Samstag: Lesung mit Marcus Staiger im White Rabbit

Bernhard Amelung

Enthemmter Sex, Drogenerfahrungen und eine apokalyptische Endzeitpolitik sind die Themen, die der Autor Marcus Staiger in seinem Romandebüt "Die Hoffnung ist ein Hundesohn" anspricht. Am Samstag liest er im White Rabbit Club.



"Die Hoffnung ist ein Hundesohn" ist der erste Roman des gebürtigen Leonbergers und Wahlberliners Marcus Staiger. Er spielt in einer nicht allzu fernen, fiktiven Vergangenheit: Oktober 2012, Deutschland ist immer noch ein geteiltes Land, Berlin immer noch eine geteilte Stadt, Helmut Kohl immer noch amtierender Bundeskanzler.


Die Wiedervereinigung hat nie stattgefunden. Die Medien, allen voran das Internet, werden überwacht und zensiert, falls die Regierung es für nötig hält. Die Bevölkerung ist entidealisiert, in ihren Köpfen herrscht eine geistige Leere. Diese versuchen sie mit Alkoholk- und Drogenkonsum, Gewaltkriminalität und Sex aufzufüllen.

Staiger veranschaulicht das Ohnmachtsvakuum einer dystopischen Gesellschaft an fünf Protagonisten, einem Postangestellten, einem Journalisten und seiner Freundin, dem Patron einer arabischen Großfamilie und dem amtierenden Innenminister. Staiger stürzt sie am Wochenende der Bundestagswahl - Kohl will sich mit absoluter Mehrheit für seine letzte Amtszeit bestätigen lassen - in einen Rausch aus Alkohol und Drogen, Sex und Gewalt. Nicht alle wachen aus diesem Rausch auf.

Mit präzisen Worten zeichnet Staiger, Gründer des bekannten Rap-Plattenlabels Royal Bunker, ein Bild, das an die Graphic Novels von Alan Moore, Eddie Campbell und Pete Mullins erinnert. So viel zum äußeren Setting. Nimmt man es genau, ist "Die Hoffnung ist ein Hundesohn" nicht das erste literarische Werk des 42-Jährigen. 2013 veröffentlichte er zusammen mit dem Rapper Bushido das Buch "Auch wir sind Deutschland: Ohne uns geht es nicht. Ohne euch auch nicht." - eine Replik auf Thilo Sarrazins umstrittenes Werk "Deutschland schafft sich ab".

Mehr dazu:

Was: Marcus Staiger liest: "Die Hoffnung ist ein Hundesohn". Danach: Beats & Rhymes mit Untergrund Urte & Ubermensch Uncut.
Wann: Samstag, 12. April 2014, 21 Uhr.
Wo: White Rabbit.

[Foto: Max Winter]