Rapport von Nord: SC Freiburg gegen 1. FC Kaiserslautern

SC-Rapporter

Oooh, wie war das schön! Am Samstagnachmittag empfing der SC Freiburg im Dreisamstadion den 1. FC Kaiserslautern, schenkte ihm zweimal ein und schickte ihn dann wieder zurück in die Pfalz. Wie's auf Nord war:



Vor dem Anpfiff ...

... ist ausnahmsweise mal der Sportclub Favorit. Sieben Punkte aus den letzten drei Spielen waren es für die Breisgauer – der FCK kommt mit der Horrorbilanz von 16 Spielen ohne Sieg an die Dreisam.

Mit Leichtigkeit schlendert dagegen der neue Trainer der Roten Teufel – Krassimir Balakov – über den Rasen. In seiner gesäßbetonten Hose erinnert er etwas an einen Showmaster für karpatische Volksliedauftritte. Sein Pendant Christian Streich wie immer im rustikalen Chic des grasverwurzelten Kreisligatrainers.

Das Stadion ...

... ist bester Stimmung. Kaiserwetter und Sonnenbrillen. Zuversicht auf beiden Seiten, auch beim wie immer zahlreich vertretenen Pfälzer Anhang.



Die Fan-Aktion ...

... ist langsam etwas nervend. Wer immer die Idee mit den Fan-Klappern hatte, ist noch nie von einer Horde überdrehter Heranwachsender dauerbeschallt worden. Hier gibt’s Tinnitus auch ohne 12-Stunden-Tag. Wie dichtete einst ein weiser Mann? Lasst die Finger von der Vuvuzela!



Den Sportclub-Support koordinieren dieselben beiden Capos, die schon den Gästeblock in Hamburg in Wallung versetzten. Nach dem frühen 2-0 beteiligen sich – je nach Liedgut – ziemlich viel Breisgauer am Singen, Hüpfen und schließlich auch LaOlas.



Bis in den letzten Winkel stehen die Fans heute Schulter an Schulter. Ein leichter Riss geht durch die Freiburger Fangemeinschaft, als man Lautern Richtung Zweite Liga verabschiedet. Die anfangs böllernden und stimmgewaltigen Gästefans finden sich gegen Spielende zu keiner verbalen Gegenwehr mehr imstande.

Die 14. Minute ...

... stellt die Weichen auf Sieg. Ein frühes 2-0 gegen einen mehr als angeschlagenen Gegner ist die halbe Miete. Allerdings stellt dieser frühe Zeitpunkt zugleich den Höhe- und Wendepunkt des Spiels dar. Denn viel mehr kommt nicht. Kaiserslautern kommt fortan etwas besser ins Spiel, ohne restlos gefährlich zu werden. Der Sportclub verwaltet den Vorsprung, wenn auch bisweilen etwas sorglos, schafft es aber seinerseits nicht, die sich bietenden Räume in weiteres Zählbares umzusetzen.



Am Ende steht eine recht ereignisarme Partie mit drei Gelben Karten (Abstiegskampf?) und nicht viel mehr klaren Tormöglichkeiten. Was aus Freiburger Sicht leicht zu verkraften ist. Denn auch ohne Circus-Roncalli-Auftritt bleiben die drei Punkte im Breisgau: Platz 14, vorbei an Hamburg und Augsburg. Und noch ein Trend, der für die kommenden Aufgaben optimistisch stimmt: Die Heimbilanz unter Christian Streich schraubt sich auf drei Siege und zwei Unentschieden, mitunter gegen Mannschaften wie Bremen, Bayern und Schalke.

Der König des Platzes ...

... ist Cedric Makiadi. Seit Wochen in bestechender Form. Lauffreudig, ballsicher und mit entscheidenden Aktionen in den gefährlichen Zonen. Trotz der Rückkehr Julian Schusters lief er weiterhin als Spielführer auf und machte das wichtige 2-0.

Fazit

Tendenz weiter steigend! Der Sportclub hat den Klassenerhalt wieder in eigener Hand. Und angesichts der jüngsten Auftritte: Warum sollte er diesen nicht mit Heimsiegen gegen Nürnberg, Köln und Hoffenheim unter Dach und Fach bringen?