Between the Beats

Roosevelt live: "Ich versuche, ein Hybrid zu sein"

Dorothee Soboll

Marius Lauber, bekannt als Roosevelt, ist Sänger, Produzent und DJ. Er gilt als Geheimtipp und etabliert in der Szene. Zu hören ist er am 7. April bei Between the Beats in Lörrach.

BZ: Herr Lauber, woher kommt der Name Roosevelt? Ich denke da eher an Politik.

Lauber: Ich hatte einem befreundeten Konzertveranstalter ein paar Demos geschickt und den Namen Roosevelt vergeben, ohne groß darüber nachzudenken. Er hat einfach Poster damit gedruckt weil er schon davon ausgegangen ist, dass das der Name ist. So wurde mir das abgenommen. Ich habe einen Bandnamen gesucht, der auch für eine Person stehen kann, der nicht gleich nach einer Rockband klingen soll. Es ist keine politische Motivation dahinter.




BZ: Waren Sie schon einmal in Lörrach?

Lauber: Nein, noch nicht. Ich musste nachschauen, wo das ist, als die Anfrage kam. Es sieht nach einer schönen Ecke aus. Wir spielen gerade auch zum ersten Mal in kleineren Städten in Deutschland. Davor waren wir viel in Berlin, Köln, Hamburg, und München. Jetzt mit dem Album kommen auch zu Konzerten in kleineren Städten mehrere hundert Leute ins Konzert. Die Band Von Spar ist ja in Lörrach auch dabei. Bei denen im Studio habe ich den größten Teil meines Albums aufgenommen.

BZ: Haben Sie überhaupt Zeit, sich die Gegend anzuschauen?

Lauber: Wir reisen am Konzerttag an, aber bei Festivals bleibt in der Regel etwas Zeit. Wenn die Zeit da ist, versuche ich das immer.

BZ: Mit wie vielen Leuten sind Sie unterwegs?

Lauber: Wir sind zu dritt auf der Bühne und haben drei, vier Crew-Mitglieder dabei.

BZ: Was wird in Lörrach zu hören sein?

Lauber: Wir spielen jetzt immer mehr Stücke vom Album. Zwei, drei ältere von der Elliot-EP sind auch dabei. Weil wir jetzt so lange zusammen gespielt haben, trauen wir uns, alle Stücke vom Album zu spielen. Da gab es ein paar, die etwas schwer umzusetzen waren, weil wir zu dritt auf der Bühne sind.

BZ: Sind Sie nach dem Konzert noch ein bisschen am Veranstaltungsort?

Lauber: Meistens schon, ich gehe oft noch zum Merchandise und spreche noch mit Leuten. In Lörrach habe ich das auch vor.

BZ: Für jemanden, der Sie noch nicht kennt: Bitte nennen Sie drei Stichworte, um Ihr Album zu beschreiben.

Lauber: Neulich habe ich auf diese Frage ganz frech Bass Drum, Snare, Hi-Hat geantwortet, um der Frage aus dem Weg zu gehen (lacht). Ich versuche, ein Hybrid zu sein zwischen Club und Konzert. Das merkt man auch daran, in wie vielen Situationen die Musik funktioniert: Wir spielen auf Partys aber auch nachmittags auf einem Festival. Melodien, Akkorde und Gesang sollen den gleichen Stellenwert haben wie tanzbare Beats und Clubtauglichkeit.

BZ: Wie erreichen Sie das?

Lauber: Das ist die Musik, die ich machen will und die herauskommt, wenn ich ins Studio gehe. Oft merke ich erst im Nachhinein, dass es geklappt hat. Wenn man zu lange nachdenkt, ist es zu aufgesetzt und am Ziel vorbei, denke ich.

BZ: Ihr Debüt-Album ist 2016 erschienen und heißt Roosevelt, Sie verwenden den Namen aber schon länger.

Lauber: Das finde ich selbst manchmal verwirrend, manchen Zuschauern geht es auch so. Durch das Album sind neue Zielgruppen dazugekommen, die mich jetzt als Newcomer wahrnehmen, obwohl ich für andere seit vier, fünf Jahren auf der Bildfläche bin. Aber das ist auch ganz witzig.

BZ: Führt das zu interessanten Begegnungen bei Konzerten?

Lauber: Auf jeden Fall. Ich bin sehr froh, dass eine wilde Mischung an Leuten auf meinen Konzerten ist. Ich habe mal gelesen, dass das jemanden genervt hat. Aber es sollte doch das Ziel sein, Menschen zusammenzubringen. Mich macht es sehr stolz, dass das passiert. Das gefällt mir besser, als nur in Großstädten vor sehr ausgewähltem Publikum zu spielen.
Marius Lauber

Der 26-Jährige aus Viersen ist seit vier, fünf Jahren als Roosevelt in der DJ-Szene bekannt. In seiner Jugendzeit hat er Musik in Bands gemacht.

Between the Beats

Das Festival beginnt am Donnerstag, 6. April, mit dem Opening-Konzert in Basel. Am Freitag, 7., und Samstag, 8. April, steigen die Partys im Alten Wasserwerk und im Burghof. Roosevelt steht am 7. April, ab 23.15 Uhr im Burghof auf der Bühne. Alle Termine gibt es unter: http://mehr.bz/beats17



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