Reisetipps für Palma

Simone Werner

Die Stadt Palma - nicht zu verwechseln mit La Palma, einer der kanarischen Inseln oder Las Palmas, einer Stadt auf Gran Canaria - wird wegen ihres Ballermann-Images oft unterschätzt. Nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt ist die schöne balearische Hauptstadt umgeben von einem kleinen Paradies.



Die übersehene Sehenswürdigkeit

Das Castell de Bellver, was man in der Mitte des Fotos unten sieht, ist eines der meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Etwas höher in Genova liegt die weniger bekannte Statue Na Burguesa. Der Weg zu ihr ist zwar anfangs etwas schwer zu finden, der Blick, den man von dort oben hat - vorausgesetzt das Wetter ist gut -, allerdings ein Traum. Sogar ein Restaurant befindet sich in dieser luftigen Höhe.

Adresse: Restaurante Na Burguesa, Camí de Na Burguesa, 07015 Palma



Kaffeepause

In Palma gibt es drei Cafés, die Geschichte geschrieben haben. Die drei bekanntesten historischen Cafés der Inselhauptstadt sind das Ca‘n Joan de S‘aigo, die Bar Cristal und die Bar Bosch.

Man muss in den Cafés mit einer Tradition von teilweise über 300 Jahren gewesen sein, um das Gefühl erlebt zu haben, dazuzugehören, teilzuhaben am Leben und an der Geschichte der Stadt und ihrer Menschen. Wer Lust hat, dabei inseleigene deutsche Medien zu konsumieren, hat am Kiosk die Wahl zwischen den beiden deutschen Wochenzeitungen Mallorca Zeitung und Mallorca Magazin. Auf der Frequenz 95,8 läuft außerdem das deutsche Inselradio.


Fine Art

An einem Tag im Jahr, nämlich dem 20. Januar, steht die Stadt Palma Kopf. Es ist der Feiertag zu Ehren des Heiligen Sebastiàn- dem Schutzpatron der Stadt. Aus allen Städten und Dörfern der Insel strömen die Jugendlichen nach Palma und feiern bei zahlreichen Gratiskonzerten, die sich meistens über ein ganzes Wochenende erstrecken, richtig ab. Zum krönenden Abschluss gibt's an der "Alten Mole" am Hafen am letzten Tag ein riesiges Feuerwerk.



Shop till you drop

In und um Palma gibt es zahlreiche Möglichkeiten, ganz viel Geld für Kleider und Co auszugeben.

Der Kaufhausriese El Corte Inglés, der sich gerne mit dem KaDeWe oder dem Harrods vergleicht, ist schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Er befindet sich am Innenstadtring Avenidas in Palma. Am westlichen Ende des Hafens von Palma, gut mit dem Bus erreichbar, liegt eine weitere Rieseneinkaufsgalerie, nämlich Porto Pi. Wem das noch nicht genug ist, der kann mit dem Auto oder Zug (von der Estación Intermodal Plaza de Espana aus) in den Festival-Park Marratxí fahren.

Mobilität

A propos unterwegs sein: Das Busnetz innerhalb von Palma ist ziemlich gut. Alle Pläne gibt es auf der Seite der EMT Palma. Wer nicht nur möglichst viel von Palma, sondern von der ganzen Insel sehen möchte, holt sich direkt am Flughafen am besten einen Mietwagen. Vor allem in der Nebensaion sind die Preise wirklich ok.

Wer mit dem Auto in Palma unterwegs ist, sollte eines beachten: Eingeparkt wird hier, wie zum Beispiel auch in Paris, nach dem "Touche-Touche-Prinzip". Einmal hinten, einmal vorne anstoßen, et voilà, das Auto steht auch in der kleinsten Parklücke perfekt. In Palma gibt es keine "Zeugen", die in so einer Situation Autokennzeichen notieren und diese anschließend bei der Polizei melden.



Wer sehr flexibel ist und außerdem viel Zeit hat, kann auch die Überlandbusse nutzen, um "raus zu kommen". Pläne gibt's auf der Seite des Consorci Transports Mallorca. Auch ein historischer Bummelzug, der "rote Blitz", fährt direkt vom Bahnhof von Palma aus (überirdisch) nach Sóller, dem Dorf der Orangen. Abfahrtszeiten und Preise findet ihr auf der Website des Tren de Sóller.

Meet the locals

Die einheimischen Inselbewohner heißen nicht Mallorquer oder Mallorquaner, sondern Mallorquiner. Diejenigen, die direkt aus der Hauptstadt kommen, werden Palmesaner genannt. Da auf Mallorca neben dem Spanischen auch Katalanisch Amtssprache ist, jede einzelne Balearen-Insel zudem ihren eigenen Dialekt (auf Mallorca das Mallorquinisch) hat und sich außerdem die Sprachen der Touristen und Residenten dort wieder finden, gibt es vor Ort ein ziemliches Sprachkuddelmuddel, was oft zu Sprachkonflikten führt.

Menschen, meistens Mallorquiner, die gerne mit Deutschen in Kontakt kommen, findet man zum Beispiel beim deutsch-spanischen Stammtisch, der sich einmal pro Woche in Palma trifft. Termine und potenzielle Einzel-Tandems-Partner (empfiehlt sich vor allem bei längerem Aufenthalt) gibt es auf der Seite von Intercambiando.



Die coolsten Bars der Stadt

Die drei coolsten Bars der Stadt sind: "El bosque del duende" , "La Forja Vikinga" und die "HatBar". Im Bosque del duende, dem "Koboldwald", fühlt man sich zwischen Nymphen-Figuren, Eulen, Kunstbäumen und -Pflanzen wie im Märchen. Im Märchenwald gibt's ein großes Angebot an Cocktails und Tees, sowie mallorquinischen Spezialitäten ("bocadillos", "pa amb oli").

In der Bar La Forja Vikinga, der "Wikinger-Schmiede", kann man neben unzähligen heimischen sowie ausländischen Biersorten, Met aus Wikingerhörnern trinken.  In der HatBar kann man neben etlichen Hüten, kreative Wandgemälde und Möbel wie uralte Kinositze vom Antiquitäten-Händler bewundern. Wer Barbesitzer Pedro einen Hut als Geschenk mitbringt, bekommt im Gegenzug ein Freigetränk.



Für Romantiker

Ein besonderes Pärchenerlebnis ist ein Spaziergang an der beleuchteten Kathedrale vorbei durch den Parc de la Mar. Wenige Meter dahinter: das Meer. Mittelpunkt des Parks ist eine künstlich angelegte Wasserfläche mit Fontäne, die bei Nacht noch schöner aussieht. Um den Park herum befinden sich überall Bänke zum nächtlichen Verweilen.

Auch Strände eigenen sich natürlich zum gemeinsamen Kuscheln. Der Stadtstrand von Palma ist zwar nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt, allerdings eher klein und unspektakulär. Nur 15 Minuten mit dem Bus entfernt liegt der Ballermann-Strand namens Playa de Palma. Die Buslinien 25 und 15 bringen einen dorthin. Zu empfehlen ist vor allem die Linie 25, die über die Autobahn fährt.

Der Ballermann-Strand eignet sich vor allem in der Nebensaison, wenn der Ballermann seinen Winterschlaf hält, zum spazierengehen, Muscheln sammeln und, wenn man Glück hat, sogar baden. Außerdem findet man dort dann oft tolle Sandburgen, die nachts sogar "bewacht" werden.



Die Tippgeberin


Simone Werner
studiert im fünften Semester FrankoMedia und Spanisch an der Uni Freiburg. Sie war für fünf Monate zum Praktikum bei der Mallorca Zeitung in Palma. Ein Satz über ihren Aufenthalt: "Ich war zum ersten Mal auf Mallorca und dafür, dass die Insel nur zwei Stunden von uns entfernt ist, findet man dort ein kleines Paradies vor. Mallorca und Palma sind so viel mehr als nur Ballermann." Mehr zu ihrem Mallorca-Aufenthalt gibt's auf ihrem Blog Das Malle-Semester.

 

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