Rahel Kraska: Plötzlich hört man mir anders zu

Philipp Aubreville

Nach ihrem Überraschungssieg beim Bandwettbewerb "Rampe 07" ist Rahel Kraska mit ihrer Band die diesjährige ZMF-Tourband. fudder stellt die R&B-Sängerin aus Lörrach vor.



Als ich Rahel Kraska zum Interview in der Warsteiner Galerie treffe, ist das Wetter schlecht, ihre Laune jedoch gut.


Die gebürtige Lörracherin lacht viel. Musikalisch läuft es blendend, nach dem Gewinn des Bandwettbewerbs „Rampe 07“ im vergangenen Februar wird die Sängerin mit ihrer Band auf dem ZMF auftreten – weitere Gigs als ZMF-Tourband sind bereits absolviert, das Debütalbum in Arbeit.

Rahel macht schon lange Musik. Mit sieben begann sie klassischen Klavierunterricht und absolvierte später die Freiburger Jazz- und Rockschule: „Ich denke, so eine musikalische Ausbildung vermittelt einem vor allem das Handwerkszeug.“

Seit einigen Jahren schreibt die Sängerin ihre Songs selbst, der Spassfaktor sei vorhanden: „Klar, man kann Songs interpretieren, das hat auch was. Aber ich will meine eigenen Texte singen, da eröffnen sich völlig neue Dimensionen. Plötzlich hören einem die Leute ganz anders zu, das ist cool.“

Nach holprigen Anfängen mit englischen Texten ist Rahel mittlerweile der Überzeugung, „sich in einer Fremdsprache nicht so gut“ ausdrücken zu können, "selbst wenn man sie gut spricht".



Seit vier, fünf Jahren schreibt sie ihre Texte deshalb auf Deutsch. Ausdruck ist ihr wichtig. In den Songs "steckt natürlich auch schon viel von einem selber drin". Beliebige Popschnulzen sind nicht Rahels Welt, ihre Lyrics sind "nah dran am persönlichen Erleben."

Inspiriert von Sängerinnen wie Lauryn Hill, Destinys Child und Mary J. Blige macht Rahel R&B, zu dem sie übers HipHop-Tanzen und ihren Freund und Produzenten Tomi Kaufman kam.

Tomi ist auch der Beatbastler. Bis vor kurzem machten die beiden lediglich zu zweit Musik und kreierten Songs. Mit diesen vorproduzierten Tracks bewarb sich Rahel für den Bandwettbewerb „Rampe“. „Als ich dann genommen wurde, brauchte ich eine Band. Rampe war unser erster Auftritt. Wir haben erst einen Monat vorher angefangen zu proben."



Die Band, deren Mitglieder alte Kommilitonen Rahels von der Jazz- und Rockschule sind, fungiert aber lediglich als Live-Kapelle und ist nicht direkt in den Schaffensprozess mit einbezogen. Tomi und Rahel produzieren die Songs vor, anschließend werden die Stücke mit der Band eingeübt.

Bald stehen für die Combo einige Auftritte als ZMF-Tourband an. Unter anderem gab es bereits zwei Gigs in der Freiburger Fußgängerzone. Rahels Highlight unter den ZMF-Auftritten: „Für mich ist es noch relativ neu, mein komplett eigenes Programm live zu präsentieren. Ich hab natürlich schon viele Konzerte gegeben, aber nie nur mit meinem eigenen Programm. Ich fand total cool, was für unterschiedliche Leute stehen geblieben sind.“

Nach dem ZMF will sich Rahel endlich ihrem bislang unvollendeten Projekt widmen, dem ersten Album. Unterbrochen vom überraschenden Rampe-Sieg, wird die Produktion wohl im Herbst dieses Jahres fertig gestellt.

Wer solang nicht warten will, kann sich Rahel Kraska mit Band auf dem ZMF ansehen.

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Rahel Kraska: Website & MySpace