Reisetipps für Köln (9)

Lisa Geiger

Köln ist mehr als BAP, Kölsch, Karneval und Dombesichtigung. Hier kommen einige Empfehlungen zum Weggehen, Hand-in-Hand-Gehen, Abgehen und Rumgehen: Flanieren im Blücherpark, Schnitzel bei Grubers, Tanzen im Tsunami, Kino im Metropolis. Aber erstmal...



Übersehene Sehenswürdigkeit

Die Flora. Sie liegt am Rhein, in der Nähe des Zoos. Mehrere Gewächshäuser zeigen Pflanzen aus allen Klimazonen. Die Parkanlage ist eine Augenweide, nicht nur für Botaniker. Die fetten Fische im Teich lassen sich von den Besuchern füttern, die, wenn sie müde sind, auf einer der vielen Parkbänke Platz nehmen.

Unbedingt Picknick mitbringen! Es gibt zwar auch ein Restaurant auf dem Gelände, aber wer will schon für ein Wasser knapp fünf Euro zahlen?



Kaffeepause

In der Schildergasse, der großen Einkaufsstraße beim Dom, gibt es eine Filiale der Kette Dunkin’ Doughnuts (in Freiburg gibt es eine solche leider nicht). Eine Tasse Kaffee mit zwei Doughnuts kostet fast vier Euro. In einer Sitzecke mit Kissen kann man es sich gemütlich machen. Problem: Direkt gegenüber steht ein unscheinbarer Holzschrank. In diesem befinden sich die Doughnutsreserven. Hunderte davon, in allen Formen und Farben.



Magengrummeln

Natürlich kommt es darauf an, wann und worauf man Hunger hat. Für ein kölsches Mahl ist man im Brauhaus Früh richtig. Man bekommt hier Himmel un Äd (Blutwurst mit Kartoffelbrei und Röstzwiebeln) und Halven Hahn (Gereifter Käse mit Butterbrot). Der Köbes (Kellner) stellt dem Gast unaufgefordert das nächste Kölsch hin, wenn das Glas leer ist. Es sei denn, der Gast legt einen Bierdeckel aufs Glas.

Für Fast-Food-Anhänger gibt es an jeder dritten Straßenecke Döner, den besten (mit Pommes drin) am Wiener Platz. Empfehlenswertes arabisches Fast-Food gibt es etwa in der Zülpicher Straße 28 im Habibi. Eine sehr leckere Steinofenpizza macht Pizza-Pazza (Hochstadenstr. 35, 50674 Köln) in der Nähe des Zülpicher Platzes. Ideal für den nächtlichen Hunger nach einer Kneipentour.

Das beste Schnitzel der Stadt bekommt man in Grubers Restaurant.



Museum und Kino

Gute Ausstellungen zeigt das Museum Ludwig am Dom. Der Schwerpunkt liegt auf Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Eine andere Art von Kunst kann man auf der Domplatte davor beobachten: Hier üben Skater, Inline-Skater und sonstige Freestyler ihre Tricks. Ein gutes Kino ist das Metropolis. Das Programmkino zeigt viele Filme in Originalversion und hat ein angenehmes Ambiente.



Beste Bar der Stadt

Viele gute Bars liegen rund um den Zülpicher Platz. Ausprobieren! Ein bisschen steril aber stilvoll ist das Max (Zülpicher Str. 17, 50674 Köln). Unter der Woche gibt es dort Cocktails für vier Euro. Mein Lieblingslokal ist das Blue Shell. Angenehm alternatives Publikum tummelt sich hier um Kicker, Tresen und Bühne. Es gibt oft Konzerte, bei denen getanzt wird und dazu nicht nur Kölsch, sondern auch mehrere Sorten Absinth.

Wer lieber in eine reine Disco geht, der besucht den Rose Club, der gegenüber des Blue Shells liegt. Eng und beliebt.

Beliebt, aber nicht unbedingt umwerfend ist das Ding. Studentenclub mit Chart-Hits, eher für die Anbahnung von Paarungsaktivitäten zu empfehlen.

Ansonsten besser ins Tsunami gehen (Chlodwigplatz). Wunderbare Elektro-Indie-Alternative-Partys, dazu Rothausbier. An Halloween wurde sogar im Klo aufgelegt. Für Rockabillys ist die Church of Tohuwabohu (Luxemburger Str. 49, 50674 Köln) beliebter Treffpunkt.

Für Romantiker

Am Rhein entlang zu flanieren, hat eigentlich immer etwas Romantisches, wenn man es nicht gerade auf Höhe der Fordwerke in Niehl macht. Lieber mal auf die rechte Rheinseite ausweichen, nach Flittard. Oder in den Blücherpark mit seinen schönen Platanenalleen (im Nordwesten der Stadt).



Shop till you drop

Netten Service und gute Klamotten gibt es für Hip-Hop-Fans (und eigentlich auch alle anderen) im Snipes. Eine riesige Auswahl an Schuhen locken immer wieder hinein. Ansonsten sind an der Ehrenstraße, die in den vergangenen 20 Jahren erschreckend kommerzialisiert wird, einige Klamottenläden (war mal ein Geheimtipp).

Meet the Locals

Die Einheimischen trifft man vor allem in den Veedelskneipen, die zum Beispiel „Zwitscherstübchen“ heißen. Diese Kneipen sind teils ganzjährig mit Fastnachtsutensilien dekoriert, auf jeden Fall mit FC-Fähnchen. Ansonsten trifft man Kölner am Kiosk, der hier oft bis tief in die Nacht geöffnet hat.

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