Rapport von Nord: SC Freiburg vs. Borussia Mönchengladbach

SC-Rapporter

Endlich hat es der SC mal wieder geschafft! Kein Gegentor gefangen und ein Spiel gewonnen. Doch dem SC-Rapporter tat vor allem einer Leid: Der tragische Held des Tages, Max Kruse.



Vor dem Anpfiff

Es ist kalt, grau und ungemütlich. Einzelne Schneeflocken schaffen es bis auf die Erde und das an Ostern. Passend zum Wetter ist der SC-Rapporter nervös und pessimistisch. Zehn mal in nur zwei Spielen musste SC-Keeper Oliver Baumann hinter sich greifen, und jetzt kommt mit Borussia Mönchengladbach ausgerechnet ein direkter Konkurrent um die europäischen Plätze an die Dreisam, der auch noch die bessere Ausgangsposition hat. Woher soll da auch Euphorie kommen?

Und zusätzlich wird eine ganz wichtiger SC-Spieler heute besonders unter Druck stehen: Max Kruse. Der Freiburger Torjäger hat sich für einem Wechsel nach Mönchengladbach entschieden und könnte sich somit heute die Chancen, im nächsten Jahr auf europäischer Ebene zu kicken, selbst zerstören.




Die erste Halbzeit

Der SC beginnt munter und zeigt, wer der Hausherr ist. Der Ball läuft locker durch die Reihen. Viele kurze, schnelle Pässe verwirren den Gegner vom Niederrhein. Doch der SC-Rapporter bleibt beunruhigt, denn der SC vergisst permanent, einfach mal aufs Tor zu schießen. Und ohne Schuss, kein Tor - so einfach ist das.

Und das Schlimmste ist: Zwischendurch schnappen sich die ansonsten blassen Gladbacher immer wieder den Ball und kommen gefährlich nahe an den Kasten von Oliver Baumann heran. Einmal kracht das Leder sogar gegen die Latte, da hat der SC nochmal Glück gehabt.

  Die Fans auf Nord sind zur Halbzeit froh, dass zumindest noch kein Gegentor gefallen ist und tanzen und singen sich warm. Allerdings ist die Nervosität greifbar, von optimistischen Fangesängen über das DFB-Pokalfinale in Berlin keine Spur mehr, ganz anders, als noch vor zwei Wochen. Und der SC-Rapporter bekommt so langsam kalte Füße, es wird Zeit, dass es auf Nord was zu feiern gibt.

Die zweite Halbzeit

Gladbach wird stärker doch dann kommt endlich ein SC-Spieler auf eine grandiose Idee: Er schießt aufs Tor. Und nicht irgendwer und irgendwie. Ausgerechnet Max Kruse zirkelt den Ball gefühlvoll mit dem Linken Schlappen um den Gladbacher Torhüter Marc-André ter Stegen in das linke Toreck.



Und wie reagieren die Fans auf Nord? Wut über den Wechsel, Pfiffe? Von wegen! “Den Kruse, den habt ihr nicht verdient; den Kruse, den habt ihr nicht verdient...” schallt es über den Platz zu den Gästen aus Mönchengladbach. Die Fans respektieren den Wechsel und sind froh, Kruse heute und hier im SC-Trikot zuschauen zu dürfen.

Ein Tor Vorsprung und noch zwanzig Minuten zu spielen. Der SC-Rapporter fühlt sich schon besser und ist froh, dass die Gegentorflut bisher ausgeblieben ist. Schafft es der Sportclub aber, die drei Punkte über die Zeit zu retten?

Auf dem Platz geht es heiß her. Die Trainer hüpfen aufgeregt am Rand hin und her, die Spieler schreien sich an und alle fühlen sich vom Schiedsrichter benachteiligt. Es wird gekämpft bis zum Umfallen und einer zeigt mit unglaublichem Laufeinsatz, für wen sein Herz heute schlägt: Max Kruse. Er stürmt auf jeden Ball zu und scheint unermüdlich zu sein.

Nachdem kurz vor dem Abpfiff selbst Gästetorwart ter Stegen mit im SC-Strafraum auf Torejagd geht, schafft es Kruse auf der anderen Seite nach herrlichen Zuspiel seinen Fuß an die richtige Stelle zu halten und sich so zum unangefochtenen “Man of the match” zu machen.



Das 2:0 in der 90. Minute bricht alle Dämme auf Nord. Ein Bierschwall ergießt sich von hinten über den SC-Rapporter, während die Menge um ihn herum beginnt, wieder von Berlin zu singen. Der Optimismus ist zurück, die Fans skandieren “Der SCF ist wieder da” und vom SC-Rapporter fällt endlich die Anspannung ab und er kann wieder lächeln.

Nur Max Kruse ist zu bedauern. Mit den drei Zählern zieht der SC nun an Borussia Mönchengladbach vorbei und Kruse könnte sich damit womöglich die Chance, in der nächsten Saison auf internationalem Parkett zu spielen, selbst zerstört haben. Aber eines hat er bewiesen: So lange sein Vertrag läuft, ist Kruse mit Leidenschaft und vollem Einsatz bei der Sache, und das verschafft ihm großen Respekt beim SC-Rapporter.