Reifenzeugnis

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, warum Traktoren hinten so große und vorne so kleine Räder haben? Für das Design der Fortbewegungsmechanik dieser seit der Erfindung der Dampfmaschine bei Groß- und Kleinbauern sehr beliebten kräftigen Helfer gibt und gab es mehrere praktische Gründe.

Die hinteren Räder sollen den Traktor auf einem meist lockeren Untergrund mit viel Kraft vorantreiben. Neben einer entsprechenden Getriebeübersetzung wird dazu eine große Auflagefläche der Reifen benötigt. Diese bewirkt auch, dass der doch recht schwere Traktor den Boden nicht allzu sehr zusammenpresst. Außerdem bleiben solch übermannshohen Räder mit ihrem hoch gelegenen Achsmittelpunkt nicht so schnell im Matsch stecken.


Aus diesem Grund könnte man zwar auch die Vorderräder so umfangreich machen, doch ist das nicht nötig und teilweise sogar hinderlich. Die sind nämlich nicht zur Kraftübertragung da, sondern nur zum Spurhalten und Lenken. Kleine Räder sind dafür praktischer, weil sie mit weniger Kraftaufwand zu lenken sind. Und größere Räder bräuchten längere Achsen, damit sie nicht bei jedem Lenkeinschlag an der Motorhaube hängen bleiben.

Heutzutage gibt es zwar dank Servolenkung und ähnlicher technischer Fortschritte auch Traktoren, die vorne wie hinten sehr große Räder haben, doch verkaufen die sich nicht so gut. Die Kunden verlangen nach wie vor das altbekannte Design. Denn was der Bauer nicht kennt, fährt er nicht.