Reisetipps für Vancouver

Alexander Tieg

Am Vormittag in den Bergen Skifahren und am Nachmittag im Pazifik baden - das ist einer der vielen Vorzüge Vancouvers. Die drittgrößte Stadt Kanadas ist ein Mekka für Wintersportler, Abenteurer und erlebnishungrige Großstadtfreunde. Alexander Tieg war acht Monate in Vancouver - und teilt seine Geheimtipps mit euch.



Übersehene Sehenswürdigkeit

Nur wenige hundert Meter südlich von Downtown – versteckt hinter der Skyline – liegt Granville Island. Die kleine Insel in der English Bay besucht man am besten am Samstagvormittag. Stressresistent und gelassen sollte man sein – Granville Island ist nämlich ein wirres Knäuel aus Straßenkünstlern, Marktschreiern und Szene-Yuppies. Touristen werden hier schnell entlarvt!



Kaffeepause

Egal ob Horton’s, Blenz oder Starbucks – jeder zweite Kaffee in Vancouver scheint ein „to go“ zu sein, ist in einem Pappbecher gefangen und mit allerhand Aromen verhunzt. Irgendwelche Sachen werden ineinander gekippt, bis ein Kaffee plötzlich „Strawberry Iced Frappuchino Decaf Blended Coffee“ heißt.

Doch es geht anders: Mein Lieblingscafé ist das „Laughing Bean“ (Hastings Street/Ecke Slocan). Hier schmeckt der Espresso stark, hat der Milchkaffee leckeren Schaum und das Beste: es wird in Tassen serviert.



Magengrummeln

Mein Favorit ist ein kleines Sushi-Restaurant in Downtown (Robson Street, zwischen Bute Street und Thurlow). Es ist unheimlich klein, aber alle Makis und co. werden erst auf Bestellung zubereitet und schmecken großartig. Den Tisch zu teilen ist hier durchaus üblich.



Fine Art

Keine langweilige Ausstellung oder ermüdende Kulturveranstaltung – in der „Science World“ kann man alles anfassen und ausprobieren. Was machen Schwarz-Weißbilder mit mir, wenn ich sie zu lange anschaue? Einfach testen. (1455 Quebec Street Vancouver)



Beste Bar

Keine Frage, The Cambie! Keine andere Bar (eigentlich ist es ein Pub) hat in Vancouver einen vergleichbaren Ruf. Hier treffen sich Studenten, Backpacker und allerhand sympathische Stadtkinder. Es herrscht irgendwie Picknick-Atmosphäre: große, massive Holztische, mindestens fünf verschiedene Sprachen gleichzeitig und Musik aus einer knatternden Jukebox. (310 Cambie Street)

Weite Empfehlungen: The Lennox Pub ist innen hui und außen pfui. Davor gibt es einige Bettler, doch drinnen ist es ein gemütlicher Irish Pub mit netter Bedienung (800 Granville Street). Weit exklusiver ist es im Ginger Sixty Two: 60er Jahre Dekoration und etwas versnobtes Klientel. Doch dem Namen wird Tribut gezollt – die Gincocktails sind unschlagbar. Von Zeit zu Zeit lässt sich hier auch Kim Cattrall blicken.



Clubs

Wer tanzen will, muss zur Granville Street. Zwischen Georgia und Pacific Street reihen sich über sieben Blocks unzählige Clubs und Diskotheken aneinander. „The Roxy“ gehört zu den bekanntesten Clubs Vancouvers und ist auch mein Liebling. Live Musik, Rock und erstklassige Gitarrensounds (932 Granville Street).

Weiter geht’s: Unter Studenten und Backpackern sehr beliebt – „The Cellar“ (1006 Granville Street). Meist Mainstream – Musik und Publikum wenig ausgefallen. Wer Bar- und Tanzvergnügen an einem Ort bündeln möchte, geht in die „AuBar“ (674 Seymour Street). Lounge-Flair mit Ledersofas und kleiner Tanzfläche. Abwechslungsreiche Musik und leckere Drinks. Immer voll! Wenn’s sein muss: Wer eine Großraumdisco mit protzigen Partygängern sucht, sollte in „The Stone Temple“ (1082 Granville Street) glücklich werden. Aber: einer der wenigen Orte, in denen House und Electro gespielt werden.



Nachtlager

Unübertroffen in Preis und Lage ist das „The Cambie Hostel“ in der Seymour Street (515 Seymour Street). Es gehört zum gleichnamigen Pub und ist für Backpacker aus aller Welt beliebter Anlaufpunkt. Ab 25 CND$ kann man hier übernachten – inklusive Frühstück. In unmittelbarer Nähe sind Downtown, China Town und alle übrigen Sehenswürdigkeiten.

Für Romantiker

Wer der Millionenmetropole entliehen will und einen Spaziergang in Vancouvers grüner Lunge – Stanley Park – wenig romantisch findet, sollte nach Horseshoe Bay fahren. Hier ein Motorboot mieten und in aller Ruhe von Insel zu Insel schippern. Die vielen Inseln bieten allesamt Anlegestellen und laden zu kurzen Landgängen ein. Tipp: Auf dem Rückweg am Lighthouse Park anhalten und auf den Hügeln den Ausblick auf die Küstenstraße genießen.



Shop ’til you drop

Vancouvers Robson Street ist das Pendant zur 5th Avenue in New York oder den Champs-Elysées in Paris. Hier liegen die Stores bekannter Marken Tür an Tür. Besonders um Robson/Ecke Burrard herum tummeln sich die Designer. Weiter in Richtung Seymour Street finden sich dann kleine stylische Läden mit Hüten, Schuhen und T-Shirts.



Meet the locals

Genau wie San Francisco hat Vancouvers eine große China Town. Kein Wunder also, dass sich eine rege Asia-Kultur in der kanadischen Küstenstadt entwickelt hat. Wer Einheimische beim Einkaufen, Plaudern oder Faulenzen treffen möchte, muss nach China Town: West Pender Street, zwischen Abbott und Main. 578 Carrall Street gibt’s passend dazu den Chinese Graden.



Geheimtipp

Was der Fußball in Europa, ist der Puck in Kanada. Wer in Vancouver ist, muss zum Eishockey. Besonders überschwänglich wird es, wenn die Vancouver Canucks gegen die Calgary Flames spielen. Ein Derby sondergleichen. Achtung Ausnahmezustand!



Der Tippgeber

Alexander Tieg hat 2004 acht Monate als Austauschschüler in Vancouver verbracht. Inzwischen studiert der Berliner Journalistik an der Hochschule Bremen. In seiner Zeit in der Metropole hat er Ahornsirup für sich entdeckt und das entspannte Leben genossen.

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