Sasha auf dem ZMF: Hüftschwung zum Aufheizen, Eiswürfel zum Abkühlen

Hannah Allgaier & Dominic Rock

Gut gelaunt und mit neuen Songs im Gepäck stand Sasha nach einem Besuch 2006 am Sonntagabend zum zweiten Mal auf der Bühne des ZMF: es war ein umjubelter Auftritt.



21.56 Uhr, ZMF, Zirkuszelt:
„Ich muss das jetzt wirklich von ganzem Herzen sagen. Viele Künstler sagen das zu jedem Publikum, aber ihr seit wirklich das Beste, das wir je hatten!“ beteuert Sasha gerührt am Ende seines Konzertes. Verschwitzt steht er auf der Bühne und weiß nicht recht wie er mit der Situation umgehen soll.

Zwei Stunden zuvor ist das Zirkuszelt etwa zu drei Vierteln gefüllt. Angenehm, denn so hat jeder noch Platz um sich herum. Mit einer Viertelstunde Verspätung beginnt das Konzert. Das Bühnenbild ist von Anfang an schlicht gehalten worden. Sasha hat zwei Gittaristen, einen Schlagzeuger, Orgel und Bass an seinen Seiten. Er selber steht im einfachen Hemd, Blue Jeans und ärmelloser Weste auf der Bühne.

Ohne Vorankündigung beginnt er mit zwei Songs aus seinem neuen Album „Good News on an Bad Day“. Schon vom ersten Lied an ist die Stimmung euphorisch. Die Anfängliche Skepsis eines Familienfestes, mit vielen Kindern und verliebten Paaren, wird weggewischt. Schon am Ende des zweiten Songs „There she goes“ ist es brütend heiß im Zirkuszelt. Auch das Hemd des Sängers klebt an seinem Oberkörper. Eine kleine Erfrischung gibt’s während des Konzertes aber auch: Sasha wirft einen einzelnen Eiswürfel ins Publikum.

Es gibt Sänger bei denen ist man enttäuscht sie live zu hören. Anders bei Sasha, seine Songs klingen live sehr viel rockiger und frischer, als im Radio.  Der 38-jährige weiß, wie er mit den Frauen im Publikum umgehen muss. Schon bei seinem ersten Song „Please, Please, Please“ lässt er die Hüften kreisen - aber wie sexy. Gerade die älteren Damen schauen sich verschmitzt lächelnd an. Auch die innigen Blickkontakte von Sasha zu einigen Gästen bleiben nicht unbemerkt.

Ein Highlight der Bühnenshow: Sasha teilt das Publikum in zwei Hälften ein. Die linke Hälfte singt seinen Chartshit „I'm still Waitin“, die rechte Hälfte „I feel Lonely“. Er selber singt seinen den Song „Coming Home“. Drei Songs zur gleichen Zeit müssten sich eigentlich grausam anhören. Tut es aber nicht: alle Songs haben die gleichen grundlegenden Akkorde.

Viele Songs auf dem neuen Album verbindet Sasha mit seinem eigenen Leben. So erklärt er die Entstehung seines Liedes „Lipstick on the mirror“. Leider kann man ihn kaum verstehen, weil die Menschen im Publikum so laut kreischen und jubeln, dass Sasha übertönt wird. Doch Fragen wie: „Hat jemand vielleicht noch ein Zimmer in seiner WG frei?“ kann man einfach nicht überhören.

Sasha erinnert auch an den King of Pop: mit der Gitarre in der Hand steht er im Rampenlicht und spielt „Black an White“ von Michael Jackson. Auch bei diesem Song ist das Publikum stimmlich voll dabei. Im Anschluss kommen drei Bandmitglieder auf die Bühne. Zusammen mit Sasha singen sie eine A-capella-Nummer. Wie Sasha grinsend erklärt: „Ohne Kapelle werden wir jetzt singen.“ Klingt wirklich gut und wird von den Zuschauern im Takt klatschend begleitet.

Auch frühere Hits wie „ We can leave the world behind“, „Lucky Day“ oder„This is my life“ kommen gut an, und machen deutlich, wie lange Sasha sich schon im Musikbusiness bewegt. Nicht umsonst wird er als einer der erfolgreichsten deutschen Sänger bezeichnet.

Kurz vor zehn bedankt sich der Künstler für die tolle Stimmung während des Konzertes. Zur Zugabe kommt er nur all zu gerne wieder auf die Bühne. Passend zur Ende der Show heißt der letzte Titel „Good Bye“. „So und jetzt winkt mir alle noch mal, damit ich heute Nacht gut schlafen kann.“ Fordert Sasha das Publikum auf. Alle Hände werden in die Höhe gestreckt und im Takt der Musik wird gewinkt. Ein schönes Bild zum Abschluss eines gelungenen Abends. Die Fans wollen ihren Sasha nicht gehen lassen. Obwohl die Band schon längst von der Bühne ist, wird noch eine Zugabe verlangt. Der Veranstalter kommt extra auf die Bühne und sagt, dass Sasha heute wirklich nicht noch mal kommen wird. Doch es gibt auch ein Versprechen: „Ich kann euch nur versichern, dass Sasha noch mal aufs ZMF kommen wird. Wir haben ihn nicht umsonst noch mal eingeladen.“

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