Rothaus-Arena: Peace & Love mit Gentleman

Gina Kutkat

Am vergangenen Samstag war in der Freiburger Rothaus Arena Zeit für Liebe, Toleranz und Respekt: Gentleman und seine Far East Band waren in der Stadt und versuchten, trotz Eiseskälte, ihren Zuschauern mit Roots-Reggae kräftig einzuheizen. Ob es beim Versuch geblieben ist?



Ohne böse klingen zu wollen: wenn man zu einem Gentleman-Konzert geht, weiß man immer, was man bekommt. Das war bei seinen früheren Tourneen schon so, und es hat sich mit seinem neuen Album "Another Intensity" auch nicht geändert.

Wenn Gentleman mit seiner Far East Band auftritt, dann ist das für die einen eine einzige große Party, für die anderen bedeutet es vor allem eins: Reggae-Sounds in Endlosschleife.

33 Euro für ein Gentleman-Konzert war wohl nicht für alle Fans bezahlbar, denn die Rothaus-Arena war am Samstagabend nur zu drei vierteln gefüllt. Für alle Anwesenden gab es dafür aber satte dreieinhalb Stunden jamaikanisch-klingende Musik auf die Ohren. Zuviel für meinen Geschmack.

Ziggi (nein, nicht DER Ziggy) und die Renaissance Band sowie Martin Jondo und seine Gitarre bereiteten uns zwei Stunden darauf vor, was als nächstes kommen würde. Genau, Reggaemusik.

Im fudder-Video-Interview vor der Show (heute Nachmittag noch auf fudder zu sehen!) zeigte sich Gentleman alias Tilman Otto sehr locker, freundlich und irgendwie ziemlich "deutsch". Auf der Bühne sprudelte dann das "Denglish" gekoppelt mit der jamaikanischen Patois-Sprache nur so aus ihm heraus. " Ein bisschen Peace & Love für euch alle, celebrate Jah Love" - es sei ihm verziehen.



"Trodin' On", "Journey To Jah" und "Confidence" heißen die drei ersten Alben von Gentleman, da war der Roots Reggae ganz deutlich der rote Faden. Die neuen Lieder wie "Jah Love" und "Serenity" aus dem Album "Another Intensity" bleiben den Roots treu, werden aber durch Dancehall- und Akustiknummern ergänzt.

Die zehnköpfige Far East Band aus Leipzig und Gentleman sind ein eingespieltes Team. Hier spielt eine Combo und keine Einzelkünstler. Schlagzeuger und Percussionist sind für die beliebten Reggae-Riddims zuständig, die Gentleman in Köln und in Kingston aufnimmt. Der Gitarrist kümmert sich um die rhytmische Begleitung und die Betonung des Off-Beats. Nicht fehlen bei einer Reggae-Band dürfen natürlich das Bläsertrio mit Trompete, Posaune und Saxophon sowie Keyboarder und Bassist.



Die Jamaika-Nähe macht Gentleman zu einem besonderen deutschen Reggae-Künstler, der auch international große Erfolge feiert. Er lebt den Reggae – und das merkt man ihm bei seiner Performance auch an. Er springt von einer Bühnenseite zur anderen, sucht den Kontakt zu seiner Band und zu seinen Fans. Gentleman hat Charisma und eine enorme Bühnenpräsenz, er strahlt diesen Spirit aus, von dem er so oft erzählt.

Doch ohne die drei Background-Grazien wäre alles nur halb so schön. Gentlemans jamaikansiche Frau Tamika sowie Blain und Mamadee bilden den Chor, der nicht nur sehr hübsch anzusehen ist, sondern auch für Abwechslung sorgte. Jede der drei Sängerin performte einen englischen Solosong, der die tollen Stimmen ein bisschen mehr ins Rampenlicht rückte und auch stilistisch etwas mehr Soul zeigte.



Das Publikum liebte Gentleman und wippte, tanzte oder hüpfte bei jedem Song begeistert mit. Strahlende Gesichter, die mit satten zweieinhalb Stunden von Gentleman belohnt wurden.

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