Rapport von Nord: SC Freiburg gegen Bayern München

SC-Rapporter

Wer hätte das gedacht! 1:1 hat am Dienstagabend der SC Freiburg in einem denkwürdigen Spiel gegen den FC Bayern gewonnen - äh - gespielt. Auch der SC-Rapporter war im ausverkauften Stadion dabei. Wie's war:

 

Vor dem Spiel

Wo die Bayern aufschlagen, da herrscht allgemeiner Ausnahmezustand. So auch am Dienstag in Freiburg. Tagsüber füllten sich Facebook-Chroniken mit Menschen, die vor dem Mannschaftsbus posieren und in der Instagram-Timeline archivierte ein SC-Fan den Triple-Sieger beim Spazierengehen in der Merianstraße. Als die Bayern sich dann auf den Weg zum Stadion machten, belagerten 500 Menschen das Colombi Hotel.



Am Stadion bekam dann auch der SC-Rapporter das wohl meistfotografierte Gefährt der Republik zu Gesicht. Natürlich in sattem Rot prangt darauf der Oberkörper (die Brust vermutlich stolzgeschwellt) irgendeines Bayern-Spielers mit dem neuen Trikot. „Erleben, was verbindet“, ist daneben zu lesen. Darunter ein Hashtag-Ungetüm mit der Botschaft „Mia san mia“. Dass allerdings erst die Verbindung von Worten bei Hashtags das Erlebnis bringt, ist in der Marketingabteilung des FCB wohl noch nicht angekommen. #ihrseidsihr

Auf Nord wird dann kurz vor dem Spiel vor allem über die Aufstellungen der Teams gesprochen. Bei den Bayern: Ribéry, Robben, Lahm, Alaba, Mandzukic, Boateng auf der Bank. Und trotzdem stand eine Mannschaft mit großen Namen auf dem Platz: Schweinsteiger, Müller, Götze, Pizarro, Shaquiri #etc #pp.

Auch dem Blick auf die erste Elf des SC folgen verwunderte Blicke. Nummer 32, Charles Laprévotte. Bitte wer? Im Nachhinein erfuhr man dann, dass dieser bei den Amateuren schon gute Spiele gezeigt hatte.

Das Spiel

Fast Forward zur Pressekonferenz nach dem Spiel: "Dass wir das erleben durften, hat seinen Grund darin, dass die Spieler mit der Frustration des Hinterherlaufens gut zurechtgekommen sind", sagte SCF-Trainer Christian Streich. Die Freiburger Akteure mussten über die gesamte Spieldauer dem zirkulierenden Passspiel der Bayern hinterherlaufen, 74 Prozent Ballbesitz für die Gäste zeigte die Statistik am Ende.

Nur: Die Bayern wurden nach ihrem Führungstreffer in der 33. Minute durch den starken, und höllewieschnellen, Shaquiri nicht mutiger, und die Freiburger auf der anderen Seite nicht müder.



Engagiert waren auch die beiden Trainer dabei. Pep Guardiola und Christian Streich standen in ihren Coaching-Zonen und gestikulierten abwechseln, als hätten sie sich gerade bei einer Breakdance-Session gegenseitig die Welle weitergegeben.

Flashback zu den Einwechslungen:

FC Bayern: Philipp Lahm, Franck Ribéry, Mario Mandzukic.SC Freiburg: Sebastian Kerk, Nicolas Höfler, Mike Hanke. Und zu Oliver Baumanns doppelter Heldentat gegen Kroos und Müller (der sehr sympathische Pep Guardiola auf der Pressekonferenz dazu: „Exzeptionell super“).

 

Der Moment

Und in der 86. Minute dann die Zeit anhalten, bitte: Ein energischer Konter, ein Pass von rechts von Sebastian Freis vors Tor an den linken Pfosten. Dort steht Nicolas Höfler, erfüllt sich den Traum des kleinen Jungen in ihm (und jedem) und dengelt den Ball gegen die Bayern kurz vor Schluss rein. Und das Stadion bebte wie schon sehr lange nicht mehr. Ein paar Minuten später dann der Abpfiff.... und die Gänsehaut. 1:1.

Der erste Punkteverlust für die Bayern unter Pep Guardiola in der Bundesliga. Selten (lies: noch nie) hat sich ein Unentschieden so sehr angefühlt wie ein Sieg. Freudetrunkener hätte man an diesem Dienstagabend auf Seiten des SC nur sein können, wäre es ein Samstag gewesen. 



Fazit

Bravo, SC Freiburg. Dieses Erlebnis verbindet. #ihrseidsuper







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