Schwarzwaldstadion

SC Freiburg erwägt Gedenkaktion für ermordete Studentin an der Dreisam

David Weigend

Am Samstag empfängt der SC Freiburg den FC Augsburg. Die Verantwortlichen des Sportclubs diskutieren darüber, ob man am Rande des Spiels der getöteten Studentin gedenken solle.

Die 19-jährige Medizinstudentin ist Sonntagnacht auf dem Rückweg von einer Party an der Dreisam vergewaltigt und umgebracht worden.


Was für solch eine Geste spricht: die Nähe von Tatort und Stadion, nur wenige Meter voneinander entfernt. Und vielleicht auch die Tatsache, dass der SC Freiburg sich als studentenfreundlicher Verein gibt. Regelmäßig begrüßt Unirektor Schiewer die Erstsemester samt Eltern im Schwarzwaldstadion. Denkbar wäre etwa eine Schweigeminute vor dem Anpfiff um 15.30 Uhr oder auch, dass die SC-Spieler mit Trauerflor auflaufen.

Schwierige Abwägung im Verein

Auf BZ-Nachfrage sagt SC-Pressesprecher Sascha Glunk: "Wir werden das Thema auf jeden Fall diskutieren. Auch wir sind geschockt und es ist uns ein Anliegen, dem Opfer zu gedenken. Mit Rücksicht auf die trauernden Angehörigen und die laufenden Ermittlungen der Polizei müssen wir die Frage sensibel behandeln." Das letzte Mal habe der SC im Jahr 2012 eine derartige, symbolische Aktion organisiert. Auslöser war die Brandkatastrophe in der Caritaswerkstätte St. Georg in Titisee-Neustadt am 26. November 2012. Damals kamen 14 Menschen ums Leben.

Lichter-Aktion hinter der Nordtribüne

Wenn man sich in Fankreisen umhört, gibt es noch keine Gruppierung, die eine spezielle Gedenkaktion am Samstag plant. Natürlich hat der Mord in unmittelbarer Nähe zum Stadion viele Anhänger erschüttert. Doch sei nicht bekannt, dass das Opfer einen besonderen Bezug zum SC Freiburg oder zur Fanszene gehabt habe. Allerdings gibt es auf Facebook den Aufruf zu einer "Lichter-Aktion" hinter der Nordtribüne beim Heimspiel gegen Augsburg.
Derweil sucht die Polizei mit Flugblätternnach Hinweisen. Die Ermittler erhoffen sich dadurch neue Erkenntnisse. Zudem kontrollierten und befragten sie nachts rund um den Tatort Passanten und Fahrradfahrer. Mehr dazu: Polizei befragt nachts Passanten und Radfahrer an der Dreisam in Freiburg

Organisiert wird die Aktion von Sabrina Giesler aus Gengenbach. Sie will vor dem Spiel eine Kerze an der Dreisam aufstellen und hofft, dass es ihr viele gleichtun: "Ich kannte die Frau nicht, aber es ist dort wie ein Zuhause für mich, da ich dort lache, weine und feiere", schreibt Giesler. Bislang gibt es 80 Zusagen.

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