SC Freiburg gegen Mainz 05: Erstes Heimspiel, erste Niederlage

Joel Ibrahim

Der SC Freiburg hat am Samstag sein erstes Heimspiel gegen Mainz 05 mit 1:2 (0:0) verloren. Nach einem holprigen Saisonstart befindet sich der Sportclub jetzt mit einem Punkt aus zwei Spielen auf Tabellenplatz 13. Die Tore an einem sommerlichen Nachmittag schossen Marcel Risse (64. Minute) und Eric-Maxim Choupo-Moting (79.). Kurz vor Schluss erzielte Papis Demba Cissé noch den Anschlusstreffer (90.).



Zugegeben: Der SC hatte sich im Pokal in Unterhaching (2:3) und am ersten Spieltag in Augsburg (2:2) nicht gerade mit Ruhm bekleckert – gute Eigenwerbung sieht anders aus. Aber alleine die Vorfreude auf das erste Heimspiel der Saison, kombiniert mit angenehm hohen Temperaturen,  hätte für ein ausverkauftes Haus sorgen müssen. Es kamen aber nur 20.600 Zuschauer, was erneut die Frage der Notwendigkeit eines neuen Stadions aufwirft.


Für die Anwesenden gab es beim Einlaufen beider Mannschaften erstmal was fürs Auge. Die Natural Born Ultras (NBU) hatten die Sommerpause genutzt und eine ansehnliche Choreo eingeübt. In großen Buchstaben war zu lesen:

WENN DER BALL WIEDER ROLLT ...
MIT SORGEN AUF ZUM NÄCHSTEN STREICH!

Garniert wurde der Schriftzug von zwei übergroßen SC-Kickern die sich einen dreidimensionalen, von der Nordtribüne herunterhängenden Ball zuspielten und einer weniger detailreich gemalten Fankulisse.

Die Partie lief aus Freiburger Sicht sehr durchwachsen. Die Mannschaft zeigte sich von zwei Seiten. Einerseits mit guten spielerischen Ansätzen und mutigem Auftreten, was sich auch in einigen guten Torchancen wiederspiegelte. Andererseits mit haarsträubenden Abspielfehlern und Abstimmungsproblemen, wodurch Ball- und Raumgewinne schnell wieder verloren gingen. Scheint die Offensive auf einem guten Weg zu sein, musste der Autor immer wieder mit Schrecken dem Abwehrverhalten dieser Mannschaft zusehen. Es wäre zu einfach, der hinteren Viererkette die alleinige Schuld in die Schuhe zu schieben, aber die besondere Langsamkeit der in die Jahre gekommenen Barth, Butscher und Krmas war nicht zu übersehen.



Weil in der zweiten Halbzeit auch die anderen Mannschaftsteile eine schnelle Rückwärtsbewegung vermissen ließen, sah es zeitweise so aus, als verteidige der junge Oliver Baumann im Tor alleine gegen die anrennenden Mainzer. Beachtlich, welche Paraden er zeigte, logisch aber auch, dass bei einer solchen Verteidigung Gegentreffer früher oder später fallen mussten. Das Aufbäumen danach kam zu spät. Trotzdem interessant, wie der nicht gerade filigran, aber dafür effizient und kämpferisch spielende Stefan Reisinger erst von besonders lautstarken Fans gefordert, dann auch eingewechselt wurde und auch den Rest des Publikums mit seinen Aktionen wieder mitreißen konnte.

Zum Spiel ist alles wichtige geschrieben, sollte abschließend noch eine etwas kuriose Geschichte erzählt werden: Einige Euro dürfte der SC in der Sommerpause für einen zusätzlichen, festinstallierten Container unter der Nordtribüne investiert haben. Ein Infostand von besonders aktiven Fans sollte einziehen, um sich besser präsentieren und mit anderen kommunizieren zu können. Dumm nur, dass besagter Container für einen Infostand gänzlich ungeeignet ist. Das Ausguck-Fenster ist so klein, dass immer nur ein Besucher davor stehen kann. Auch sucht man eine Ablagefläche für eventuelle Flyer und andere Publikationen vergeblich, weshalb der Infostand nun vor dem Container provisorisch mit einem Tisch zu finden ist. Wer wohl diesen Bock von Fehlplanung geschossen hat?

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[Bild 1: dapd; Bild 2: apd]