RTL-Show "Die Bachelorette": Wie Freiburg-Pascal die erste Rose abgriff

Miriam Helbig

Sie ist die Buttercremetorte unter den Fernsehsendungen: Ganz Deutschland liebt "Die Bachelorette", doch niemand gibt es zu. Ganz Deutschland? Nein! Eine unbeugsame Freiburgerin hört nicht auf, Widerstand zu leisten. Bis gestern.



Ich muss zugeben, dass ich über die Sendung „Die Bachelorette“ nicht viel weiß. Nur das: Mehr als ein Dutzend Männer kämpft um das Herz einer Frau. Was vor tausend Jahren noch unter „Minnesang“ gelaufen wären, ist heutzutage Stoff für das Privatfernsehen – und damit für mich ein No-go.


Mein Fremdschämlevel ist eigentlich ungefähr auf Knöchelhöhe, aber jetzt will ich es wissen:

Wovon reden eigentlich alle, wo liegt der Reiz der Show – und sind meine Vorurteile überhaupt gerechtfertigt? Es wird Zeit, die Probe aufs Exempel zu machen.

Die Bachelorette

Anna ist blond. Sehr blond. Strahlend weiße, ebenmäßige Zähne, makellose Figur und trotzdem Angst vor Fettpölsterchen. Sie bemüht sich, den Troubadouren hin und wieder einen intelligenten Satz zu entringen, scheint sich aber in der Rolle des Sex-Objektes auch irgendwie zu gefallen. Das scheint wohl aber Einstellungskriterium zu sein.

Der Freiburger Kandidat

Es fiel mir am Anfang schwer, Pascal zu erkennen – die Jungs sehen sich in ihrem Hipster-fünf-Tage-Bart-Stil so verdammt ähnlich. Dann prescht der Freiburger Junge vor, fährt Anna mit dem Buggy durch Pfützen und öffnet sein Herz („Ich kann nicht so lang küssen, weil ich eine kaputte Nase habe und dann keine Luft mehr bekomme“). Der Lohn: Er bekommt – außer Konkurrenz – die erste Rose und taucht darum während der zweiten Stunde nicht mehr auf.



Die Konkurrenten

Sie sind braun gebrannt, haben kein Brusthaar, dafür erwähnten Fünf-Tage-Bart und tragen bunte Röhrenjeans. Sie sind so unfassbar gefühlvoll, wünschen sich aber trotzdem nichts sehnlicher als Anna ohne Bikini. Und sie haben alle sensationell weiße Zähne. Oder wie Mutti sagen würde: Kennste einen, kennste alle.

Der beste Moment

Als sich Andreas beim romantischen Salami-Schneiden in den Dünen in den Finger säbelt. Einfach episch.

Der peinlichste Moment

Die Gesangseinlage von Steffen. Ich muss zugeben, dass ich nicht einmal weiß, was er überhaupt gesungen hat – so schnell war mein Daumen auf der Tonstopp-Taste der Fernbedienung.

Romantik-Fazit

„Stell dich mal gefühlvoll in den Wind!“ - „Na, zumindest die Landschaft ist hübsch.“ - „Da machen wir eine Slow Motion draus.“ Ein reizvoller Küstenstreifen, eine attraktive Frau und 16 sabbernde Kerle. Wenn man es Romantik nennen möchte, kann man sie finden. Muss man aber nicht.

Mein Fazit

Es wird meine erste und letzte Bachelorette-Folge bleiben. Daran ändert auch Freiburg-Pascal nichts. Ich muss aber auch gestehen: Es ist tatsächlich nachvollziehbar, was den Reiz der Sendung ausmacht. Wenn man jeglichen Fremdscham über Bord wirft und mit dem ein oder anderen sexistischen Kommentar kein Problem hat, bietet die Bachelorette durchaus Unterhaltungswert.

Das nächste Mal gucke ich mir aber trotzdem lieber was mit einer ordentlichen Schießerei an.

Mehr dazu:

  • fudder: http://fudder.de titel="">Video-Portrait: Pascal Krauss, Ultimate Fighter
[Fotos: RTL/Gregorowius]