Samstag: Lesung mit Selim Özdogan im Zündstoff

Bernhard Amelung

Dauerpartys, Rauscherfahrungen, Fin-de-Siècle-Stimmungen und Eskpismusphantasien sind die Themen, die der Autor Selim Özdogan in seinem neuen Roman "DZ" anspricht. Am Samstag liest er im Zündstoff in der Moltkestraße.



"DZ", der neue Roman von Selim Özdogan, spielt in der Zukunft. Die Brüder Damian und Ziggy leben in zwei verschiedenen Welten: Ziggy in einem Europa, das aufgerieben ist von der Diktatur eines radikalen Marktliberalismus und unter den Folgewirkungen dieser kapitalistischen Allmachtsphantasien leidet; Damian in einem Land in Südostasien, in dem jeder lebt, der in Europa keine Lebensgrundlage mehr hat. Das sind Hedonisten, Glücksritter, Bonvivants, Bohemiens, träumerische Phantasten, freiheitsliebende und freidenkende Utopisten. Sie konsumieren bewusstseinserweiternde und -verändernde Drogen, darunter wmk, eine fiktive Substanz, unter deren Einfluss man fremde Sprachen verstehen kann.


So viel zum äußeren Setting. Özdogan, geboren 1971 in Köln-Mülheim, verwendet diese psychedelische Ästhetik, um Themen wie Herkunft, Heimat, Identität, Liebe, aber auch Menschlichkeit und Freiheit, besonders Freiheit vor (staatlicher) Überwachung und sämtliche Lebenssachverhalte bestimmender Marktstrukturen zu behandeln. Der Rausch, das Starke Verlangen nach Kontrollverlust, wird, anders als noch in seinem Roman Zwischen zwei Träumen (2010 für den Deutschen Science Fiction Preis als bester Roman nominiert), letztendlich zu einem Epiphänomen.

Selim Özdogan - Wahrnehmungsveränderungen

Quelle: YouTube


Mehr dazu:

Was: Selim Özdogan liest "DZ"
Wann: Samstag, 28. September 2013, 18 Uhr
Wo: Zündstoff, Moltkestraße 31
[Foto: Tim Bruening]