Rapport aus Mainz: FSV Mainz 05 vs. SC Freiburg

Fudder SC-Rapporter

Voller Hoffnung auf drei Punkte ist der fudder-SC-Rapporter gestern nach Mainz gefahren. Dort lief es leider so gar nicht nach Plan: Im Grunde war das Spiel nach sechs Minuten schon vorbei. Ein Bericht aus dem Gästeblock.



Die Coface-Arena

Die Mainzer haben das, was der SC gerne hätte: Ein neues, modernes Stadion. Von außen sieht es ein bisschen aus wie ein Baumarkt, ein recht niedriger roter Kasten, der mitten auf einem Acker steht. Am Einlass zum Gästeblock steht ein SC-Fan mit Wintermütze, darauf ein Aufkleber: „Nett hier. Aber waren Sie schon mal in Baden-Württemberg?“

Durch einen Tunnel gelangen die Freiburger Fans in den Gästeblock. Jetzt wirkt das Stadion auf einmal viel größer: Das Spielfeld liegt einige Meter unterhalb des Geländes. Steile Tribünen sorgen für gute Sicht. Dann kann`s ja losgehen: Heute steht, wie schon letzte Woche gegen Augsburg, ein Sechs-Punkte-Spiel im Kampf um den Klassenerhalt an.

Der Narhallamarsch

Der Narhallamarschist eines der wichtigsten Musikstücke der Mainzer Fastnacht. Nebenbei ist er die Torhymne des FSV Mainz. Spätestens nach 17 Spielminuten hat das jeder SC-Fan im Stadion begriffen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Marsch bereits drei mal ertönt.

Was ist der denkbar schlechteste Start in ein Fußballspiel, den man sich vorstellen kann? Wie wäre es damit: 0:1-Rückstand nach zwei Minuten. Zweifelhafter Elfmeter gegen die eigene Mannschaft nach vier Minuten, rote Karte, Unterzahl. Elfer drin, 0:2. Eigentlich ist das Spiel jetzt, nach sechs Minuten, schon entschieden.

In Minute 17 fällt dann noch das 0:3. Der SC liegt nach einer guten Viertelstunde durch zwei Tore von Eric Maxim Choupo-Moting und eines von Eugen Polanski fast aussichtslos zurück. Fallou Diagné ist vom Platz geflogen. Kurze Hochrechnung: Geht es in diesem Rhythmus weiter, endet das Spiel 18:0 für Mainz. Irgendwie irreal.

Nach dem Schock

Nach der tragischen Anfangsphase versucht der SC zu retten, was zu retten ist. In Unterzahl kommt jedoch kaum ein Spielaufbau zustande. Die Freiburger spielen viele Fehlpässe und werden immer wieder gefoult. Nach vorne geht nichts.

Ein SC-Fan mit „Wir bleiben dann mal oben“-Schal macht seinem Unmut laut Luft, kurz darauf schmettert der ganze Block ein „Wir wollen euch kämpfen sehen“ in Richtung Spielfeld. Kurz nach der Pause weist der Stadionsprecher die Freiburger Fans zurecht: Unten im Block wird mit Pyrotechnik gezündelt.

Aufholjagd?

In der 68. Minute leuchtet auf der Anzeigetafel auf einmal ein 3:3. Leider ist das nur das Eckenverhältnis. Trotzdem wohl ein gutes Omen für den Spielausgang, denn die Ecke von Michael Lumb wird von Pavel Krmas zum 1:3 verwertet. Das Feuer im zwischenzeitlich fast verstummten Gästeblock ist zurück, die Freiburger schreien „Jetzt geht’s los“ und natürlich „Reisinger!“. Leider kann auch der nichts mehr ausrichten, es bleibt letztendlich beim 1:3.

Fazit

Die Aufbruchstimmung vom Augsburg-Spiel ist erst mal dahin. Der SCF hat in Mainz die Leidenschaft, die es im Abstiegskampf braucht, vermissen lassen. Allerdings ist die Anfangsphase auch extrem unglücklich verlaufen. Jetzt braucht es drei Punkte gegen Werder Bremen. Hoffnung macht, dass dieses Spiel wieder bei 0:0 startet. Und nicht mit einem 0:3-Rückstand und einem Mann weniger.