8 Frage, 8 Antworten

Samstag: Craftbier-Festival in Freiburg

Benjamin Wissing

Das Craftival 2016 steht vor der Tür. Was Craftbier ist, warum es ein eigenes Festival dafür gibt und wer überhaupt hinter dem Ganzen steckt? Hier sind die wichtigsten Informationen.



1. Was ist Craftbier überhaupt?

Craftbier entstand in den Siebzigern in den USA. Gelangweilt von der geschmacklichen Monotonie der wenigen großen Brauereien begannen einige Bierenthusiasten, ihr eigenes Bier zu brauen. Deutsches Craftbier kann man jedoch nicht eins zu eins vom amerikanischen Modell ableiten.

Es geht um handwerklich gebrautes Bier. In den USA gibt es Brauereien mit einer riesigen Produktionsmenge, die auch unter dem Label Craftbier verkaufen.

Bei Craftbier aus Deutschland geht es jedoch um mehr. Natürliche Zutaten, das Eingreifen in den Brauprozess durch den Brauer selbst, eine nicht automatisierte Brauweise und die Entwicklung und das Testen neuer Rezepturen sind nur einige der Eckpunkte.

Auch die Menge spielt hierbei eine gewisse Rolle. Die deutschen Craftbierbrauereien sind verhältnismäßig klein und haben meist ein relativ kleines Produktionsvolumen.

2. Was ist das Craftival?

Das Craftival ist ein Craftbier-Festival, organisiert von Craftbiermachern für Bierliebhaber, also von Liebhabern für Liebhaber. Zum ersten Mal fand es 2015 statt und war eigentlich als Versuch gedacht. Man rechnete mit circa 500 Besuchern.

Diese Prognose wurde jedoch um das Dreifache übertroffen, was für die Veranstalter völlig unerwartet kam. Der Initialgedanke dabei war, die Freiburger Craftbier-Szene zu präsentieren. Wichtig war von Anfang an, dass es ein Festival aus der Szene heraus ist und nicht durch große Sponsoren getragen wird.

3. Wer sind die Veranstalter?

Das Ganze wird veranstaltet von zwei Akteuren der ersten Stunde der Freiburger Craftbier-Szene. Zum einen ist das das Braukollektiv und zum anderen Decker Bier.

Beide machen Craftbier, verfolgen jedoch eine unterschiedliche Ausrichtung, was die Biere selbst betrifft. Während das Braukollektiv seine Biere an internationalen Bierstilen, wie Ales und IPAs anlehnt, orientiert sich Decker Bier an traditionell deutschen Biersorten und interpretiert diese neu - beispielsweise durch andere Brauverfahren und neue Zutaten.

4. Was sollte man unbedingt probieren?

Es geht beim Craftival nicht darum das "beste" Bier zu finden oder zu küren, sondern darum, sich zusammenzufinden und die Biervielfalt zu entdecken und zu zelebrieren. Dieses Jahr werden 16 Brauereien an dem Festival teilnehmen und jede hat mindestens zwei unterschiedliche Biersorten im Gepäck. Man kann also insgesamt über dreißig verschiedene Biere probieren.

5. Wie kam es zu der Idee?

Einen speziellen Auslöser für das Craftival gab es nicht. Da die Freiburger Szene aber recht überschaubar ist, läuft man sich hier zwangsweise über den Weg. So entstand das Festival aus dem Gedanken heraus, die Freiburger Craftbier-Brauer als Ganzes zu präsentieren.

6. Wo findet das Craftival statt?

Wie im letzten Jahr auf dem Gelände der Schmitz Katze. Aufgrund der unerwartet hohen Besucherzahl 2015 wurde beschlossen, das Ganze zu vergrößern und mehr Fläche bereitzustellen – auch, damit sich die ganze Sache ein wenig mehr verläuft und es mehr Rückzugsmöglichkeiten für die Besucher gibt. Da sich die Decker Garage genau neben Schmitz Katze befindet, war es naheliegend, dass auch deren Innenhof bespielt wird.

7. Und wenn es regnet?

Einen richtigen Plan B gibt es nicht. Zur Not muss auf Schirme oder das Auditorium in Schmitz Katze ausgewichen werden. Das Craftival steht und fällt mit gutem Wetter.

8. Warum sind alle plötzlich so verrückt nach Craftbier?

Man kann nur mutmaßen. Ist es der Wunsch nach Neuem? Ist es Neugierde? Ist es einfach ein gut gemachter Trend?

Fest steht jedenfalls, dass Deutschland eine lange Biertradition hat und Bier einfach schon immer dazu gehörte. Auf die Frage nach dem Lieblingsbier weiß wohl jeder eine Antwort zu geben.

Vielleicht sind die Menschen nach Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten einfach der seit Ewigkeiten unveränderten Geschmäcker überdrüssig und wollen Unterschiedliches ausprobieren und die neue Vielfalt des Bieres kennenlernen. Was auch immer der Grund für den derzeitigen Hype sein mag, die Craftbierbrauer wird es freuen, dass ihr handgemachtes Bier so viel Aufmerksamkeit erfährt.
  • Was: Craftival 2016
  • Wann: Samstag, 13. August 2016, 12 bis 21 Uhr
  • Eintritt: Eintritt 7 Euro inklusive Tasting-Glas