SC: Dufner neuer Manager, Schmid nicht haltbar

David Weigend

Dies wurde heute Mittag auf einer Pressekonferenz im Dreisamstadion bekannt gegeben. Anwesend war auch Präsident Achim Stocker. Er äußerte sich zu den aktuellen Transferplänen, der "Wir-sind-Finke"-Aktivität und der weiteren Zusammenarbeit mit Mannschaftsarzt Andreas Schmid. [Mit Video der Pressekonferenz.]



Andreas Bornemann, gewesener Manager des SC-Freiburg, verfolgte die Pressekonferenz schweigend von einem Platz ganz hinten. Warum musste er gehen? Achim Stocker sagt: "Wir waren mit Bornemann sehr zufrieden. Aber die sportlichen Vorstellungen von ihm und dem neuen Trainer Robin Dutt waren nicht zu vereinbaren." Konkret heißt das: Bornemann und Dutt hatten konträre Meinungen darüber, welche neuen Spieler verpflichtet werden sollten und wieviel Geld der Verein dafür zahlen könne.


Ob Bornemanns Abschied etwas damit zu tun habe, dass er Achim Sarstedt als Finkenachfolger favorisiert habe, dazu wollte Stocker nichts sagen. Man muss aber kein Psychologe sein, um zu vermuten, dass Bornemanns Pro-Sarstedt-Haltung nicht gerade zum guten Verhältnis zwischen ihm und Dutt beigetragen hat.



Stocker kennt den Rechtsanwalt Dufner seit 12 Jahren und hat ihn vor knapp zwei Wochen kontaktiert. Der frühere Sportdirektor von Ligakonkurrent 1860 München arbeitete in den letzten drei Jahren als Sportanwalt in München. Es ist heute Dufners erster Tag beim SC. Er sagte: "Es soll eine Partnerschaft werden zwischen Dutt und mir."

Dann bestätigte Dufner die SC-Neuzugänge Ivica Banovic (vom 1. FC Nürnberg) und Heiko Butscher (vom VfL Bochum). Beide haben beim SC einen Zweijahresvertrag unterzeichnet, beide wollte "Dutt unbedingt haben", so Dufner. Außerdem hat Seyi Olajengbesi seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert.

Neuer Torwarttrainer wird Marco Langner (SSV Reutlingen). "Das Trainerteam ist somit zunächst komplett", sagte Dufner. Weitere Überlegungen bestünden jedoch hinsichtlich von Spielerverpflichtungen. "Die Mannschaft wird aber nicht so auseinanderfallen, wie dies manche Medien in den vergangenen Wochen kolportiert haben".



Zur Kaderfrage nahm Stocker dann Stellung. "Wir sind nicht bereit, den Spieler Mohamad abzugeben. Das werden wir ihm auch so sagen. Köln hat an ihm Interesse." Außerdem hat der Hamburger SV, wie seit längerem bekannt, Interesse an Jonathan Pitroipa. "Aber auch der ist nicht verkäuflich", so Stocker. Im Fall von Soumaila Coulibaly sei der SC jedoch gesprächsbereit.

Außerdem dürfe man nie nie sagen. Stocker: "Wenn Köln fünf Millionen für Mohamad auf den Tisch legt, bitteschön." Fest stünde bisher aber nur, dass Mohamads Freund Roda Antar nach Köln geht, außerdem Iashvili (Ziel unbekannt) und Diarra (Kaiserslautern). Ibrahim Tanko wird Fußballehrer.

Niels Hansen verlängert seinen Vertrag beim SC, Dennis Kruppke wird vom VfL Lübeck nach Freiburg zurückkehren.



SC-Präsident Stocker hat sich mit Volker Finke über eine Abfindung geeinigt. Die Summe kommentierte Stocker mit: "Sie hält sich in Grenzen." Bei der Einigung mit Bornemann sei man auf einem guten Weg. "Wir sollten uns nicht vor dem Arbeitsgericht treffen", so Stocker, der relativ süffisant agierte und sogar einen ironischen Kommentar zu seiner Kreuzfahrt abgab.

Morgen Nachmittag will die "Wir sind Finke"-Initiative ihren Antrag auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung abgeben. Stocker sagte dazu: "Ich berufe die Versammlung ein, wenn ich sie einberufen muss." 558 Mitglieder müssten die "Wir sind Finke"-Aktion unterstützen, um das geforderte Quorum von 25 Prozent zu erzielen.

Der Vorstand werde die Gültigkeit der Petition einer gründlichen, rechtlichen Prüfung unterziehen.

Zuletzt ging es um Andreas Schmid, der wegen seines Doping-Geständnisses heute morgen von der Freiburger Uniklinik entlassen wurde. Schmid war auch als Internist beim SC Freiburg tätig. Und jetzt?

Stocker reagierte defensiv, denn er schätzt Schmid nach wie vor über alles. "Wir werden uns vorläufig nicht von Schmid trennen. Für mich gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung. Der Vorstand wird in Ruhe entscheiden."

Dann jedoch ergriff Dirk Dufner, der neue Manager, das Wort: "In dem Moment, wo Doping bewiesen ist, müssen wir uns von Schmid trennen. Auch wegen unserer Vorbildfunktion. Das ist meine Meinung als Sportdirektor."

Es müsste also schon sehr viel passieren, dass Stocker gegen den Willen aller eine weitere Zusammenarbeit mit Schmid durchboxt. "Aber das weiß man bei mir ja nie", so Stocker am Schluß.