Raumschiff Orion online anschauen

Christoph Müller-Stoffels

"Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen." So begann jede Folge der TV-Serie "Raumpatrouille". Inzwischen hat die Serie Kultstatus. Zum 40. Geburtstag tauchen viele Ausschnitte bei YouTube auf.



"Was ist das denn?"
"Was?"
"Wir explodieren!"
"Tja, damit müssen wir Raumfahrer immer rechnen."



Es waren solche Dialoge, die den Kultcharakter der TV-Serie "Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes ORION" prägten. Aber auch futuristische Tanzszenen (Bild) und eine wegweisende Tricktechnik trugen dazu bei, dass es noch heute Fan-Seiten im Internet gibt und der 40. Jahrestag der Erstausstrahlung gefeiert wird.

Als die ARD am 17. September 1966 die erste Folge der Serie zeigte, lag die Einschaltquote bei über fast 40 Prozent, bei der vierten Folge sogar über 50. Allein in Deutschland wurde die Serie inzwischen von verschiedenen Sendern insgesamt 20 mal wiederholt. 2003 kam ein Zusammenschnitt der sieben Folgen unter dem Titel "Raumpatrouille - Rücksturz ins Kino" sogar auf die Leinwände der Republik. So konnte auch die junge Generation die "internationale" Crew um Major Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr) und Leutnant Mario de Monti (Wolfgang Völz, heute besser bekannt als die Stimme von Käpt'n Blaubeer) an den "Rand der Unendlichkeit" des Jahres 3000 begleiten.

Neun Tage nach der ersten Star Trek-Folge "The Man Trap" folgte in Deutschland die Raumpatrouille "Angriff aus dem All". Umstritten ist dabei, welche der beiden Serien zuerst da gewesen war. Jedenfalls haben sich bei beiden die Dreharbeiten hingezogen. Bereits 1962 hatte Drehbuchautor Rolf Honold der Produktionsfirma Bavaria sein Konzept vorgelegt. Die letzte Klappe für die Schauspieler fiel Ende Juli 1965. Dann durften die Tricktechniker ran.

Die Kreativität, die bei der Nachbearbeitung, aber auch schon beim Kulissenbau an den Tag gelegt wurde, sucht bis heute ihresgleichen. Eine kleine Auswahl gefällig? Bügeleisen und Bleistiftanspitzer wurden für die Amaturen verwendet, Plastikbecher dienten als Deckenleuchten. Lochkarten für EDV-Systeme dienten als Rangabzeichen für die Offiziersuniformen. Für den "Overkill" (Bild) wurde eine Gipskugel an einer Stelle ausgehöhlt und mit Rosinen, Reis und Kaffeepulver gefüllt, die dann mittels Pressluft weggeblasen wurde.

Nach den ersten sieben Folgen war leider schon wieder Schluss. Das mag auch an den damals astronomischen Kosten von bis 360000 DM pro Folge gelegen haben. Zwar gab es verschiedene Versuche einer Fortsetzung, zuletzt von Pro 7 mit Roland Emmerich (1998), umgesetzt wurde aber keiner. So bleibt nur die DVD-Kollektion und der überragende, jazzig-futuristische Soundtrack des Peter-Thomas-Sound-Orchesters, die uns auf Patrouillenflug mitnehmen. Bleibt nur noch zu klären, wo eigentlich der "Rand der Unendlichkeit" ist, denn hätte die Unendlichkeit einen Rand, wäre sie nicht mehr unendlichlich...

Mehr dazu:

  • Am 17. September 2006 zeigt die ARD anlässlich des 40. Jahrestag "Raumpatrouille Orion - Rücksturz ins Kino" von 2003.