Samstag: Ausstellungseröffnung H.E.A.R.T. und Noise-Musik im Slow Club

Christine Duttlinger

Schmetterlinge, die Gasmasken tragen und Lärm: Am Samstag zeigt Künstlerin Sara-Lena Möllenkamp ihre Filminstallation H.E.A.R.T im Slow Club. Die Ausstellung über den Störfaktor Menschlichkeit begleiten die Noisebands FJØRD und Yass mit nebulösen Sounds:



Ein Mädchen mit Gasmaske kniet am Boden. Die Maske glitzert. Langsam bewegt sie ihren Körper nach links. Viel schneller könnte sie sich wohl nicht bewegen, denn sie hat riesige schwarze Flügel auf dem Rücken. Vorsichtig krümmt sie sich nach oben. Das Gasmasken-Schmetterlingsmädchen ist die Hauptfigur in dem Tanzfilm H.E.A.R.T.


„Ich wollte in dem Film zeigen, dass Fehler eine Sache des Betrachters sind“, so Künstlerin Sara-Lena Möllenkamp. „Deswegen sind über den Bildern zwei unterschiedliche Texte eingesprochen, die von menschlichen Fehlern erzählen.“

Außerdem gibt’s im Film Schmetterlinge und weiß angemalte Geschöpfe, die Leichenberge von Schaufensterpuppen umtanzen und Mädchen, die versuchen, sich aus DNA-Strängen zu befreien. Die Eröffnung des neuen Crud Cat Projects wird am Samstag im Slow Club gefeiert.

Trailer H.E.A.R.T.



Möllenkamp hat das Kunstlabel Crud Cat Projects vor einem Jahr gegründet. „Crud-Cat ist mein Künstler-Ich, meine Doppelgänger-Persönlichkeit, die meine Kunstprojekte veröffentlicht.“ Und dieser Doppelgänger ist ziemlich fleißig: Neben Fotocollagen, Tanzfilmen und Musikvideos gibt’s auch ein Blog.

„Das ist mein Ausstellungsdebüt. Ich bin ein bisschen aufgeregt“, sagt Sara-Lena Möllenkamp, während sie die Gasmaske mit ihren Händen umklammert. Ihre Finger glitzern jetzt auch.

Aber es wird nicht nur der Film gezeigt, er ist bloß ein Fragment in der Raum-Videoinstallation H.E.A.R.T. Neben dem Tanzfilm zeigt eine Kabel-Maschinen-Konstruktion die Probleme von synthetischer Biologie und dem menschlichen Opitimierungswahn: Wer traut sich denn heute noch, Falten zu haben?

Die Vernissage ist zugleich aber auch Post-Punk-Konzert: die Karlsruher Jungs von der Band FJØRD collagieren Breakbeat- Attitüden mit Analogsynthesizern, danach spielt die Freiburger Noiseband Yass.

„Es ist ziemlich cool, dass Yass wieder in den Slow Club kommt“, sagt Möllenkamp. Die Jungs sind bekannt: Frank Otto und Markus Brentgartner spielen auch bei der Lokallegendenband TEN VOLT SHOCK.

Mehr dazu:

Was: Eröffnung der Ausstellung H.E.A.R.T. und Konzert von Yass und FJØRD
Wann: Samstag, 19. März 2016, ab 21 Uhr
Wo: Slow Club, Haslacher Straße 25, 79115 Freiburg
Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro [Foto: Veranstalter]