Resi, die Rampe im Gewölbekeller

Joe Beckert

Es gibt schon ungewöhnliche Dinge in Freiburg, aber das hier übertrifft mal wieder einiges: Hannes Schmidt und Axel Görger haben sich vor 20 Jahren eine Mini-Rampe in den Keller eines Altbaus gebaut - und keiner hat es mitgekriegt, zumindest kennt die Rampe fast niemand außer der Skateszene.



Die Rampe steht in einem wunderschönen Gewölbekeller in Freiburg in der Erbprinzenstraße. Gebaut wurde dieses Schmuckstück vor fast 20 Jahren, vom damals jugendlichen Hausbewohner Hannes Schmidt und seinem Freund Axel Görger. Heute lebt und arbeitet Hannes in Berlin, aber Axel schaut noch hin und wieder bei seiner “Resi”, wie sie die Rampe liebevoll tauften, vorbei.


Längst haben die Jungs von heute das Ruder übernommen. Der 18-jährige Lukas ist im Haus groß geworden und pflegt und skatet die Resi. Immer Montags versammelt sich ein erlesener Kreis Freiburger Rollbrett-Künstler, um in der Mini-Rampe eine gemeinsame Session zu fahren. Durch das einzigartige Ambiente und die familiäre Stimmung unter den Skatern haben sich über die Jahre Freundschaften entwickelt. Im letzten Jahr wurde Geld gesammelt und die "Resi" sogar restauriert und - dank der Unterstützung der Freiburger Skateboard Union - mit einem neuen Belag versehen. Im laufe der Jahre hatte die Rampe durch die ständige Beanspruchung Risse und unebene Stellen bekommen.

Die Rampe hat also Geschichte und einiges auf dem Buckel. Bekannte Namen wie Alberto Benitez haben haben hier ihre ersten Tricks gemacht. Alberto gewinnt heute Wettbewerbe auf nationaler Ebene und schaut trotzdem noch gerne bei Lukas und seiner “Resi” vorbei. Möglich wurde und wird diese Installation nur durch die gute und flexible Hausgemeinschaft, sagt Lukas. Nicht nur die Platzfrage wurde gemeinsam geklärt. Durch feste "Skateboardzeiten" können sich auch alle Hausbewohner mit dem unvermeidlichen Geräuschpegel arrangieren. Lukas erinnert sich an ein wahres Highlight im vergangen Winter, als bei einer Nightsession von 20 bis 4 Uhr morgens geskatet und gefeiert wurde. Da direkt neben der Rampe ein Bandproberaum liegt, war auch die passende Beschallung kein Problem: Tür auf und für den richtigen Sound war gesorgt! Währen sich die Bands im Proberaum abwechselten, gaben die Skateboarder auf der “Resi” Vollgas. Der normale Betrieb geht aber über eine Session pro Woche hinaus. Besonders im Winter, wenn Schnee und Kälte das Skaten im Feien erschweren, bietet die "Resi" eine perfekte Möglichkeit für die hiesige Skateboardszene, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Auch im Sommer ist es hier angenehm kühl.

Wer Lust hat Lukas und seiner "Resi" einen Besuch abzustatten, sollte sich persönlich voranmelden. Kontakt: Lee-berger@web.de