BZ-Interview

Regiestudent will Kurzfilm in Freiburg drehen – und sucht Helfer

Louis Groß

Regiestudent Jannis Alexander Kiefer aus Babelsberg hat lange in Freiburg-St. Georgen gelebt. Jetzt kehrt er für seinen neuen Kurzfilm "Bonbon" zurück.

Im Interview mit Louis Groß verrät er Details zum Drehbuch, warum die Gegend filmisch sehr viel hergibt und was das alles mit Fasnacht zu tun hat.

BZ: Herr Kiefer, worum geht es im Film?
Kiefer: Der Film handelt von einem achtjährigen Jungen, der in einem kleinen, alemannischen Dorf während der Rosenmontagsumzugs-Vorbereitungen, umgeben von Narren, auf die Ankunft seines entfernt lebenden Vaters wartet.


BZ: Wie kam die Idee dazu?
Kiefer: Ich bin in St. Georgen aufgewachsen und habe 15 Jahre dort gelebt. Dort gibt es einen recht großen Fastnachtsumzug, der direkt an unserem Haus vorbeiführt. An diesem einen Tag war mein Elternhaus umgeben von Narrenfiguren. Das war meine Inspiration. Es geht jedoch nicht darum, dass alle Menschen um den Jungen verrückt sind oder Narren im sprichwörtlichen Sinne. Es geht eher um ein Nicht-Erkennen, um eine Anonymität, deshalb war auch die alemannische Fasnet wichtig, da es hier viele Zünfte gibt, die eine Maske tragen. Jede Person könnte eine mögliche Vaterfigur sein.

BZ: Wie kam es zu dem Filmtitel "Bonbon"?
Kiefer: Das ist auf jeden Fall noch ein Arbeitstitel, wobei die Bonbons durchaus eine kleine Rolle im Drehbuch haben. Sie sind der Wegbegleiter, die der Junge von Anfang bis Ende bei sich trägt.

BZ: Wer spielt mit?
Kiefer: Einen Cast haben wir noch nicht. Ich habe das Drehbuch in badisch-alemannischem Dialekt geschrieben, die Entscheidung, dass wir hier unten drehen dürfen, ist jedoch erst vor kurzem gefallen. Nun sind wir gerade dabei das Projekt ins Rollen zu bringen.

BZ: Was sind dann die nächsten Schritte?
Kiefer: Was wir jetzt suchen, sind Drehorte, Schauspieler und auch Partner und Sponsoren. Im Hinterkopf haben wir schon einen alten Bauernhof und ein Kinderzimmer im Erdgeschoss. Zu den Schauspielern muss man sagen: Ein achtjähriger Junge kann im echten Leben acht bis zehn Jahre alt sein, da gibt es keine ausgebildeten Schauspieler. Da geht es darum, motivierte Kinder zu finden, die Lust auf den Dreh haben und auch zu der Rolle passen.
Interessierte, die sich am Filmprojekt von Jannis Alexander Kiefer beteiligen wollen, können sich melden unter: Jannis.Alexander.Kiefer@filmuniversitaet.de

BZ: Wie finanzieren Sie das Projekt?
Kiefer: Das Projekt wird nahezu ohne Geld umgesetzt, es gibt nur einen Sockelbetrag von der Uni. Unser Anspruch ist es trotzdem das Projekt von Anfang bis Ende professionell anzugehen, deshalb sind wir auf Sponsoren und freiwillige Helfer angewiesen. Die Narrenkostüme und Masken könnten wir zum Beispiel nicht selbst bezahlen oder selbst herstellen.

BZ: Wer steht hinter den Kulissen?
Kiefer: Das sind zum einen Kommilitonen. Solche Filmprojekte werden interdisziplinär in der Zusammenarbeit aller Studiengänge an der Universität gemacht. Außerdem brauchen wir noch ein paar Leute, die uns beim Dreh helfen, zum Beispiel für die Beleuchtung oder die Szenografie. Wir hoffen auf Helfer, die sich vielleicht selbst noch an einer Filmuniversität oder Filmhochschule bewerben wollen und so erste Erfahrungen an einem Set sammeln können.

BZ: Wann ist der Drehstart geplant?
Kiefer: Wir haben nun zwei Monate Zeit, alles zu organisieren. Einige Mitstudenten und ich sind währenddessen auch Vollzeit mit der Filmproduktion beschäftigt. Das Projekt ist auf 20 Minuten angesetzt, dafür haben wir dann sechs Drehtage. Der Dreh wird Anfang April, in der Woche nach Ostern stattfinden. Ich freue mich sehr, in Freiburg drehen zu dürfen. Als wir hier angekommen sind, war ein absolut beeindruckendes Licht, die Landschaft ist atemberaubend – wenn man aus Brandenburg kommt, sorgt das für große Begeisterung.
Jannis Alexander Kiefer, 1989 in Berlin geboren, studiert im zweiten Jahr Regie an der Filmuniversität in Potsdam-Babelsberg. Groß geworden ist der 28-Jährige in Freiburg.