2016/18

SC Freiburg feiert mit seinen Fans die erfolgreiche Saison

Frank Zimmermann & Alexandra Röderer

Theoretisch ist die Qualifikation für die Europa League noch drin. Doch auch wenn das nicht klappen sollte, ist die aktuelle Saison für den SC Freiburg sehr erfolgreich verlaufen. Ein Grund zu feiern.

Alle Stimmungen auf einmal konnte man am Samstag nach dem letzten Saisonspiel des SC Freiburg im und um das Stadion aufnehmen. Da war die Freude auf der Nordtribüne über eine Saison, die sich so letzten Sommer niemand vorgestellt hatte. So mussten denn auch alle Spieler und nicht nur einer wie üblicherweise über den Zaun klettern zu den Fans. Auch der viel gefeierte Trainer, der besungen wurde und erst kam, als sich sein ganzer Trainerstab zur Fanwand bewegte.


Der SC Freiburg feiert eine garantierte Platzierung unter den Top 8 in der aktuellen Bundesligasaison. Nach dem Unentschieden gegen den FC Ingolstadt steht der SC Freiburg auf Rang 6, ist aber davon abhängig, wie die Partien 1. FC Köln – Mainz 05 und Borussia Dortmund – Werder Bremen ausgehen werden.

In der Pressekonferenz hatte Streich dann fast Tränen in den Augen. Nicht ob der eigenen Leistungen in dieser Saison, sondern weil der Gegner des Tages, der FC Ingolstadt, abgestiegen war. Streich erinnerte sich an den letzten SC-Abstieg und sagte in Richtung des Ingolstädter Trainers Mike Walpurgis: "Die nächsten zwei Wochen werden die Hölle sein." Fragen zur Europa League wiegelte er ab: "Mit Europa habe ich gerade nicht so viel am Hut."



Flankiert von jubelnden Fans ging es für die Spieler, die das Saisonabschluss-T-Shirt "Freuburg – Zweitausendsiebzehn" trugen auf die Bühne hinter der Nordtribüne – wo sie von 3000 Anhängern begeistert empfangen wurden. "Die Fans haben den gleichen Anteil wie die Spieler", sagte er auf die Frage von Moderatorin Julica Goldschmidt nach dem Anteil der Fans an der erfolgreichen Saison. "Das ist eine Symbiose." Die entscheidenden Momente seien gewesen, als man abgestiegen sei, "da waren wir alle da, das war entscheidend".

"Platz sechs ist eine einzigartige Geschichte und ich freue mich, dass ich daran teilnehmen durfte", bilanzierte SC-Top-Joker Nils Petersen. "Vor zwei Jahren dachten wir nach dem Abstieg, die Welt geht unter – und jetzt sieht man, was diese Gemeinschaft bewirken kann."

"Mit dieser Mannschaft ist alles möglich." Christian Streich
Am letzten Spieltag wartet auf den SC Freiburg der amtierende Deutsche Meister FC Bayern München – und das vor heimischem Publikum. "Man muss jetzt sehen, wie es am Ende ausgeht", so Streich.

So wenig wie zuvor gegenüber den Journalisten über Europa wollte er vor den Fans über die neue Saison sprechen: "Ich habe jetzt keine Lust, an die neue Saison zu denken." Aber mit dieser Mannschaft sei alles möglich. Worauf dem Coach ein lautes "Zieht den Bayern die Lederhosen aus..." entgegenschmetterte. Florian Niederlechner, groß geworden als Fan der "Blauen", also des TSV 1860 München, stimmte in den Lederhosensong ein – und die Fans dankten es ihm.



Aber Niederlechner war der Einzige, der an diesem Tag singen wollte, denn da ist ja noch dieses letzte Spiel am kommenden Samstag beim FC Bayern, das die ganze Mannschaft nicht so recht in ausgelassene Feierstimmung brachte. Man weiß einfach noch nicht, wie die Saison endet. Weshalb auch Mike Franz anders als letztes Jahr kein "Hulapalu" singen wollte. "Wir sind heute schon ein bisschen enttäuscht. Und nächste Woche ist ja noch ein Spiel."

Ach ja, Maximilian Philipp setzte noch kurz einen schrecklichen Bollenhut mit Zöpfen auf. Und Karim Guédé gab eine kurze Einlage an den Drums mit so viel Power, dass ein Stick zerbrach. Nach 15 Minuten auf der Bühne zog die Mannschaft weiter und machte eine Stippvisite in der VIP-Lounge. Derweil grölte auf der Südtribüne auch zwei Stunden nach dem Spiel eine Gruppe von Fans. "Olé, olé ..."

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