Save my nature: Ein soziales Netzwerk will die Umwelt retten

Janna Breitfeld

Keine Online-Plattform hat es bisher geschafft, alle Freunde der Natur unter einen Hut zu bringen. Einen neuen Versuch startet jetzt savemynature.com. Das soziale Netzwerk will alles bündeln, was mit der Natur zu tun hat - eigentlich eine gute Sache.



Ein AKW in der Nähe, eine hübsche Blume im Garten, der Vorsatz, von jetzt an vegetarisch zu leben - auf Savemynature.com, einem thematischen sozialen Netzwerk für Umweltfreunde jeglicher Art, können Benutzer all das posten.


Als Pinnwand dient eine Weltkarte à la Google Maps, die sich mit verschiedenen, auch wertenden Icons bestücken lässt. User Dirk aus Freiburg hat zum Beispiel dem AKW Würgassen einen negativen Spot aufgedrückt: „Weil ich schon als Kind bei einem Schulausflug dorthin gekarrt wurde - wahrscheinlich wurde dieser Ausflug auch noch von der Mafia bezahlt.“

„Bei savemynature.com soll jeder, der sich für Nachhaltigkeit interessiert, ein Zuhause finden“, sagt Cornelia Weiss, Pressesprecherin der save our nature foundation, die die Online-Plattform initiiert hat. Die Stiftung, gegründet von Filmproduzent Thilo Graf Rothkirch, will durch Medienprojekte das Bewusstsein für Nachhaltigkeit stärken.

Noch scheint das virtuelle Zuhause allerdings relativ unentdeckt. Aus unserem grasgrünen Städtle sind gerade mal fünf Benutzer registriert. User Simon aus Freiburg steht dem Nutzen dieser Plattform kritisch gegenüber: „Was bringt die Mitgliedschaft in einer virtuellen Gruppe eines sozialen Netzwerks der Natur?“



„Wir wollen die Menschen sensibilisieren und informieren“, sagt Cornelia Weiss. Hierfür setzt ein Redaktionsteam fleißig Info-Spots auf die Weltkarte. Und ein Take Action-Button soll installiert werden, über den Wettbewerbe, Votings und Aktionen gestartet werden können.

"Ziel ist es, zu zeigen, dass man auch mit kleinen Dingen etwas verändern kann." Ein Newsletter ist auch in Planung. „Unser Wunsch ist, langfristig eine Verhaltensänderung im alltäglichen Leben zu erzielen, durch die vielen kleinen Dinge, die hier passieren, die man mitverfolgen und an denen man teilnehmen kann“, sagt Cornelia Weiss.

Kritiker halten savemynature.com für eine Nachmache der Öko-Plattform utopia.de. Doch Cornelia Weiss betont: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz. Wir wollen das bündeln, was bisher nur vereinzelt auf Plattformen spezialisierter Umweltorganisationen stattfindet.“

Wer das soziale Netzwerk besucht, sollte sich hüten, es mit facebook zu vergleichen. Es befindet sich noch in der Testphase und ist noch längst nicht so ausgetüftelt und übersichtlich, wie man es anderswo gewohnt ist. Schon auf der Startseite fragt sich mancher Neuling, wie sich das Log-In-Fenster, das den Blick auf die Weltkarte versperrt, eigentlich schließen lässt. Tipp: Am linken Rand der Box befindet sich ein Pfeil, der grün leuchtet, wenn man mit der Maus drüber fährt.

Die Idee, eine globale Öko-Community zu gründen, die das Umweltbewusstsein so stärkt, dass es zum Handeln anregt, ist jetzt, wo die Ozonschicht so schnell schrumpft wie noch nie, äußerst sinnvoll. Nur bei der Umsetzung hapert's noch. Warum zum Beispiel keine Kooperation mit facebook, das etwas nicht ganz Unähnliches mit "Green on facebook" ausprobierte? Derartiges schließt save our nature zwar aus; mit anderen Unternehmen sei die Stiftung aber schon im Gespräch.

save my nature

Quelle: Vimeo


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