Rassismus im Fußball

Christoph Ries

Im März 2006 spielt der spanische Meister FC Barcelona auswärts bei Real Saragossa, als der Kameruner Samuel Eto'o plötzlich wütend Richtung Ausgang rennt. Er will das Stadion verlassen, weil er die andauernden "Affenrufe" der Saragossa-Fans nicht länger erträgt. Der US-Fernsehsender ESPN griff die Geschichte auf und entdeckte Hakenkreuze und Hitlergrüße - mitten in Europas Fankurven.



Auch der Fall des Kamerunischen Torwarts Carlos Kameni schlug heftige Wellen. Der Keeper von Espanyol Barcelona wurde im vergangenen Jahr von den eigenen Fans mehrfach mit Bananen beworfen.


Die UEFA reagierte und veröffentlichte vor der WM einen Zehn-Punkte-Plan gegen Rassismus im Fußballstadion. Dazu gehört zum Beispiel, dass Dauerkarteninhabern ihr Besuchsrecht verlieren, wenn sie sich im Stadion an rassistischen Rufen beteiligen.

Niederländische Wissenschaftler haben derweil eine Methode entwickelt, die rassistische Gesänge in Fußballstadien künftig unmöglich machen sollen. Das System basiert darauf, das Rassismus-Gesänge über Lautsprecher-Boxen zu doppeln und über Boxen zurück in den Block zu leiten. Durch das entstehende Echo sollen die Fans so gestört werden, dass ein koordiniertes Absingen nicht mehr möglich ist.

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