Rassistische Türpolitik in Freiburger Diskotheken?

Nina Braun & Felix Herkenrath

Türsteher des Karma sollen einen Jugendlichen im März abgewiesen haben mit der Begründung, dass er schwarz sei. Karma-Betreiber Alex Staude bestreitet die Vorwürfe: Ein derartiger Vorfall sei unvorstellbar, da es unter seinen Mitarbeitern selbst einen ausgesprochen hohen Ausländeranteil gebe.



Laut Schilderungen einer Schülerin der Merian-Schule stand sie mit zwei Freundinnen und einem dunkelhäutigen Bekannten aus Frankreich, alle im Alter zwischen 18 und 22 Jahren, am Abend des 15. März an der Tür zum Karma-Keller. Während den Mädchen problemlos Einlass gewährt wurde, habe der Türsteher ihren Begleiter abgewiesen, der aber, wie die Schülerin sagt, gepflegt gekleidet und nicht auffallend alkoholisiert gewesen sei. Auf Fragen der Mädchen, warum man ihn nicht hineinlasse, sei schließlich wortwörtlich die Begründung gefallen: "Weil er schwarz ist."


Mitschülerinnen bestätigen ähnliche Erfahrungen auch mit Türstehern von Agar und Nachtschicht. Wenn auch selten mit einer solchen Deutlichkeit, so werde Dunkelhäutigen doch auffallend häufig der Eintritt verweigert. "Ein Freund von mir ist schwarz. Für ihn ist es inzwischen schon normal, bei Diskotheken abgewiesen zu werden und dann eben irgendwo anders hinzugehen", erzählt etwa eine 17-Jährige.



Karma-Geschäftsführer Alex Staude wehrt sich indes für den eigenen Betrieb gegen derartige Anschuldigungen. "Das ist unvorstellbar. Dass jemand aufgrund seiner Hautfarbe oder aus rassistischen Gründen abgewiesen wird, geht bei uns gar nicht. Da haben die Türsteher klare Anweisungen.“ Nicht nur unter den Gästen, sondern vor allem auch unter den Mitarbeitern selbst gebe es viele Ausländer. Eher könne er sich vorstellen, dass das Alter eine Rolle gespielt habe: "Wir versuchen, nicht zu viele junge Gäste hineinzulassen. Unsere interne Altersbegrenzung liegt da bei 25 Jahren."

Es steht also Aussage gegen Aussage - im Falle des Karma allerdings nicht von den Beteiligten selbst, sondern nur vom Betreiber. Wenn nichts geschehen sei, könne er auch niemanden danach fragen, erklärt Staude. Falls noch Klärungsbedarf bestehen sollte, bietet er den Schülern aber ein persönliches Gespräch an.

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