Reisetipps für Madrid

Markus Berger

Spaniens Hauptstadt Madrid ist vielseitig: von traditionellen Eckkneipen, unzähligen Tapas-Bars, stylischen Cafés bis hin zum prunkvollen Palacio Real und der urbanen Shoppingmeile Gran Via findet man dort alles. Hier kommt Markus mit den besten Tipps, verfasst nach vier Wochen Madrid.

Die übersehene Sehenswürdigkeit:



Ein ägyptischer Tempel in Madrid? Das mag sich zwar im ersten Moment etwas seltsam anhören, doch konnte ich wirklich einen über 2000 Jahre alten Tempel im Parque de la Montaña bestaunen. Der Templo de Debod, ein Geschenk Ägyptens an Spanien, bietet einen wunderschönen Ausblick auf die moderne Hochhauskulisse der Plaza España und lädt so zu einer kleinen Verschnaufpause ein.

Adresse: Parque de la Montaña (Metro: Plaza España)

Kaffeepause:



Nur einen Steinwurf vom Mittelpunkt Madrids, dem Plaza Puerta del Sol entfernt, konnte ich mich von dem hektischen Großstadttreiben bei einem Café con leche erholen. Das Café Central ist keines dieser komplett überteuerten Touristencafés direkt am Sol, sondern überzeugte mich vor allem durch sein schönes Ambiente, inklusive entspannender Jazzmusik. In den Abendstunden kann man dort nahezu jeden Tag auch Live-Musik erleben!

Adresse: Café Central, Plaza del Angel 10 (Metro: Sol)
Web: http://www.cafecentralmadrid.com/

Magengrummeln:



Kulinarische Köstlichkeiten gibt es in Madrid schon zu jeder Caña (Bier vom Fass). Von den meistens kostenlos dazugereichten Tapas, Oliven und anderen Leckereien konnte ich mich schon fast sattessen, doch früher oder später überkam mich dann doch der große Hunger. Nun stand ich vor dem Dilemma, ein halbwegs preiswertes, aber doch gutes Lokal zu finden – und das auch noch direkt in der Nähe des Plaza Mayor, einer der Hauptsehenswürdigkeiten Madrids. Die Bar Anton kam mir da gerade recht: Zu wirklich fairen Preisen kann man hier excellente Tapas genießen.
Wem das zu teuer sein sollte, kann ich folgendes ans Herz legen: An den Ausgängen der Plaza Mayor kann man für ein bisschen mehr als zwei Euro ein Bocadillo con calamares kaufen – ein Brötchen mit Tintenfischringen. Für den kleinen Hunger zwischendurch perfekt!

Adresse: Calle Mayor 63 (Metro: Opera)

Shop till you drop:



Am Sonntag war ich auf dem Rastro, einem riesigen Markt, auf dem von Schuhen über Handtaschen bis CDs und Schmuck nahezu alles verkauft wird, was das Herz begehrt. Jeden Sonntag von 9 bis ungefähr 14 Uhr kann im Stadtteil La Latina ausführlich gebummelt und nach Schnäppchen Ausschau gehalten werden. Dabei empfiehlt es sich, möglichst früh dort zu sein, denn sonst sind die Straßen mit all ihren Ständen so überlaufen, dass an ein Durchkommen kaum noch zu denken ist.

Adresse: Calle de la Ribera Curtidores und Umgebung (Metro: Puerta de Toledo)

Meet the locals:



Madrileños trifft man am besten in einer der Eckkneipen in Stadtteilen wie La Latina oder Embajadores. Menschen jeden Alters trinken dort ein Bier oder einen Kaffee und unterhalten sich bei einer Zigarette – denn rauchen darf man in Madrid noch in fast jeder Bar – über Gott und die Welt. In einer dieser zahllosen Kneipen kann man dann die noch intakt scheinenden Nachbarschaftsgemeinschaften Madrids beobachten, denn auch der Bäcker von nebenan verbringt dort seine Mittagspause; Touristen findet man dort eher selten.

Nachtschwärmer:



Obwohl es in Madrid vor Clubs nur so wimmelt, gefiel mir der Low Club besonders gut. Wer elektronischen Klängen nicht abgeneigt ist, der sollte sich hier auf alle Fälle einmal blicken lassen. Neben dem großen Floor gibt es noch den Pop Room, in dem die Musik auch etwas gemischter ist. Zwar sind die Longdrinks mit 8 Euro nicht gerade billig, doch kann man den Preis verschmerzen, da fast die Hälfte des Glases mit Alkohol gefüllt ist. Zu empfehlen ist es dabei, im Ausgehviertel Malasaña zwischen 1 und 2 nach einem Flyer zum Low Club Ausschau zu halten, denn dann ist der Eintritt sogar kostenlos. Wenn das nicht klappt, sollte man mit 12 Euro Eintritt rechnen – im Preis mit inbegriffen ist jedoch schon einer dieser unglaublich alkoholischen Longdrinks, womit sich das ganze wieder etwas relativiert.

Adresse: Plaza Mostenses 11 (Metro Plaza España)
Web: http://www.intromusica.com/

Für Romantiker:



Besonders romantisch ist es, in der Dämmerung einen Spaziergang in Madrids größtem Park zu machen, dem Retiro. Beim Sonnenuntergang kann man entweder die Ruhe genießen, oder sich ins abendliche Getümmel rund um das Monument Alfonso XII stürzen. Dort geben regelmäßig, aber vor allem an Wochenenden, Trommler sowie Jongleure ihr bestes, um die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen.

Adresse: Retiro (Metro: Retiro)

Der Tippgeber: Markus Berger studiert Soziologie, und Politik an der Uni Freiburg. Momentan studiert er an der Universität Uppsala in Schweden. Da seine Freundin gerade ein Erasmus-Jahr in Madrid verbringt, hatte er die Möglichkeit durch Besuche die Stadt kennenzulernen. Er verbrachte insgesamt vier Wochen in Madrid.

Mehr dazu:


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Galerie: Bilder aus Madrid

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.

Fotos: Markus Berger (weitere Madrid-Fotos von mir noch in diesem Fotoalbum)