Rapport aus der Fremde: Fünf Fakten zum SC Paderborn

Clemens Geißler

Wieder in letzter Minute zwei Punkte verschenkt - auch gegen Paderborn macht der SC Freiburg in der Schlussphase keine gute Figur. Unser Autor befasst sich deswegen lieber mit Mantaplatte und der Stoppelkamp-Allee - Angeberwissen zum SC Paderborn.



Die Moritz-Stoppelkamp-Allee

Die Moritz-Stoppelkamp-Allee avancierte quasi über Nacht zum ostwestfälischen Selfie-Wallfahrtsort. Sie erinnert an das (Rekord-)Tor des Monats September und misst exakt 82,3 Meter. Ganz so lang ist der Pass vor dem späten Ausgleichstor nicht, trotzdem schlägt Bürki, der ansonsten wieder gut hält, über den Ball. Am Ende steht eine unglückliche, aber nicht ungerechte Punkteteilung.



Auch Paderborn hat seinen Finke

Auch sonst verbindet Freiburg und Paderborn vieles: Kleine Stadt, kleines Stadion, sympathisch-bescheidene Fans, die Außenseiterrolle in der Liga – und Finke. Den einen kennen wir schon. Der andere ist Möbel-Guru, Präsident des SCP und spannt auch schon mal dem Trainer die Frau aus. Klar, dass Luhukay das Weite gesucht hat. Immerhin: Mit Breitenreiter ist seit einiger Zeit das promiskuitive Element wenigstens namenstechnisch auch auf der Trainerbank vertreten. An den anderen Finke fühlen wir uns heute auch erinnert, oder genauer an jene überwunden geglaubte Phase, als der Sportclub zum Verdruss seiner Anhänger in der Schlussphase regelmäßig die Punkte herschenkte. Dieses Mal gelingt Kachunga der Lucky Punch, was erstens bitter ist und zweitens offenbar die lokale Schreibweise für ein glühweinähnliches Getränk.



Mantaplatte statt Currywurst

Hier wie andernorts heißt die Currywurst mit Pommes im übrigen “Mantaplatte”. Welch geschmackloser Affront an den gemeinen Opelaner, angesichts der jüngsten Werksschließung im nicht allzu fernen Bochum! Ebendort, tief im Westen, zündelten tags zuvor Pyro-Ultras gegen Pauli schon mal in vorauseilender Wut in Block N herum. Am Ende hieß es “Ultras raus”, “Neururer raus”, “Aufe Fresse” und “Feu-, Feu-, Feuerwehreinsatz”!



Die Stadt der Wälle

Paderborn ist die Stadt der Wälle. Man sieht zwar so direkt keinen mehr (was auch daran liegen könnte, dass es nach dem Spiel dunkel ist), doch dafür heißt jede zweite Straße so. Klassiker natürlich der “Paderwall”. An so etwas Ähnlichem beißt sich heute auch der Sportclub die Zähne aus. Nach Daridas umjubeltem Elfer und jeder Menge Hoffnung im Gästeblock ist nur noch ein Mehmedi-Schuss aus der zweiten Halbzeit wirklich gefährlich. Oder mit den Worten unseres Trainers: “Wir haben spielerisch nicht immer die besten Lösungen gefunden”.



Textsicher nach drei Paderborner Gold

So lebt er auch nach dieser Partie weiter: Der “Traum von Paderborn”, ein umgedichteter Gassenhauer, der auch nach drei Paderborner Gold noch textsicher mitskandiert werden kann. Die Zeile “Nächstes Ziel heißt Meisterschaft” erfüllt vor, während und nach dem Spiel das blauschwarze Rund. Würden wir in der Tabelle besser stehen, könnten wir fragen: “Zweitliga-Meister?” So aber bleibt allein die Hoffnung auf bessere Tage.

Fotos: Clemens

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Badische Zeitung:
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fudder.de: Blindenreporter beim SC Freiburg
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