Room Escape Freiburg: Eingesperrt für 60 Minuten - mit Logik befreit

Alexandra Mieth

Escape Rooms sind der heiße Scheiß des Frühsommers. Eingesperrt in einem Raum, müssen sich die Spieler nur mit Logik innerhalb einer Stunde wieder befreien. Auch Freiburg hat seit dieser Woche so einen Raum - das FREXIT. Wir haben ihn getestet:



Lautstark schließt die weiße Holztür hinter uns. Ein elektronisches Zahlenschloss im Türgriff versperrt den Ausweg. Die Zahlenkombination – unbekannt. Hinweise und versteckte Rätsel im circa 20 Quadratmeter großen Raum sollen uns ihr näherbringen. Auf einem Bildschirm an der gegenüberliegenden Wand flackert plötzlich ein Countdown auf; wir haben 60 Minuten, die Zeit läuft!

Dass wir eingesperrt sind, haben wir uns selbst zu verdanken. Denn wir - Martin, Maximilian und ich -  haben uns bei Frexit angemeldet. So heißt der Freiburger „Escape-Room“, der vergangenen Samstag auf der Haid eröffnete. Das Konzept, das hinter Escape-Rooms steckt, kommt aus der virtuellen Welt der Computerspiele. Als spezielles Vorbild dient das Genre der „Fluchtspiele“, bei denen man seine Spielfigur durch Rätsel-lösen aus einer misslichen Lage befreien muss. Übersetzt in die Realität läuft ein Fluchtspiel so ab: Eine Gruppe von zwei bis sechs Personen wird in einem Raum eingesperrt, in dem Rätsel und Hinweise versteckt sind. Gründlichkeit, Teamfähigkeit und logisches Denkvermögen helfen dabei, innerhalb der vorgegebenen Stunde wieder hinauszugelangen.

So viele Schlösser - so wenig Zeit

Noch etwas planlos laufen wir durch den Raum, der an ein Outdoor-Sportgeschäft erinnert: In einer Ecke steht ein weißer Campingstuhl vor einem grünen Zelt, das mit einem Zahlenschloss verriegelt ist. Etwas weiter weg steht ein kleines Regal mit Reiseführern, Wörterbüchern und Atlanten. An der einen Wand ist eine riesige Weltkarte befestigt, an der anderen viele Postkarten.

Außerdem liegt in einer Ecke ein Haufen unterschiedlich großer Koffer und Kisten, allesamt mit Vorhängeschloss. In der Mitte des Raumes ragt ein Schild in die Höhe, das vor Kängurus warnt, unweit entfernt von einem kleinen Tisch mit Stuhl. Wir sind ein bisschen verzweifelt, denn alles, was wir benötigen, ist verriegelt. Wir schielen zur Uhr hinüber, die Zeit läuft uns davon. Unter der Zeitanzeige erscheint jetzt plötzlich ein Hinweis, der unsere Suche in die richtigen Bahnen lenken soll.

Philipp Wirthgen, Spielleiter und Inhaber von Frexit, kann uns über eine Kamera verfolgen. Daher weiß er sofort Bescheid, wenn wir auf dem Schlauch stehen und kann dann mit kleinen Tipps weiterhelfen. Nebenher arbeitet der 31-Jährige noch immer für eine Freiburger Sport-Marketing-Agentur, die unter anderem mit dem SC Freiburg zusammenarbeitet.

Bei einer 'Bionade' erklärt er uns, warum er diesen sicheren Job wegen seines Start-Ups Frexit nur noch in Teilzeit ausübt: „Ich bin davon überzeugt, dass Escape Rooms den Zeitgeist treffen; im Moment geht man nicht mehr Essen, sondern veranstaltet Krimi-Dinner, man spielt Quizduell und verabredet sich zu Spieleabenden mit Freunden.“ Im Herbst soll auch noch ein zweiter Raum eröffnen, der mit Schwarzwald-Motiven wie Bollenhut und Tannenzapfen geschmückt sein soll. Als Zielgruppe sieht er nicht nur Jugendliche ab 16, Studierende und Familien sondern auch Unternehmer und Vereine, die vom großen Teambuilding-Potential profitieren könnten.

63 Minuten, 50 Sekunden

Nach der „Halbzeit“ kommen wir richtig in Fahrt. Wir finden einen Hinweis nach dem anderen. Spätestens jetzt hat uns das Rätselfieber und der Ehrgeiz gepackt. Immer schneller öffnen wir die vielen Schlösser, die uns am Anfang so eingeschüchtert haben. Ab und zu weist Philipp uns darauf hin, gründlicher zu suchen. Vor lauter Zeitdruck passieren uns nämlich viele kleine Fehler; wir verrechnen uns, sehen nicht genau hin oder können ein Schloss nur nicht öffnen, weil wir den Code nicht richtig eingeben. Kurz vor Ende laufen wir aber nochmal zu Höchstform auf.

Trotzdem reichen die 60 Minuten nicht. Wir gehen in die Verlängerung. Nach 63 Minuten und 50 Sekunden reißen wir dann mit freudestrahlenden Gesichtern die Tür auf. Auch wenn wir uns ein bisschen ärgern, dass es in 60 Minuten nicht geklappt hat, überwiegen die Glücksgefühle.

Room Escape Games Das Spielkonzept „Escape the Room“ wurde zuerst in Computerspielen etabliert. In „Real Life Escape Rooms“ versucht man, gemeinsam mit Mitspielern, innerhalb von 60 Minuten aus einem oder mehreren Räumen herauszukommen. In Freiburg ist FREXIT der erste solche Raum, einen weiteren gibt es in Basel.

Mehr dazu:

Was: Frexit, Live Room Escape
Wo: St. Georgener Straße 7, 79111 Freiburg St. Georgen.
Preise und Termine: buchbar unter: Frexit -Room Escape Freiburg

Foto-Galerie: Martin Herceg

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.