Wenn ein Spanier dort ein gutes Angebot kriegt, ergreift er es. Denn Erfahrung im Ausland ist wichtig für die Karriere. Außerdem spielt man in Deutschland anders als in Spanien. Mit stärkerem Körpereinsatz. Das zu beherrschen, macht uns wertvoll.

Max Kruse



Geburtsort: Reinbek
Geburtsdatum: 19.03.1988
Position: Mittelfeld
Bisherige Vereine: TSV Reinbek, SC Vier- und Marschlande, Werder Bremen, FC St. Pauli

Wo sind Sie groß geworden?

In Reinbek, in der Nähe von Hamburg. Dort haben wir gutes Wetter, aber nicht so gut wie in Freiburg. Hamburg ist eine schöne Stadt. Die Alster gefällt mir, St. Pauli auch. Bis ich 17 war, habe ich in Reinbek gelebt. Dann bin ich für drei Jahre nach Bremen gegangen. Die letzten drei Jahre habe ich in Hamburg gelebt.

Gibt es etwas Wichtiges, das Sie von daheim mit nach Freiburg gebracht haben?

Mein Kind. Es lebt zwar nicht hier, kommt aber alle zwei Wochen zu Besuch. Das ist ein ganz wichtiger Bestandteil in meinem Leben.

Wie und in welchem Alter sind Sie zum Kicken gekommen?

Angefangen habe ich mit vier Jahren. Da bin ich in den Verein TSV Reinbek eingetreten. Davor habe ich immer im Garten mit meinem Vater gekickt. Er hat mich an den Fußball herangeführt. Aber viel tun musste er nicht. Ich hatte immer einen Ball am Fuß.

Haben Sie schon als Kind davon geträumt, Profi zu werden?

Seitdem ich denken kann, hatte ich den Wunsch. Ich habe eigentlich nie an etwas anderes gedacht.

Haben Sie einen Lieblingsverein – Clubbettwäsche, in der Sie als Kind geschlafen haben?

Als ich ganz klein war, war es mal der HSV. Das hat sich aber schnell gelegt. Danach hatte ich keinen besonderen Bezug zu irgendeinem Verein mehr. Barcelona war natürlich immer ein Traum – die beste Mannschaft, die es je gegeben hat.

Was wussten Sie vor Ihrer Ankunft über Freiburg?

Ich wusste, dass es mit dem Autofahren hier ein bisschen schwierig werden kann. Freiburg ist eher was für Radfahrer, hat man mir gesagt: Viel 30er-Zonen, gerade nach 22 Uhr. Für mich als Autofahrer ist Hamburg da besser. Dort ist alles etwas rasanter. Jetzt bin ich aber in Freiburg - und bald kaufe ich mir ein Fahrrad.

Was sind Ihre ersten Eindrücke von Freiburg?

Die Stadt ist sehr schön. Hier läuft alles ein bisschen ruhiger und gemütlicher als in Hamburg. Für mich persönlich ist Freiburg aber gut, da ich nicht so im Fokus stehe. Hier kann ich in Ruhe arbeiten.

Was gefällt Ihnen an Freiburg?

Die Altstadt. Dort gibt es sehr gute Restaurants. Viel mehr habe ich hier bisher noch nicht gesehen.

Ihr Ziel mit dem SC:

Ich hoffe, dass die Mannschaft an die Rückrunde der letzten Saison anknüpfen kann, dass wir so guten Fußball spielen, wie es der SC letztes Jahr gezeigt hat. Ich hoffe, dass ich meinen Teil dazu beitragen kann. Und dass wir so bald nichts mit dem Abstieg zu tun haben werden.

Wenn Sie nicht Fußball spielen…

…treffe ich meine Freunde oder gehe ins Kino. Ich bin ein echter Filmfreak und gehe eigentlich einmal die Woche ins Kino. Das ist meine Hauptbeschäftigung neben Fußball.

Mounir Bouziane



Geburtsort: St. Louis, Frankreich
Geburtsdatum: 05.02.1991
Position: Angriff
Bisherige Vereine: Racing Straßburg, SC-Jugend, SC II

Wo sind Sie groß geworden?

In St. Louis im Elsass. Das ist ein kleines Dorf mit 20.000 Einwohnern. Dort habe ich gelebt, bis ich zwölf war. Dann bin ich nach Straßburg aufs Internat gegangen und habe angefangen, bei Racing Straßburg Fußball zu spielen.

Gibt es etwas Wichtiges, das Sie von daheim mit nach Freiburg bringen?

Meine zwei Armbänder und meine Halskette. Ich muss sie beim Training zwar ausziehen, aber sonst trage ich sie immer.

Wie und in welchem Alter sind Sie zum Kicken gekommen?

Meine Eltern haben mich gefördert, ich habe Fußball immer geliebt. Mit Freunden habe ich viel gespielt. Mit vier Jahren ging’s dann in den Verein. Damals war ich aber noch so klein, dass ich nicht an Matches teilnehmen durfte, sondern nur am Training.

Haben Sie schon als Kind davon geträumt, Profi zu werden?

Immer. Ich hatte nur Fußball im Kopf – nie etwas anders.

Haben Sie einen Lieblingsverein – Clubbettwäsche, in der Sie als Kind geschlafen haben?

Ich war Fan aller Clubs, in denen Zinedine Zidane gespielt hat: also von Juventus Turin, Real Madrid. Mein französischer Lieblingsclub war Olympique Marseille.

Was wussten Sie vor Ihrer Ankunft über Freiburg?

Praktisch nichts. Straßburg ist zwar nicht weit entfernt, aber bevor ich angefangen habe, vor drei Jahren in der U19-Mannschaft des SC zu spielen, war ich noch nie in Freiburg.

Wie gefällt Ihnen Freiburg?

Ganz gut. Die Stadt ist nett und ruhig, die Atmosphäre familiär – auch beim SC. Meistens komme ich aber nur zum Training nach Freiburg. Ich wohne in Straßburg und pendle jeden Tag zusammen mit Jonathan Schmid.

Ihr Ziel mit dem SC:

Mein Ziel ist es, viel Spielpraxis zu erhalten. Ich soll erstmal Erfahrung im Regionalligateam sammeln. Ich möchte diese Saison hart an mir arbeiten. Und natürlich würde ich gerne herausstechen.

Wenn Sie nicht Fußball spielen…

…treffe ich mich mit meinen Freunden oder sehe meine Freundin. Ich gehe gerne ins Kino und spiele Tennis.

Marco Terrazzino



Geburtsort: Mannheim
Geburtdatum: 15.4.1991
Position: Mittelfeld / Rechtsaußen
Bisherige Vereine: VfL Neckarau, TSG Hoffenheim, Karlsruher SC

Wo sind Sie groß geworden?

Meine Familie stammt aus Sizilien, aber ich bin in Mannheim aufgewachsen. Meine Eltern haben in Mannheim ein Restaurant. Ich bin ein sehr heimatverbundener Typ, als gebürtiger Italiener ist es mir wichtig, dass die Familie nah ist. In Freiburg bin ich ja nicht so weit weg. Ich habe zwei Brüder, einer, Stefano, ist Tänzer, er lebt in Polen und hat auch schon mal bei der RTL-Show "Let"s Dance" mitgemacht.

Wie und in welchem Alter sind Sie zum Kicken gekommen?

Ich habe das Fußballspielen beim VfL Neckarau gelernt, Neckarau ist ein Stadtteil von Mannheim. Angefangen habe ich mit vier Jahren. Mein einer Bruder hat auch Fußball gespielt, er hat mich auch zum Fußball gebracht und trainiert. Mein Trainer beim VfL Neckarau war der ehemalige Bundesligaspieler Stephan Groß. Ich habe dort eine gute Jugend erlebt, war auch erfolgreich, und bin dann mit 16 zusammen mit sechs anderen Spielern in die B-Jugend der TSG Hoffenheim gewechselt, wir wurden gleich im ersten Jahr deutscher B-Jugend-Meister.

Gibt es etwas Wichtiges, das Sie von daheim mit nach Freiburg bringen?

Ich hatte in Karlsruhe eine WG mit Pascal Groß [spielt inzwischen beim Zweitligisten FC Ingoldstadt, die Red.], ich habe die Möbel mitgenommen - und er den Fernseher (lacht).

Haben Sie schon als Kind davon geträumt, Profi zu werden?

In der C- und B-Jugend habe ich angefangen, davon zu träumen, mal in der Bundesliga zu spielen.

Haben Sie einen Lieblingsverein – Clubbettwäsche, in der Sie als Kind geschlafen haben?
Mein Lieblingsverein ist ein italienischer Club, Juventus Turin. Ich war immer ein großer Fan von Alessandro del Piero. Ich schaue auch jetzt noch immer, was Juve macht.

Wenn Sie nicht Fußball spielen…

Meine Freundin ist oft aus Mannheim zu Besuch. Wenn ich nicht mit ihr zusammen bin, bin ich gerne zum Abhängen mit Mannschaftskollegen in der Stadt – wir gehen was essen oder ins Kino oder spielen Playstation. Meine Eltern kommen jetzt zum ersten Mal zu Besuch, meine Freunde waren auch schon da, ich fühle mich hier sehr wohl. Ich kenne noch aus der Hoffenheim-Jugend die SC-Amateur-Spieler, Umberto Tedesco und Marco Raimondo-Metzger.

Was wussten Sie vor Ihrer Ankunft über Freiburg?

Von vielen hatte ich gehört, dass Freiburg eine schöne Stadt ist, das kann ich jetzt nur bestätigen. Sehr ruhig, sehr idyllisch, ich fühle mich sehr wohl hier. Ich mag die Altstadt, da ist immer viel los.
Vom SC hatte und habe ich einen guten Eindruck, das ist hier optimal für junge Spieler, die werden hier sehr gut gefördert. Christian Streich kenne ich schon aus der Jugend, er war für mich ein großer Grund hierher zu kommen. Als ich gehört habe, dass Freiburg interessiert ist, war ich sehr glücklich, da ist mir die Entscheidung sehr leicht gefallen.

Ihr Ziel mit dem SC?

Das Wichtigste ist, die Klasse zu erhalten. Ich persönlich will mich weiterentwickeln, auf meine Chance warten und so viele Einsätze wie möglich haben.

Christian Günter



Geburtsort: Villingen
Geburtsdatum: 28.2.1993
Position: Linker Verteidiger
Bisherige Vereine: FV Tennenbronn, SC Freiburg-Jugend und SC-F II

Wo sind Sie groß geworden?

Ich komme aus Tennenbronn, einem Dorf in der Nähe von St. Georgen im Schwarzwald mit 4000 Einwohnern. Da geht es sehr gemütlich zu, die Landschaft ist toll da. Viele meiner Verwandten leben dort.

Wie sind Sie zum Kicken gekommen?

In unserem Dorf hat der Fußball einen sehr hohen Stellenwert. Der FV Tennenbronn ist gerade in die Landesliga aufgestiegen. Auch viele meiner Cousins spielen beim FV. Meine Schwester hat früher auch mal Fußball gespielt, aber inzwischen spielt sie nicht mehr. Ich habe früher die meiste Zeit mit meinen Freunden auf dem Sportplatz verbracht. Zum Fußball bin ich durch meinen Vater gekommen, der auch in Tennenbronn im Club gespielt hat, da war ich so vier Jahre alt. Mein Vater hat mit mir viel Einzeltraining gemacht. Das hat sicherlich geholfen. Ich habe immer mehr trainiert als die anderen, ich denke, nur so kommt man weiter.

Haben Sie schon immer davon geträumt, Profi zu werden?

Ja, den Traum, Profi zu werden, gab es schon immer. Aber ich habe mir immer kleine Ziele gesetzt. Als ich klein war, wollte ich in die Schwarzwaldauswahl, dann war die südbadische Auswahl das nächste Ziel. Und natürlich wollte ich irgendwann in einen größeren Verein. In der C-Jugend - da war ich 13 - hat mich der SC in der Schwarzwaldauswahl gesehen und zum Probetraining eingeladen. Ich bin dann fünf Jahre lang gependelt, anfangs mit dem Zug oder meinen Eltern, und als ich dann 18 war, bin ich selbst gefahren.

Gependelt bin ich, weil ich damals daheim vor meinem Realschulabschluss stand. Ich habe dann noch eine Ausbildung zum Industriemechaniker bei einem Unternehmen in St. Georgen gemacht. Der Betrieb hat mich immer unterstützt - ich konnte immer ins Training gehen, und wenn Trainingslager war, konnte ich Urlaub nehmen. Vor kurzem habe ich meinen Abschluss gemacht, ein halbes Jahr früher als geplant.

Haben Sie einen Lieblingsverein – Clubbettwäsche, in der Sie als Kind geschlafen haben?

Natürlich schaut man sich gerne den FC Barcelona, aber mein Traumverein war eigentlich immer schon der SC Freiburg. Ich erinnere mich noch an Spieler wie Soumalia Coulibaly oder die "Willis" [gemeint sind die Georgier Levan Kobiashvili, Alexander Iashvili, Levan Tskitishvili, Otar Khizaneisvili und der deutsche Spieler Tobias Willi, die Red.] zu Volker Finkes Zeit.

Haben Sie Lieblingsspieler?

Man schaut natürlich gerne Messi zu. Bei den Außenverteidigern kann ich mir von Dani Alves viel abschauen.

Was mögen Sie an Freiburg?

An der Stadt schätze ich, dass sie noch ein bisschen ländlich ist und nicht so eine Riesengroßstadt. Die Innenstadt gefällt mir super, und ich mag die Dreisam, da gehe ich abends gerne mal mit meiner Freundin hin. Ich habe jetzt in Littenweiler eine Wohnung.

Wenn Sie nicht Fußball spielen…

… bin ich gerne mit Freunden unterwegs und natürlich mit meiner Freundin. Wenn es die Zeit hergibt, spiele ich gerne Tennis.

Ihr Ziel mit dem SC?

Mein persönliches Ziel ist, dass ich mich Schritt für Schritt weiterentwickle und Spielzeit bekomme, auch bei den SC-Amateuren. Ich will im Training jedes Mal Gas geben und mich anbieten. Natürlich will ich auch bei den Profis spielen, aber ich denke, das dauert noch seine Zeit. Ziel mit dem SC ist der Klassenerhalt.

Mehr dazu:

  [Fotos: Michael Bamberger]