Rapport von Nord: SC Freiburg gegen VfB Stuttgart

Marius Notter

Es musste endlich ein Sieg her, gestern Abend im Mage-Solar-Stadion. Oder wenigstens mal wieder ein Unentschieden. Endlich. Irgendwas. Stattdessen verlor der SC Freiburg gegen den VfB Stuttgart mit 1:3 - unglücklich!, wie unser SC-Rapporter Marius Notter meint:



Vor dem Spiel

Der strömende Regen und die Enttäuschung der letzten SC-Spiele machen den Weg zum Stadion etwas ungemütlich. Letztes Jahr im DFB-Pokal-Derby war in Freiburg alles und jeder außer Rand und Band - heute ist jedoch kein DFB-Pokalspiel. Aber hey, Derby, VfB Stuttgart, Erzfeind - das reicht als Motivation.

Ich komme kurz vor Spielbeginn erst auf die Nordtribühne, die ist natürlich genau so voll wie der Rest des Stadions, mehr als 23.000 warten auf den Anpfiff. Doch zuerst: Badnerlied, Fanschaal hochheben, der Schwab muss raus - wie immer.

Das Spiel

Der SC pennt, die Nord-Tribühne auch. Nach neun Minuten steht es 0:1 durch Ibišević. Dann eine Chance für den SC, Nord wird gerade wach, da fällt auch schon das zweite Tor. Ich schaue auf die Anzeigetafel: 10. Spielminute. Was geht hier ab?!

Dann lange nichts. Erst ab der 40. kommt der Sportclub gleich zweimal vor das Stuttgarter Tor. Ich habe das Gefühl: Da geht noch was!

Halbzeitstand: 2:0 für den VfB Stuttgart.

Was genau in der SC-Kabine passiert ist, will ich nicht genau wissen, aber jetzt ist Vollgas angesagt. Freiburg verschiebt die Defensive Richtung Mittellinie und setzt die Stuttgarter mächtig unter Druck.



Doch mit diesem Tor will es einfach nicht klappen. Die Situation wird aussichtsloser mit jeder Schiedsrichterentscheidung, die in der Nähe des VfB-Strafraums getroffen wird. Für mich war da mindestens zweimal die Hand im Spiel.

Resignation macht sich auf Nord breit, es wird immer leiser, die Stimmungsmacher brüllen sich die Seele aus dem Leib, aber keiner will mehr so richtig - außer es handelt sich um Anti-Stuttgart- oder Anti-Ulreich-Gesänge.

Dann kommt Hanke, und kaum kann sich mein Nachbar über den Wechsel aufregen, schießt Hanke das 1:2. Jetzt noch mal ran und den Ausgleich holen!

Eckball für Freiburg, Konter über links, Werner macht das Tor für Stuttgart. Das war's. Wie genau das geschehen konnte, versteht keiner so richtig. Auf dem Heimweg lese ich ein Facebook-Post: "Wie kann man eine Ecke nur so verpendeln...?" Gute Frage. Keine Antwort.

Der König des Platzes

Die Mannschaft des Sportclubs in der zweiten Hälfte. Julian Schuster, Vladimír Darida, Václav Pilař, Oliver Sorg, Mensur Mujdža und Marco Terrazzino fallen verletzt oder gesperrt aus - trotzdem werfen sich die Spieler des Sportclubs mit allem, was sie haben, gegen den VfB, der, zugegeben, etwas übermächtig wirkt.

Der Nicht-König des Platzes

Stuttgart-Keeper Ulreich. Denn bei einem Spielstand von 2:0 muss man sich nicht schon bei der leichtesten Körperberührung theatralisch fallen lassen.

Nach dem Abpfiff ...

... ist die Stimmung an einem Tiefpunkt angelangt.



VfB-Coach Thomas Schneider spricht nach dem Spiel von einem verdienten Sieg. Bei zwei nicht gegebenen Elfmetern nach Handspiel im Strafraum des VfB und einem dermaßen dezimierten SC ist "verdient" wohl das falsche Wort. "Glücklich" würde besser passen.

Am 23. November geht es gegen Braunschweig. Dann müssen drei Punkte her.

Mehr dazu:

[Bilder 1 und 3: dpa; Bild 2: Michael Heuberger]