Robert Brezina ist der "Mission-Man"

Dirk Philippi

Sein Name: Robert Brezina. Sein Beruf: Tore schießen. Sein Verein: Wölfe Freiburg – und das zum insgesamt fünften Mal. Der 34-jährige gebürtige Tscheche, der zuletzt für den Ligakonkurrenten aus Ravensburg aktiv war, unterschrieb beim Eishockey-Zweitligist aus dem Breisgau einen Vertrag bis zum Saisonende und wird voraussichtlich bereits morgen beim Heimspiel gegen den SC Riessersee auflaufen. Mit dabei: wie immer eine Mission.



Da sitzt er also nun doch! Viel wurde gemunkelt und spekuliert, nachdem bekannt wurde, dass der EV Ravensburg und Robert Brezina getrennte Wege gehen würden. Freiburg, Schwenningen, Karriereende? Alles schien möglich, aber seit heute Vormittag ist klar, dass sich der Rekordtorschütze der 2. Eishockey-Bundesliga mit Wohnort vor den Toren Schwenningens ab sofort unter die Fittiche von seinem ehemaligen Weggefährten und Freund Peter Salmik, seines Zeichens Cheftrainer in Freiburg, begeben wird.


Brezina hat soeben sein erstes Eistraining mit den Wölfen hinter sich gebracht und erzählt von damals, wie er gemeinsam mit Peter Salmik aus Esslingen kam, im Kader des Bundesliga-Teams, dem später die Lizenz entzogen wurde, stand, für die EHC-Junioren rackerte und schließlich von seiner bislang größten Mission, dem Aufstieg 2003 in die DEL.

Rückblick: In einer der legendärsten Playoff-Serien der Freiburger Eishockey-Geschichte steht es im Best-of-five-Viertelfinale zwischen dem EHC und den Teufeln aus Bad Nauheim 2:1 für die Hessen. Freiburg muss gewinnen, um ein Spiel 5 zu erzwingen, als Robert Brezina tut, was ein Eishockeyspieler manchmal tun muss: Er opfert sich für sein Team, verprügelt in einer wüsten Keilerei den Star der Nauheimer, Jason Deleurme, und ebnet somit nicht nur den Weg zum Halbfinaleinzug, sondern erzielt nach Ablauf seiner Sperre drei Tore in den Semifinal-Spielen gegen Bietigheim und bereitet im alles entscheidenden Endspiel einen Überzahltreffer blitzsauber vor. Als Brezina danach mit dem Pokal in Garmisch-Partenkirchen steht, blickt er in die Nacht, denkt an die Wünsche des verstorbenen EHC-Chefs Dr. Georg-Heinrich Kouba und wiederholt ein ums andere Male „Der Doktor wollte es so! Der Doktor wollte es so! (…)“ – Robert Brezina war in seiner Paraderolle, er war „A Man on a Mission“!

Wenn Brezina nun morgen gegen den gleichen Gegner für die Freiburger antreten wird, gegen den er sein bislang letztes Spiel für die Wölfe bestritt und seine vielleicht größte Stunde feiern durfte, dann beginnt eine neue Mission für den Mann aus dem Prager Vorort Beroun: „Mission Klassenerhalt“, oder vielleicht doch eher „Mission Playoffs“? Wie auch immer, unterschiedliche Aufträge ist der kräftige und versierte Außenstürmer nicht nur gewohnt, sondern er definierte sie sich gerne auch ganz individuell – 18 Vereinswechsel in 16 Jahren zeugen von diesen ganz privaten „Missions“ des Robert Brezina, der nicht zuletzt deshalb gern auch als „schwieriger Typ“ beschrieben wurde.

So wie er heute aber im Freiburger Eisstadion sitzt und lächelt, mag man das gar nicht glauben, und doch signalisierte Peter Salmik bereits glaubhaft, dass er wisse, wie er Robert Brezina, das Vorzeigeexemplar eines Knipsers mit der exzellenten Schusstechnik, zu behandeln habe, um nicht nur das Team und den Club, sondern auch die neue alte Freiburger Nummer #11 bei Laune zu halten.

„The Mission Man“ – ab morgen wieder im Eisstadion Freiburg.

Spielbeginn Wölfe Freiburg vs. SC Riessersee, Freitag, 14.11., 20 Uhr