Russendisko, Post-Punk-Style: Magnetic Poetry und Human Tetris im Slow Club

Matthias Cromm

Zwei Bands aus Moskau, Russland? Schon alleine wegen des Exotenbonus war der Dienstagabend im Slowclub eigentlich ein Pflichttermin, denn die eigentlich recht lebhafte russische Musikszene schafft es leider nur recht selten in den Westen. Mit Lofi-Pop und Postpunk wurde für Magnetic Poetry und Human Tetris geworben - das kann alles und nicht bedeuten. Matze erzählt wie's war:

Über Magnetic Poetry, ein Pärchen-Duo will man nicht viel Worte verlieren, zu naiv und nichtssagend - leider. Immerhin sympatisch, das war's. Ungeduldig wird im wohl gefüllten Slow Club auf das Erscheinen von Human Tetris geharrt. Dann geht's endlich los. Zugegeben, Bands die gerne wie Joy Division klingen wollen gibt es mittlerweile zur Genüge - als gäbe es keine anderen einflussreichen Postpunkbands!


Letztendlich endet das zumeist irgendwo zwischen den Editors und Interpol, die Frontmänner sind zumeist mit 24 noch am Leben, der innere Leidensweg fehlt und damit die Getriebenheit, der Zauber, das Valium, der Aufbruch, die Essenz die sich nicht erspielen lässt. Was bleibt sind nervöse Gitarren und ein düsterer Bass, das muss reichen für 2012. Man verstehe mich nicht falsch, Human Tetris stellen eine tolle Postpunkband dar, der Bass legt einen dunklen Teppich, darüber flimmern kalt die Gitarren.



Das Songwriting ist solide, abwechsungsreich - mal treibend, mal getrieben, mal dicht und kompakt dann wieder zerstückelt und zerstört. Der Gesang ist hier und da gefährlich nahe an den Editiors, behält aber zumeist seine Eigenständigkeit. Die Band hinterlässt ein zufriedenes Publikum, es hat sich gelohnt an einem Dienstag abend das Haus zu verlassen!

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    [Fotos: cc Elektroduell]