Reise

Rosie Watson joggt für den Klimaschutz um die Welt – auch durch Freiburg

Anna Castro Kösel

Die Klimakrise eindämmen und eine Leidenschaft damit verbinden – das ist Rosie Watsons Plan. Die Engländerin joggt durch Europa und Asien und besucht Menschen, die sich gegen die Klimakrise engagieren. Ihr neuester Stopp war Freiburg.

Rosies Plan

Rosie ist 25 Jahre alt und kommt aus Nordengland, dem Lake District. Ihre große Leidenschaft ist das Laufen. Gleichzeitig brennt Rosie für eines: Den Klimaschutz. Diese beiden Themen kombiniert sie. In England bestieg sie die Fähre nach Amsterdam und lief von dort aus los. Joggend durchquert sie nun verschiedene Länder und Orte und lernt Projekte und Menschen kennen, die sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzen.

"Es gab Länder, die ich unbedingt besuchen wollte, wie Georgien. Danach habe ich meine Route angepasst. Ich habe auf Google Maps Punkte eingegeben, an denen ich überall Halt machen möchte. Ich habe herumgefragt, wer Projekte in den Ländern, durch die meine Route geht, kennt. Ansonsten bin ich recht flexibel unterwegs und schaue, was mich vor Ort interessiert". Auf ihrem Blog und auf ihrem Facebook-Account können auch Vorschläge gemacht werden. Im Zwei-Stunden-Rhythmus läuft Rosie, macht Pause und läuft weiter. Erholen tut sie sich in ihrem Zelt, liest ein Buch oder schläft. Auf ihrem Blog erzählt sie dann die Geschichten, die ihr unterwegs zum Thema Klimakrise begegnen, welche Eindrücke sie über sich und die Welt sammelt und welche Gedanken sie beschäftigen.

Rosies Motivation

1.200 Kilometer hat Rosie bereits hinter sich. Sie hat einen Abschluss in Umweltwissenschaften und arbeitete unter anderem für die "2050 Climate Group" – eine NGO, in der junge Menschen Wege aus der Klimakrise suchen. Danach brach sie auf. "Ich wollte dann los. Ich kann mir nicht vorstellen den ganzen Tag im Büro zu sitzen. Meiner Meinung nach ist das sehr ungesund." Sie wollte Zeit draußen verbringen und neue, positive Leute kennenlernen, die sie verstehen und ähnliche Werte auf ganz unterschiedliche Weise vertreten. "Als ich bei der NGO gearbeitet habe, war ich meistens in einer Blase. Jetzt kann ich das Thema aus vielerlei Perspektiven betrachten und bekomme, durch die vielen Leute, die ich treffe, viele neue Einblicke".

Die Zwischenstopps

In den Niederlanden schaute sie sich an der Wageningen Universität ein Studentenprogramm für nachhaltiges Wohnen an, in dem Studentinnen und Studenten selbst einen kooperativen Lebensstil organisieren. Sie besuchte den Hambacher Forst, und in Bonn den deutschen UN-Botschafter Martin Frick. Am 20. September nahm sie in Koblenz am internationalen Klimastreik teil. Auf Freiburg kam Rosie, weil andere ihr die Stadt vorgeschlagen haben. Außerdem gilt Freiburg als Greencity.

Für zwei Tage war sie in der Stadt und besuchte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und bekam dort eine Führung zum Thema Elektromobilität und Energiepolitik. Außerdem machte sie eine Tour durch das Vauban und schaute sich die Susi an. "Mir gefällt Freiburg sehr", sagt Rosie. "Der Schwarzwald ist in der Nähe und man hat trotzdem die Vorteile einer Stadt. Was mir auch gefällt ist, dass sich viele Leute sportlich betätigen". Rosie läuft nur mit einem Rucksack, der zehn bis zwölf Kilo schwer ist und nur gefüllt mit Essen, Trinken und ihrer Zeltausrüstung. An Kleidung hat sie nur das dabei, was sie trägt. "Wenn ich bei jemandem übernachte, denke ich mir immer:’ Es ist zu deren und zu meinem Vorteil, wenn ich meine Kleidung dort waschen kann’", sagt sie.

Überall wird Rosie unterstützt

Rosie sieht ihre Reise auch als Kommunikationsprojekt. "Menschen sind viel netter als sie selbst denken. Das kapitalistische System ist nur daran Schuld, dass meistens das Schlechte zum Vorschein kommt. Eigentlich wollen sich Menschen nicht gegenseitig übertrumpfen oder sich beneiden, sondern nur helfen." Auf ihrer Reise hat Rosie schon viele sehr hilfsbereite Leute getroffen. Ihr wurde eine Unterkunft und eine Sport-Massage angeboten und Essen spendiert. "An meinem Geburtstag, als ich an noch an der Wageningen Universität war, haben mit die Studentinnen und Studenten Pfannkuchen gemacht. Das hat mich total gefreut".

Wie geht es weiter?

Am heutigen Dienstag bricht Rosie wieder auf. Ihr nächster Stopp ist Zürich. Dort möchte sie unter anderem Felix Finkbeiner, den Gründer von "Plant for the Planet" treffen. Danach geht es in die Bayerischen Alpen, wo Rosie sich im Nationalpark umschauen möchte. Dann geht es weiter nach Österreich, Slowenien und nach weiteren Zwischenstopps nach Georgien und Zentralasien. Ihr Plan ist es, ihre Reise in der Mongolei zu beenden. "Zu laufen und alle Aspekte, die mit dem Thema Klimawandel zu tun haben, ist meine Form von Aktivismus", sagt Rosie. Zurück geht es wahrscheinlich trotzdem mit dem Zug.

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