Rapport aus Frankfurt: Eintracht Frankfurt gegen SC Freiburg

SC-Rapporter

Mit dem Auswärtsspiel in Frankfurt endete die erste Englische Woche der Saison für den SCF mit nur einem Punkt. Trotz ansprechender Leistung gelang es dem Streich-Team auch in Frankfurt nicht eine Führung in Zählbares umzuwandeln. Wie das Spiel auf der Frankfurter Ostkurve ankam:



Vor dem Anpfiff ...

... liegt eine gehörige Portion Euphorie in der Frankfurter Luft. Die Mannschaft vom Main steht hinter den großen Bayern auf dem zweiten Tabellenplatz und ist ungeschlagen. Auf dem Weg zum Stadion sind schon die ersten "Ja wir holen den DFB-Pokal"-Rufe auszumachen. Vor der Mannschaft von der Dreisam scheint man in Mainhatten keine Angst zu haben.

Eingestimmt werden die Fans im weiten Rund der Commerzbank-Arena mit bewegten Bildern des Sieges der Eintracht aus dem Spiel vom 8.9.1993. Damals konnte Anthony Yeboah Ex-SC-Keeper Jörg Schmadtke dreimal bezwingen. Im Frankfurter Stadion-Magazin können die Besucher im Interview mit Oli Baumann erfahren, wie unglaublich gut dieser seinen Nationalmannschaftskameraden Kevin Trapp findet und sich somit die Zeit bis zum Anpfiff zu vertreiben.



Mit dem Song: "Erbarme - zu spät, die Hesse komme" versetzt sich das Frankfurter Publikum dann wenige Minuten vor Anpfiff zum ersten mal richtig in Wallung. Sogar auf den teuren Business-Sitzen singen einige Investment-Banker in zivil mit Bier in der Hand ihr Frankfurt-Lied. Bei den mitgereisten Freiburgern wird der Wechsel in der Startfomation (Sebastian Freis anstelle von Karim Guede) heiß diskutiert.

Das Stadion ...

... ist auch auf Grund des guten Saisonstarts der Eintracht mit 49.500 Zuschauern fast ausverkauft. Der Gäste-Block ebenfalls sehr gut besucht, dennoch lässt sich entspannt stehen, und auch die Sicht auf des Spielfeld ist wunderbar. Der Herbst beziehungsweise Spätsommer zeigt sich mit herrlichem Sonnenschein. Perfektes Fußballwetter - Es kann los gehen!

Die Fan-Aktion

Kurz nach dem Anpfiff schallt der Ruf "Auswärtssieg" in beeindruckender Lautstärke aus dem SC-Block, die zahlenmäßig weit überlegenen Frankfurter Stehplatz-Fans vis-à-vis haben jedoch schnell wieder die Oberhand in Sachen Lautstärke.

Nach dem Führungstreffer in der 48. Minute zeigen dann einige SC-Anhänger den Frankfurtern ganz unverhohlen ihren Allerwertesten und versuchen somit dem Treiben auf der Tribüne eine eigene Note zu verleihen. Die Provokation kommt allerdings beim Sicherheitspersonal nicht gut an, und die Ordner im Gästeblock helfen beim Hoseanziehen.



In der 60. Minute richtet sich dann der Blick aller Besucher auf den Gästebock. Der Grund: Einige Mitgereiste zünden Bengalos und feiern die bis dato sicher scheinende Führung. Auch wenn der SC-Rapporter ein strikter Gegner von Pyrotechnik im Stadion ist, muss er ausnahmsweise zugeben, dass die aufsteigenden Rauchschwarten im einfallenden Sonnenlicht ganz chic wirken, was dieses krasse Fehlverhalten jedoch nicht rechtfertigen soll.

Die 68. und 73. Minute ...

... machen aus dem erhofften Auswärtssieg eine 2:1 Niederlage und sorgen für ein Déjà-vu-Erlebnis. Ähnlich wie im letzten Heimspiel gegen Bremen verschenkt der SC binnen weniger Minuten die hart erkämpfte Führung. Frankfurts Alexander Meier avanciert einmal per Kunstschuss und einmal per Kopf zum Matchwinner für die Hessen. Von diesem Doppelschlag kann sich das Streich-Team nicht mehr erholen.

Das Aufregerle ...

... gibt es wenige Minuten vor den beiden Gegentreffern, als Daniel Caligiuri nach einem Zweikampf etwas zu theatralisch auf den ramponierten Frankfurter Rasen fällt und sich danach ausgiebig medizinisch auf dem Spielfeld versorgen lässt. Das folgende Pfeifkonzert weckt die Frankfurter Fans auf und macht aus gemütlicher Stadion-Atmosphäre einen Hexenkessel. Besonders Oli Baumann muss sich in der Folge mit einer tobenden Wand aus Frankfurter Ultras in seinem Rücken vergnügen.

Der König des Platzes ...

... ist heute trotz Niederlage aus Freiburger Sicht Jonathan Schmid. Er scheut kaum einen Zweikampf, ist viel unterwegs und an fast allen guten Aktionen des SCs beteiligt. Auf diese Weise leitet er auch den zwischenzeitlichen Führungstreffer durch den zweitbesten Freiburger Max Kruse ein.



Fazit


Nach einer miserablen ersten Halbzeit entwickelt sich das Spiel in Halbzeit Zwei von einem müden Sonntagskick zu einer hitzigen und hart umkämpften Partie. Obwohl der SC insgesamt frischer und spritziger wirkt und mit einem Blitzstart nach Wideranpfiff in Führung gehen kann, fehlt die Cleverness zumindest einen Punkt mit zurück nach Freiburg zu nehmen.

Das offensiverer Verhalten der Freiburger wird durch zwei schnelle Gegentore der spielschwachen Eintracht bestraft. In der Folge wird übermotiviertes Anrennen sogar noch zum Verhängnis für Karim Guede, der kurz vor Abpfiff den roten Karton sieht und erst einmal für mindestens ein Spiel gesperrt sein wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Mannschaft von Christian Streich aus den Erfahrungen der letzten beiden Spiele etwas gelernt hat und gegen Nürnberg cleverer an die Sache rangeht.