Rathaus schränkt 1.-Mai-Straßenparty ein

Frank Zimmermann

Freiburg zieht die Zügel an: Um Querelen rund um 1.-Mai-Feiern zu vermeiden, hat die Stadt die Regeln für bestimmte Areale verschärft. Dort müssen nun auch Mai-Partys auf Privatgelände angemeldet werden.



Die 1.-Mai-Feste im Quartier Im Grün waren bei der linken Szene jahrelang eine beliebte Tradition, ehe sie vor einigen Jahren auszuufern begannen: Laute Musik bis in die Morgenstunden, Müll auf der Straße und vollgepinkelte Hauseingänge ließen die Anwohner Alarm schlagen, 2012 wandten sie sich hilfesuchend an die Stadtverwaltung. Diese verhängte daraufhin eine Allgemeinverfügung fürs Quartier. 2012 und 2013 sorgte die Polizei mit einem Großaufgebot dafür, dass die Verfügung eingehalten wurde.


Aufruf zum Feiern kursiert seit Wochen

Der Verfügung zufolge waren Feste, die nicht vorab im Rathaus angemeldet wurden, auf den Straßen des Viertels in den Tagen rund um den 1. Mai untersagt; ausgenommen davon waren die Partys in der Spechtpassage und auf dem Grethergelände. Im März 2013 bestätigte das Verwaltungsgericht die Rechtmäßigkeit der Verfügung.

Auch in der kommenden Woche wird das Rathaus vom 30. April bis 2. Mai wieder alle unangemeldeten Feste in der Wilhelm-, Adler-, Grether- und Belfortstraße per Verfügung untersagen. Das Netzwerk "Recht auf Stadt" hat schon vor Wochen zum – unangemeldeten – Feiern auf der Straße aufgerufen; ein Veranstalter, der gegenüber der Stadtverwaltung als solcher auftritt, fand sich in der Quartiersszene nicht. So ist Günther Glanz vom Jos-Fritz-Café der Einzige im Viertel, der im Rathaus Veranstaltungen angemeldet hat: Am Abend des 30. April und am 1. Mai wird er ein Fest auf dem privaten Spechtpassagengelände ausrichten, am Maifeiertag tagsüber erstmals nach drei Jahren auch wieder in einem Abschnitt der Wilhelmstraße.

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[Foto: Petra Günnewig]