Sammelfieber: Die Panini-Bilder zur Frauenfußball-WM

Anna-Lena Zehendner

Kleine und große Jungs kommen alle vier Jahre in großes Sammelfieber. Wenn Panini die neusten Bildchen der Fußballweltmeisterschaft auf den Markt bringt, geht das Getausche auf den Schulhöfen und im Internet los. Bisher standen sowohl bei der Zielgruppe als auch bei den Bildmotiven die Männer im Vordergrund. Doch die Männerdomäne bekommt Anfang Juni 2011 Konkurrenz. Erstmals wird es dann auch Sammelalben zur Frauenfußball-WM in Deutschland geben.



„Die qualifizierten Nationen waren überrascht, aber sehr begeistert von der Panini-Idee“, sagt Christine Fröhler, Pressesprecherin von Panini Deutschland in Stuttgart. „Es ist schließlich eine erstklassige Sache, um das Thema Frauenfußball mehr in die Öffentlichkeit zu rücken und es auf das Level der Männerdomäne zu heben.“ Alle Spielerinnen der 16 qualifizierten Länder wird man schon bald in Form der kultigen Klebebildchen an allen deutschen Kiosken kaufen können.


Produziert werden die Sammelbilder in Italien. Denn nur dort gibt es die hochspezialisierte Druckmaschine, die für die Herstellung der Aufkleber benötigt wird. „Das ist noch die Maschine, die die Gebrüder Panini Anfang der 60er Jahre erfunden haben. Das ist etwas ganz Besonderes“, weiß die Pressesprecherin. Die Greifarme der Maschine erwischen immer genau die richtige Anzahl an Bildern, und niemals kommt ein doppeltes in ein Tütchen. Ganz im gewohnten Panini-Stil werden die Sammelbilder der Fußballfrauen Anfang Juni erscheinen: ein Portraitbild mit Trikotansatz, der Name und die Position der jeweiligen Spielerin sowie die dazugehörige Nationalflagge. Zusätzlich wird es ein Teambild jeder Mannschaft geben.

Aber keine Panini-Bilder ohne passendes Sammelalbum. „Darin werden unter den Bildern die allgemeinen Infos zu lesen sein“, sagt Fröhler. „Wann die Spielerin geboren wurde, wie groß sie ist und in welchem Heimatverein sie spielt.“ Ausgerüstet mit Album und den ersten knisternden Bilder-Tütchen soll schließlich fleißig gesammelt und getauscht werden. Ein gewisses Risiko geht Panini mit den Sammelbildern zur Frauenfußball-WM allerdings ein. Denn noch ist nicht klar, ob die Bilder Anklang finden werden und wer die Zielgruppe sein wird.



Gehen die WM-Alben der Männer bei jung und alt weg wie warme Semmeln, sind die Panini-Frauen-Sammelbilder vorerst wahre Wundertüten. „Es ist sehr wünschenswert, dass viele Mädchen und Frauen sammeln werden“, sagt Christine Fröhler. „Es gibt auch einen Kern von Panini-Liebhabern. Da es die Bildchen zum ersten Mal geben wird, wollen vielleicht viele das Prämierenalbum haben.“ So hofft man bei Panini.

Auch über die genaue Auflagenzahl der Sportbildchen wird in Stuttgart gegrübelt. Darüber, wie auch über das genaue Erscheinungsdatum, schweigt man bisher in Modena, dem Hauptsitz der Panini Verlags GmbH. Sicher ist, dass die Auflage deutlich unter den 90 Millionen Tütchen zur Männerfußball-WM 2010 in Südafrika liegen wird. Und da die Frauen-WM am 26. Juni 2011 losgeht, werden die Sammelbilder garantiert vorher im Zeitschriftenhandel erhältlich sein.

Seit der Fußball-WM der Männer 1970 in Mexiko werden die Panini-Sammelbildchen alle vier Jahre international verkauft - und das mit großem Erfolg. Die Sticker zur Frauen-WM werden vorerst nur für den deutschen Markt produziert. Ob damit ein ähnlicher Kult entsteht, wird sich bald zeigen. Preislich wird es zumindest keine Unterschiede geben: Das Album kostet 2 Euro, und die Tüten, mit jeweils fünf Bildern, gibt es für 60 Cent. Bleibt die Frage, ob Birgit Prinz und ihre Mannschaftskolleginnen auch das Sammelfieber packen wird?

Mehr dazu: