Rapport von Nord: SC Freiburg gegen Fortuna Düsseldorf

SC-Rapporter

Draußen ist es eiskalt. Und Fasnet. Es gibt derzeit also keinen Grund, das Haus zu verlassen. Der SC-Rapporter hat sich gestern dennoch ins tiefgekühlte Stadion zum Spiel gegen Fortuna Düsseldorf begeben. Und erlebte dort ein Happy End.



Vor dem Spiel

Erst zwei torlose Unentschieden, dann eine Niederlage in Hoffenheim. Die Sehnsucht nach dem ersten Sieg im Jahr 2013 war groß vor dem Heimspiel gegen Düsseldorf, das auch noch in die Fastnachtszeit fiel. So war es für den SC-Rapporter leider nicht vermeidbar, an diesem Tag den Narren aus dem Weg zu gehen, wie sich schon an der Straßenbahnhaltestelle Oberlinden zeigen sollte. Eine Handvoll Mittvierziger, verkleidet als Musketiere und SC Freiburg auf die Wangen gekritzelt. Auf dem Weg zum Stadion sangen sie zuerst das Badnerlied und setzten danach zum Gassen-Aua der Toten Hosen an: „An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeiiiiit...“

Das stimmte nicht!

Vor dem Anpfiff

Der SC-Rapporter freute sich. Hatte er sich beim vergangenen Heimspiel noch darüber geärgert, dass die Einlaufkinder in der Eiseskälte eine Viertelstunde draußen rumstehen mussten, war gestern zu beobachten, wie die Horde direkt in die (warmen) Katakomben geleitet wurde. Korrekterweise hat ein kleiner Junge dann kurz vorm Einsatz noch schön eine Grimasse für die Sky-Fernsehkamera präsentiert. Good Job.

Kurz davor aber das nächste Unheil in Sachen Fasching/Fasent/Fasnet/FuckOff: „Schatzi, schenk mir ein Foto“, donnert aus den Stadionboxen. Lustiger war da der Stadionsprecher, der das 1:1 des anderen Sonntagsspieles zwischen Augsburg und Mainz mit einem halb sarkastischem Tätä Tätä kombinierte.

Das Spiel

Erstmal so viel: Eiskalt war es wieder. Brrrrr. Und das Geschehen auf dem Platz wollte auch nicht so recht erwärmen. Allheißmittel: Glühwein.



Der SC hatte mehr vom Spiel, ließ wie immer den Ball laufen. Aber sie kamen nicht wirklich durch. Entweder schlich sich ein Abspielfehler ein oder die Düsseldorfer Defensive um Bane (lies: der mit Gesichtsmaske spielende Abwehrriese Martin Latka) drosch den Ball raus.

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit dann eine von zwei Szenen, die dem Rapporter besonders im Gedächtnis geblieben ist. Nachdem Jan Rosenthal eine Chance herausgekämpft hatte, Johannes Flum am Torwart gescheitert war, drosch Cedric Makiadi von der linken Seite den Abpraller über das leere Tor. Was folgte, war ein kollektiver Gefühlsausbruch (na ja, besser: Einbruch), wie ihn wohl nur der Sport auslösen kann. Oaaaaaahhhhhuuuuuuuaaaaaa. 21.200 Zuschauer (abzüglich einer handvoll Düsseldorfer) knicken ein, schlagen die Hände über den Kopf, verzweifeln.

Machen wir es kurz, bevor wir zur zweiten besonderen Szene kommen: Der SC hatte auch in der zweiten Hälfte deutlich mehr vom Spiel, die Fortunen verlegten sich komplett aufs Kontern – und sind da teilweise auch gefährlich.

So, Szene Nummer zwei: Als schon alles auf eine Nullnummer hindeutete, bekommt der SC in der 87. Minute einen Eckball. UND KRMAS KÖPFT DAS DING REIN! Und wieder so ein kollektiver Gefühlsausbruch, diesmal in schön, wie ihn wohl nur der Sport(-Club) hervorrufen kann. Das Stadion tobt, Menschen liegen sich in den Armen, high fiven sich. Wenig später ist das Spiel aus, Christian Streich rennt über den halben Platz und tut es seinen Spielern gleich, die alle Pavel Krmas herzen.

König des Platzes

Klare Sache: Pavel Krmas. Die Feel-Good-Story. Wieder mal zeigt der bereits abgeschriebene Abwehrrecke eine starke Partie und belohnt sich und die Mannschaft und die Fans am Ende mit dem Siegtreffer. „An Tagen wie dieseeeeeeem...“ Okay, jetzt wäre das klar gegangen. Happy End, jedenfalls.

Fazit

Erster Sieg in 2013. Der Sportclub steht auf dem fünften Tabellenplatz. Herr Streich, erlauben Sie dem SC-Rapporter ein euphorisches Wort: Wow!