Rapport vom Pokal: Karlsruher SC vs. SC Freiburg

SC-Rapporter

Als letzte Aufgabe vor der wohlverdienten Winterpause in der Fussballbundesliga stand für den SC Freiburg am Dienstagabend noch das ebenfalls wohlverdiente Achtelfinalspiel im DFB-Pokal beim derzeitigen Drittligisten Karlsruher SC an. Auswärtsfahrt zum Derby! Klar, dass unser umtriebiger SC-Rapporter sich das nicht entgehen ließ.

 

Vor dem Anpfiff

Der Busfahrer des gecharterten Busses, der mich und andere willige Fans am Dienstagabend nach Karlsruhe bringen soll, stellt sich mit folgenden Worten vor: "Hallo, ich bin der Walter und seit 36 Jahren Bayernfan. Seids net bös!" In Fenster des Busses prangt tatsächlich auch ein Bayern-Emblem. So was aber auch. Vielleicht bringt's Glück?

Walter bringt uns zumindest zeitig nach Karlsruhe. Ich stelle erstaunt fest, dass 50 Minuten vor Anpfiff nicht nur die Sitzplätze nicht besetzt sind, sondern auch auf den Stehrängen noch gähnende Leere herrscht - im Dreisamstadion ist die Nord zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich voll und es gibt erste Gesänge.

Immerhin ist die Musik hier in Karlsruhe deutlich besser - das ist zugegebenermaßen auch nicht sehr schwer. Irgendwann wird dann allerdings Tony Marshall auf den Rasen gezerrt, um live das Badnerlied zu singen.

Eine persönliche Notiz am Rande: Es war mein erstes Wiedersehen mit Tony Marshall, seit er mich einst im zarten Alter von vier oder fünf Jahren bei einer Familienfeier auf seinen Knien wippte. Sachen gibt's!



Das Stadion

Das Wildparkstadion hat seine besten Zeiten - wie der Verein - längst hinter sich. Als das Stadion endlich voll ist, kann der geneigte Fussballfreund dann aber doch einen Hauch erfolgreicher Fussballhistorie verspüren. Und an einem Dienstagabend ein Pokalspiel bei Flutlicht - da schlägt das Auswärtsfanherz sowieso deutlich höher!



Fanaktion

Unbeachtet der Tatsache, dass das umstrittene und vieldiskutierte Sicherheitskonzept durch die DFL mittlerweile verabschiedet worden ist, praktizieren Teile der organisierten Fans weiterhin den Stimmungsboykott. Und so herrschen auch in Karlsruhe zwölf Minuten Schweigen im Park - bis auf die 62. Spielsekunde. Da tobt der Gästeblock.

Die 2. Minute

Diese Spielaktion mussten nach dem Abpfiff wohl fast alle Freiburggäste schnell noch mal im Kicker-Ticker nachlesen: Das Spiel ist gerade eine Minute alt, findet in der Gegenseite statt. Doch dann geht es rasend schnell: Jan Rosenthal nutzt geistesgegenwärtig eine Lücke in der Karlsruher Viererkette und spielt den Ball zu Jonathan Schmid, der trocken zur Führung verwandelt. Sagt der Kicker-Ticker.

Das Spiel

Leider geht's nicht so schnell weiter. In den folgenden 88 Minuten verteidigt der SC seine Führung - ideenlos und mit vielen Fehlpässen. Sonst nichts. Man sieht's dem Team an: In diesen Knochen steckt viel Müdigkeit.



Fail

Ach, immer dieser Freiburger Ultra-Kindergarten. Vielleicht müsste man an Abendspielen einmal Ausweiskontrollen durchführen lassen - ob manche der Jungs um die Uhrzeit überhaupt noch draußen sein dürfen?

Sowohl das dreimalige Abbrennen von Bengalos als auch das Diktat des Megafon-Mannes führen während des Spiels zu deutlicher Missstimmung innerhalb des Gästeblocks und zu zahlreichen 'Ultras raus'-Rufen. Anstatt das Team anzufeuern, muss Energie für die interne Problembehandlung im Gästeblock aufgewendet werden. Unnötig!

König des Platzes

Neben Cedrik Makiadi und Oliver Baumann ist nur Trainer Christian Streich in Normalform. Aufgund der emotionalen Ausführung seines Berufes wird er in der 90. (!) Minute vom Schiedsrichterauf die Tribüne geschickt.

Fazit

Die hammermäßige Hinrunde des SC Freiburg wird durch den Viertelfinaleinzug im DFB-Pokals gekrönt, klar - und unser Rapporter scheinbar ein Top-Auswärtsmaskottchen, denn er war auch schon in Braunschweig zugegen (auch, wenn er danach nichts geschrieben hat). Und nach der Qualität des Spiels fragt morgen ohnehin niemand mehr.

Glückwunsch an den SC Freiburg - und vielen Dank. Es macht zur Zeit wieder so unglaublich viel Spass mit dir!