Regiorocker: Planète Neuf Brisach 2007

Gina Kutkat

Durchs Vauban-Bastiönchen Neuf Brisach tönte das ganze Wochenende der Klang der Grenzlosigkeit. Bands aus dem Dreiländereck, Theaterperformances und jede Menge Flair waren beim Planète Neuf Brisach 2007 umsonst zu bestaunen.



Ist das schön hier! Und so französisch! Kaum eine halbe Stunde raus aus Freiburg und schon befinde ich mich in einer Stadt, die mitten in Frankreich liegen könnte. Très jolie.


Dabei liegt Neuf Brisach an der Deutsch-Französischen Grenze, ungefähr 36 Kilometer von Freiburg entfernt. Hier findet zum ersten Mal das Planète Neuf Brisach Festival statt, organisiert von der Jazz&Rockschule Freiburg und europop.



Das Konzept? Französischer Charme in Verbindung mit der Crème de la Crème der regionalen Musikszene. Das Besondere? Die Festung von Monsieur Vauban, der verantwortlich für die gesamte Anordnung von Neuf Brisach ist.
Der Franzose legte sie in Form eines Achtecks an. Der heutige Marktplatz diente früher als Exercierplatz, das Straßennetz ist schachbrettförmig angeordnet und wird von einer beeindruckenden Anlage aus Mauern, Gräben und Toren eingerahmt.



Eine tolle Kulisse mit geschichtlichem Ambiente also für das Festival Neuf Brisach. Direkt neben den imposanten Stadtmauern steht die Bühne für die Künstler, die Besucher gelangen durch einen muffigen Tunnel und eine abenteuerliche Holztreppe auf das Festivalgelände. Ein großes Eisenschiff prangert in der Mitte des riesigen Areals, für Trank & Speisen ist durch viele kleine Stände aus Frankreich und Deutschland ebenfalls gesorgt.



Die Veranstalter hätten sich jedoch etwas besser um die Promotion kümmern sollen. Am späten Nachmittag tummeln sich noch wenige Besucher auf dem kostenlosen Festival herum, schade vor allem für den Auftritt von Bowel Function aus Freiburg. Ihre Rock-Metal Performance hat definitiv ein großes Publikum verdient - ihre etwas härteren Rocksongs, kombiniert mit sauberem Harmoniegesang verlangen pogende Mengen.



Die waren auch beim Gig von den Neonkriegern Joe, Syd, Micha und Daniel nirgends zu sehen. Die vier Freiburger untermalten eher die spätnachmittagliche Stimmung auf dem kleinen Festival mit Songs wie "Schnee von gestern" und "Wolfsmond".

Die Moderatoren des Tages - eigentlich auch die Helden des Tages. Zwei Drittel der Beatbox-Formation Acoustic Instinct, Teddy und Paul, sorgten zwischen den Auftritten der Bands dafür, dass die Leute näher kamen und gut unterhalten wurden.

Zur Seite stand den zweien dabei ein engagierter französischer Rapper, der leider neben den Human Beatboxern aus Freiburg etwas unterging.



Grauselig bis gruselig wurde es bei der nächsten Band Day Off Sin aus Frankreich. Steife Musiker spielten spacige Musik, die gar nicht ankam.

Danach das erste Highlight des Abends: The Seducers. Tolle Songs im Stile der Hives, die die Leute nach vorn lockten beziehungsweise rockten. Coole Typen, heiße Show und wieder einmal: aus Freiburg.

Die vier Portugiesen von Fed Up 74 leben hier seit einem guten Jahr. Ihre Songs wie "What To Do" und "Jasie Bird" kommen ohne viel Fiedelei - eben Punk-Pop like- aus. JoP, Cupido, HimSelf und Robert haben sozusagen den Endspurt eingelegt und das Publikum mit ihrer Power noch einmal rumgekriegt. Genau nach dem letzten Fed Up 74-Akkord fing es an, in Strömen zu gießen und die Festivalgemeinde löste sich noch vor Mitternacht auf.



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