Reisetipps für Fairbanks in Alaska (7)

Christoph Müller-Stoffels

Man fährt nicht nach Alaska, um sich Städte anzuschauen. Aber hinfahren sollte man trotzdem, denn Alaska ist riesengroß und wunderschön. 17 der 20 höchsten Berge der USA sind hier zu finden, verteilt auf vier Zeitzonen. Eine gängige Prahlerei besagt: Würde man Alaska zweiteilen, dann wäre Texas der drittgrößte Staat. Fast 52.000 Quadratkilometer Gletscher gibt es obendrauf. Und wenn man schon mal da ist, kann man sich auch die Städte anschauen, Fairbanks zum Beispiel.



Fairbanks selbst hat nur gut 33.000 Einwohner. Im Einzugsgebiet, sprich den umliegenden Dörfern und Wäldern, leben aber etwa 50.000 Menschen. Und Elche, Bären, Rentiere und Moschusochsen. Fairbanks ist in Alaska die nördlichste Stadt, die man noch als solche bezeichnen kann. Überhaupt ist Alaska (1,7 Mio. Quadratkilometer) mit 670.000 Einwohnern recht dünn besiedelt, zumal 275.000 allein in Anchorage leben. Es mag daran liegen, dass es schon im Oktober bis zu minus 20 Grad wird. Trotzdem lohnt der Besuch, auch und vielleicht gerade im Winter. Nebenan, in North Pole, wohnt übrigens der Weihnachtsmann (siehe Galerie).

Übersehene Sehenswürdigkeit

In Alaska dreht sich alles um die Natur, wenn es nicht gerade um Öl oder Gold geht. Jagen, Angeln, Wandern. Besonders letzteres lässt sich bei den Angel Rocks gut machen. Ein drei Meilen langer Rundweg führt zu traumhafter Aussicht. Nur ein paar Meilen weiter sind auch schon die Chena Hot Springs, die besonders im Winter zum heißen Bad in schneebedeckter Landschaft einladen.

Kaffeepause

Hilltop Cafe schön zu nennen würde nicht ganz stimmen. Es ist eher ein Truckstop mit ebensolchem Charme. Aber sonntagmorgens gibt es hier Frühstück für den "Alaska size appetite" – genial! Zwar liegt Hilltop ein bisschen außerhalb von Fairbanks, aber der Weg lohnt sich.

Magengrummeln

Etwa zehn Meilen von Fairbanks, in Fox, findet sich die nördlichste Brauerei Amerikas, wenn nicht gar der Welt. Silver Gulch stellt nicht nur gutes Bier her, seit diesem Jahr kann man hier auch bodenständig und reichlich essen. Vegetarier müssen sich zwar umschauen, aber das ist nicht unüblich in Alaska.

Web: Silver Gulch Brewing and Bottling

Fine Art

Die Geschichte Alaskas erzählt das Museum of the North. Das auf dem Campus der Uni gelegene Gebäude besticht nicht nur durch seine moderne Architektur, sondern glänzt auch mit einer sehr guten Ausstellung. Das absolute Highlight sind die "Places where you go to listen". Hier wird dem Tanz der Polarlichter (Aurora borealis) eine Stimme verliehen.

Web: Museum of the North

Die beste Bar der Stadt

Es war einmal ein dünner Kerl mit Namen Richard, der eine Bar eröffnete. Da er das auf halber Strecke zwischen Fairbanks und Nenana tat, taufte er sie Skinny Dick’s Halfway Inn. Wer bei dem Namen an etwas ganz anderes denkt, der ist hier richtig. "We have adult humor" wird man schon vor der Bar gewarnt. Man bekommt hier nicht nur ein Bier, sondern auch Scherz- und andere frivole Artikel.

Web: Skinny Dick's

Der beste Club der Stadt

Wie gesagt, man geht nicht wegen der Städte nach Alaska, und dementsprechend auch nicht wegen der Clubs. Wenn es dann doch in den Beinen zuckt, sollte es schon der Blue Loon sein. Auch Live-Konzerte und Comedy-Shows finden sich im Event-Kalender.

Web: Blue Loon

Nachtlager

In Fairbanks hat nur etwa die Hälfte der Haushalte fließendes Wasser. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Duschverhalten, sondern beschert einem auch das Erlebnis, im Oktober, bei minus 15 Grad, ein Plumpsklo (schön luftig und unbeheizt) aufzusuchen. Wer sich kurz vor dem Abflug davon erholen möchte, für den ist Pike’s Waterfront Lodge genau das richtige. Eine heiße Dusche, abends im angeschlossenen Restaurant sehr gut essen und am nächsten Morgen in fünf Minuten zum Flughafen, traurig, dass alles schon vorbei ist.

Web: Pike's Waterfront Lodge

Für Romantiker

Einen sehr schönen Blick über die Stadt hat man vom Campus aus. Besonders der Grünstreifen vor dem Reichardt Building lädt bei Sonnenuntergang dazu ein. Ein Spaziergang durch schneebedeckte Wälder ist natürlich immer eine Alternative.

Shop till you drop

Souvenirläden gibt es viele in Fairbanks Downtown, und alle verkaufen irgendwie das gleiche. Nur If only... (Ecke Third Avenue, Cushman Street) ist da anders. Es lässt sich schwer beschreiben, aber wer mehr als die Alaska-Tasse, das Alaska-Shirt oder das Alaska-Kartenspiel mit nach Hause nehmen möchte, der ist hier richtig.

Meet the locals

Zwar kann man die Einheimischen hier in jeder Bar treffen, aber das Kettenrestaurant Denny’s ist doch irgendwie besonders. Nicht nur ist es das nördlichste Denny’s der Welt, wie draußen stolz verkündet wird, es ist auch das einzige Fastfood-Restaurant, das freitagabends einen Türsteher bekam, nachdem die "locals" Gefallen daran gefunden hatten, sich hier eine Schlägerei zu liefern. Sozialstudien kann man jetzt immer noch betreiben, aber nicht mehr gar so rustikal.

Web: Denny's

Weitere Großstadtgeheimtipps:

Fotos: Christoph Müller-Stoffels