Satire versus Wort-Terrorismus in Freiburg

Dirk Philippi

An Wiglaf Droste scheiden sich die Geister. Zwischen Satiriker mit Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis und polemischem Amokläufer polarisiert der 45-jährige Berliner Buch-Autor ("Wir sägen uns die Beine ab und sehen aus wie Gregor Gysi"), Koch-Rezensent ("Häuptling Eigener Herd"), Sänger ("Spardosenterzett"), Theater-Gründer ("Benno-Ohnesorg-Theater") und Journalist ("taz., Titanic") in den deutschen Sphären des Dissidententums. Am Sonntag liest der skandalerprobte Droste um 20 Uhr im Jazzhaus unter anderem aus seinem neuen Buch "Kafkas Affe stampft den Blues".

Erinnerung:
Der legendäre FOTO-FIX-FICK-SKANDAL

Nachdem Wiglaf Droste bei der „taz.“ Redakteur der Medienseite geworden war, kam es zum Frauentag am 8. März 1988 zum Eklat: Droste verlor seine taz.-Redakteursstelle, nachdem er einen großen Aufmacher mit dem Titel "Der Fotofix-Fick" mit einer in eine Vagina gestopften Banane illustrieren ließ.


Erinnerung II:
Der Vorwurf des Mord-Aufrufs

Wegen der gemeinsam mit Gerhard Henschel verfassten Krimi-Satire "Der Barbier von Bebra", in welchem u.a. auch Wolfgang Thierse, Rainer Eppelmann und Jürgen Fuchs einem Serienmörder zum Opfer fielen und der als Fortsetzungsroman in der "taz." erschien, warfen die Politiker Konrad Weiß und Vera Lengsfeld Droste Aufruf zum Mord vor.  Folge: Wochenlanges Medien-Gezeter.