S'Cool Run: Wie sich Elftklässler vom Rotteck Gymnasium auf den Freiburg Marathon vorbereiten

Martin Küper

S’Cool Run – so heißt der Staffellauf für Schülerinnen und Schüler, der am 1. Apruil im Rahmen des Freiburg-Marathon stattfindet. Eine elfte Klasse des Rotteck-Gymnasiums will es wissen und bereitet sich auf die 21 Kilometer lange Strecke vor. Minimalziel: Die Lehrerstaffel schlagen.



Für das Rotteck-Gymnasium treten an: Iman Falahen, Tina Lang, Linus Krause, Jakob Grewe, Anouk Birnbaum, Luis Rotacker (von links)

Nur noch gut eine Woche: Dann steht die gemischte Staffel der elften Klasse des Rotteck-Gymnasiums für den sogenannten S’Cool Run beim Freiburg-Marathon an der Startlinie. Aber von Nervosität ist an diesem Donnerstagmorgen im Sportunterricht nichts zu spüren. Warum auch, das Team um die 17-jährige Anouk Birnbaum steht wie eine eins – und hat die Konkurrenz doch fest im Blick. Nein, nicht die Kollegen aus der Jungenstaffel, die sich nebenan beim Volleyball austoben. Die seien schließlich Freunde, und die besten Läufer der Klasse wurden gleichmäßig auf die Teams verteilt. "Aber die Lehrerstaffel wollen wir natürlich schlagen", formuliert der 17-jährige Luis Rotacker das Minimalziel für den Samstag kommender Woche. Dann heißt es, gute 21 Kilometer in Bestzeit zu laufen, verteilt auf sechs trainierte Beinpaare.




Nach den Regularien müssten sie eigentlich zu siebt sein, aber ihre Klasse ist so klein, dass es nicht für zwei komplette Staffeln reichte. Die Lösung: Der 18-jährige Jakob Grewe springt in die Bresche und läuft einfach zwei Abschnitte: "Jaja, ich opfere mich für die Mannschaft", flachst der stabil gebaute Freizeit-Kicker, dem man auch die fünf Kilometer, die nun insgesamt auf ihn warten, ohne weiteres zutraut.

Verstecken muss sich allerdings niemand aus dem gemischten Sechser-Pack. Sportlich betrachtet scheint der Halbmarathon ohnehin eher ein Spaziergang für die Elftklässler mit dem Neigungsfach Sport zu werden. Knüppelhartes Lauftraining außerhalb des Stundenplans steht jedenfalls nicht auf dem Programm. Dafür zählt anderes: "Wir mussten uns ja selbst als Staffeln organisieren", erzählt Anouk Birnbaum, die "ihr" Team unter anderem über Facebook zusammen getrommelt hat und von ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern großes Lob erntet: "Sie hat immer mit allen Rücksprache gehalten, sonst hätte das alles nicht so reibungslos geklappt", meint etwa die 17-jährige Iman Falahen.

Beim Marathon selbst geht es neben sportlichen Höchstleistungen auch um Verantwortung für jüngere Rotteck-Athleten: "Wir kümmern uns an den Wechselstellen um die Läufer aus den fünften Klassen und helfen ihnen zum Beispiel mit den Staffel-Chips, die jeder mit einem Klettband um das Fußgelenk bekommt", erzählt die 16-jährige Tina Lang: "Um ihnen ein bisschen die Nervosität zu nehmen."

Das Rotteck hat sportliche Ambitionen

Doch bei allem olympischen Idealismus hat das Rotteck-Gymnasium durchaus sportliche Ambitionen. Im vergangenen Jahr machte die Schule mit 16 Staffeln den dritten Platz in der Kategorie Teilnehmerzahl. Und wenn es nach Sportlehrer Dominik Wohlfahrt geht, soll sie auch jetzt wieder ganz vorne mitspielen: 24 Staffeln haben der Sportlehrer und seine Kollegen für dieses Jahr auf die Beine gestellt. "Ich habe schon das Gefühl, dass es hier eine große Sportbegeisterung gibt", erzählt der 33-Jährige, der auch die elfte Klasse unterrichtet und zum dritten Mal das Projekt Freiburg-Marathon an seiner Schule organisiert.

Als die ältesten Marathonisten – die Zwölfer haben mit dem Abi schon genug um die Ohren – bilden die Elftklässler gleichsam die Speerspitze. Das weiß auch Linus Krause: "Zu den anderen Schulen stehen wir schon in Konkurrenz", erzählt der mit 16 Jahren Jüngste im Bunde, der seine Freizeit am liebsten mit Boxen und Klettern verbringt: "Aber es ist ein gesundes Konkurrenzverhältnis, keiner von uns ist vom Ehrgeiz zerfressen."

Und keiner wird unter Druck gesetzt: "Wenn es mal nicht so gut läuft, dann bauen wir uns gegenseitig wieder auf", heißt es unisono, "niemand wird fertig gemacht, wenn sie oder er mal einen schlechten Tag hat!" Darauf legt auch Dominik Wohlfahrt großen Wert: "Das Ergebnis ist im Grunde zweitrangig, die Hauptsache ist, wir haben viele motivierte Leute. Und die Stimmung in der Gruppe ist ohnehin sehr gut."

Daran dürfte der jugendliche Sportlehrer, der selbst in der Lehrerstaffel mitläuft, einen gehörigen Anteil haben: "Wir haben uns zwar selbst organisiert", erzählen die Schüler, als ihr Lehrer gerade nicht hinhört, "aber er ist schon ziemlich engagiert und es hängt viel von ihm ab." Doch bei allem Respekt: Stehen lassen wollen sie ihn und seine Kollegen am Samstag trotzdem. So viel Konkurrenz muss sein.
Der S’Cool Run beim Freiburg-Marathon am Sonntag, den 1. April 2012:
  • Start um 12:30 Uhr an der Madisonallee
  • Zieleinlauf ab 13:30 Uhr, Messegelände
  • Siegerehrung um 15:30 Uhr und Nudelparty von 11 bis 18 Uhr je im Zentralfoyer Messe

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