"Rettet Echo-FM": Studierende verfassen Petition für das Uni-Radio

Manuel Lorenz

"Das Uniradio steht nun mit einem Fuß im Grab", steht in der Online-Petition, die Mitarbeiter des Freiburger Uni-Radios Echo-FM am Dienstagabend ins Netz gestellt haben. Sie befürchten, dass der Sender seine Frequenz verlieren könnte und nur noch im Internet abrufbar wäre. Mitarbeiter des Uni-Radios sorgt das. Die Universität sieht die Lage weniger dramatisch.



Bisher musste das Freiburger Uni-Radio Echo-FM nichts dafür bezahlen, dass es 24 Stunden am Tag auf der UKW-Frequenz 88,4 senden durfte. Das könnte sich bald ändern. Bislang waren nämlich Uni und PH die sogenannten Hauptfrequenznehmer. Jetzt müssen sie sich entscheiden, auf welche der beiden Institutionen die Frequenz laufen soll.


Sollten diese sich nicht einigen können, wird die Frequenz neu ausgeschrieben - die genauen (Hinter-)Gründe dafür konnten am Mittwochabend bei der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg leider nicht in Erfahrung gebracht werden. Uni wie PH könnten sich zwar neu um die Frequenz bewerben. Erstens wäre aber nicht sicher, ob sie diese dann auch tatsächlich bekämen; zweitens wäre die neue Zuteilung mit erheblichen Kosten verbunden.

Uni respektive PH als Radiobetreiber müssten zum ersten Mal darüber debattieren, ob sie bereit wären, diese Kosten zu tragen beziehungsweise ob es in Zeiten des Internets überhaupt noch nötig ist, einen Sender auf klassischem Wege ans Publikum zu bringen.

Diese Unabwägbarkeiten haben Mitarbeiter des Uni-Radios dazu veranlasst, eine Online-Petition mit dem Titel "Rettet Echo-FM" zu lancieren. "Das Uniradio steht nun mit einem Fuß im Grab", schreiben darin die Verfasser, zu denen auch Kira Urschinger gehört. Die Studentin arbeitet unentgeldlich für Echo-FM und hat die Petition initiiert. Ihr geht es vor allem um die Frequenz. Echo-FM als Webradio - das will sie sich lieber nicht vorstellen. "Ein Radio ohne Frequenz ist kein Radio mehr", sagt Kira. Und: "In WG-Küchen und Autos läuft doch kein Webradio." Sie befürchtet, damit würde der Sender an Besonderheit und Professionalität verlieren. Außerdem habe man ein ganz anderes Standing, wenn man sich später bei einem großen Sender bewirbt und auf Arbeit bei einer "Frequenz" verweisen kann.

Nicolas Scherger von der Uni-Pressestelle hingegen findet die Idee eines studentischen Internetradios nicht so abwegig. "Das käme den Hörgewohnheiten vieler Studierender wahrscheinlich sogar näher", sagt er. Und: "Man muss sich grundsätzlich überlegen, ob ein Ausbildungsradio wie EchoFM tatsächlich auch eine Frequenz braucht." Professionell arbeiten könne man dann immer noch - unter Live-Bedingungen und 24 Stunden am Tag. Das Radio selbst stünde für die Uni nicht zur Debatte. Im Gegenteil: "Medienberufe sind heutzutage beliebter als je zuvor. Wir wollen Studierende auch weiterhin auf diese Berufe vorbereiten", so Scherger. Der Plan der Uni: Sobald die neue UB steht, will man dort die Redaktionen von Echo-FM, UniCross und UniTV zusammenführen. Bereits jetzt sitzen UniCross und UniTV in einem Gebäude - der UB2 in der Rempartstraße.

Drängender scheint für die Uni gegenwärtig eine andere Frage: die nach der Finanzierung der einzigen Redakteursstelle von Echo-FM. Bis zum 15. November 2013 wird diese zwar noch aus Qualitätssicherungsmitteln gezahlt. Das ist Geld, dass das Land für jeden Studierenden an die Universität zahlt. Es muss "zweckgebunden für Studium und Lehre" verwendet werden, zum Beispiel für Lehrpersonal, für besseren Service in Bibliotheken oder für die Anschaffung für Lernmaterial.

In der Kommission, die über die Verteilung jener Mittel wacht, sitzen vier vom Asta benannte Studierende. Und die haben in der vergangenen Vergaberunde befunden, dass zu wenige Studierende aktiv vom Freiburger Uni-Radio profitieren würden. Nach dem 15. November muss nun also ein anderes Finanzierungsmodell für die Redakteursstelle her. Nicolas Scherger von der Uni-Pressestelle: "Wir sind zuversichtlich, dass es eine Lösung geben wird."